https://www.faz.net/-gqe-9ad6g

Amerika und China einigen sich : Handelskrieg doch noch abgewendet?

  • Aktualisiert am

Warten in unsicheren Zeiten: Hält die Einigung zwischen Amerika und China? Das Foto entstand auf einem chinesischen Großmarkt für Stahl. Bild: dpa

„Gewaltige Mengen“ an amerikanischen Agrargütern wollen die Chinesen kaufen, so verkündet es Trump stolz. Doch wie gewaltig die Menge genau sein soll, steht nirgends. In Sachen Nordkorea hat der Präsident einen Wunsch.

          2 Min.

          Amerikas Präsident Donald Trump hat die Handelsvereinbarungen mit China als Erfolg gepriesen. Es werde einen fairen Handel mit der Volksrepublik geben, erklärte Trump am Montag über den Kurznachrichtendienst Twitter. China habe zugesagt, „gewaltige Mengen“ an amerikanischen Agrarerzeugnissen zu kaufen. Details nannte Trump aber nicht.

          Spitzenvertreter beider Länder hatten sich am Sonntag in Washington auf Maßnahmen zum Abbau des Ungleichgewichts im Handel geeinigt und ihre gegenseitigen Drohungen mit Strafzöllen vom Tisch genommen. „Wir setzen den Handelskrieg aus“, sagte US-Finanzminister Steven Mnuchin.

          Keine Stahlzölle für China

          Die Zölle auf Stahl und Aluminium, die Trump gegenüber der ganzen Welt angedroht hatte und von denen auch die Europäische Union bislang nur befristet ausgenommen ist, wird Amerika damit gegenüber China nicht erheben. Grundlage des Streits ist, dass die Vereinigten Staaten derzeit wesentlich mehr Güter aus China importieren, als China das aus Amerika tut. Trump findet das „unfair“, die meisten Fachleute sehen darin hingegen kein Problem.

          Beide Seiten seien übereingekommen, dass China künftig erheblich mehr amerikanische Güter und Dienstleistungen erwerben wolle, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung, die das Weiße Haus zum Abschluss zweitägiger Verhandlungen verbreitete. Auch der Schutz geistigen Eigentums wird erwähnt. China wolle seine bestehenden Gesetze einschließlich des Patentrechts ergänzen, hieß es.

          Das Papier nennt allerdings keine Zahlen, Zeiträume oder Einzelheiten. Die amerikanische Darstellung, nach der China zugesagt habe, das Handelsdefizit um 200 Milliarden Dollar zu reduzieren, hatte die chinesische Seite resolut als „nicht wahr“ dementiert.

          Analysten warnten gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg vor den mangelnden Details der Abmachung. Das mache es wahrscheinlich, dass die Spannungen zurückkehren würden. Entsprechend stellte auch Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow klar, dass die Drohkulisse erhalten bleibt. „Zölle sind Teil jeder Verhandlung, und Zölle können womöglich Teil von Zwangsmaßnahmen sein“, sagte er in einem Fernsehinterview.

          Bloomberg zufolge dürften vor allem die Preise für landwirtschaftliche Produkte durch die Einigung steigen. Analysten nannten vor allem Sojabohnen und Baumwolle. Seine Sojabohnenimporte aus den Vereinigten Staaten könnte China potentiell auf mehr als 40 bis 50 Millionen Tonnen erhöhen, sagte Li Qiang, Analyst der Handelsberatung JCI aus Schanghai.

          In einem weiteren Tweet am Montag rief Trump China dazu auf, die Grenze zu Nordkorea weiterhin „stark und dicht“ zu halten. In letzter Zeit sei „die Rede davon“, dass die Grenze deutlich poröser geworden sei und mehr Güter trotz Sanktionen in das isolierte Land hineinkämen. Er wolle, dass Nordkorea erfolgreich werde, aber erst nachdem es ein Abkommen unterschrieben habe, twitterte Trump. Damit dürfte ein Vertrag zum Verzicht auf Atomwaffen gemeint sein.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Kulissen wie diese am Grundlsee ziehen Urlauber normalerweise in Scharen nach Österreich. 280.000 Menschen leben dort direkt vom Tourismus.

          Tourismus in Österreich : Urlaub nach der „Ischgl-Lektion“

          Ferien in Österreich: Das verspricht Erholung zwischen Bergen und Seen. Doch in der Corona-Krise zeigt das Geschäftsmodell seine Risiken. Warum das Land die Gäste aus Deutschland nun so dringend braucht.
          Wer will, wer hat noch nicht? Rekruten der Bundeswehr nehmen am 20. Juli 2009 vor dem Reichstagsgebäude in Berlin an einem öffentlichen Gelöbnis teil.

          Reaktionen auf Högl-Vorschlag : Wehrpflicht? Nein, danke!

          Die Wehrbeauftragte will eine Debatte über die Wiedereinsetzung. Dafür erntet sie heftige Kritik. Die Verteidigungsministerin schlägt einen Freiwilligendienst vor – ohne Högl zu erwähnen.
          Was vor 30.000 Jahren mit poliertem Gestein anfing, wurde im 19. Jahrhundert unter Strom gesetzt und erhält heute Design-Awards. Julia Ossko und Eugen Schulz setzten die Geschichte der Sexspielzeuge bildhaft in Szene.

          Die Geschichte der Sextoys : Komm, lass uns spielen

          Von Stein zu Silikon, vom Phallus zum Designobjekt – Sexspielzeuge sind (fast) so alt wie die Menschheit. Das Schmuddelimage war einmal, mittlerweile sind Dildos und andere Spielzeuge in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

          Sommer-Transfermarkt : Eine ganz klare Ansage des FC Bayern

          Mit Leroy Sané gab es einen Millionen-Einkauf. Wie geht es nun weiter beim FC Bayern auf dem Transfermarkt? Karl-Heinz Rummenigge gibt Einblicke in die Münchner Planungen – vor allem mit Blick auf Kai Havertz.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.