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Amerika und China einigen sich : Handelskrieg doch noch abgewendet?

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Warten in unsicheren Zeiten: Hält die Einigung zwischen Amerika und China? Das Foto entstand auf einem chinesischen Großmarkt für Stahl. Bild: dpa

„Gewaltige Mengen“ an amerikanischen Agrargütern wollen die Chinesen kaufen, so verkündet es Trump stolz. Doch wie gewaltig die Menge genau sein soll, steht nirgends. In Sachen Nordkorea hat der Präsident einen Wunsch.

          Amerikas Präsident Donald Trump hat die Handelsvereinbarungen mit China als Erfolg gepriesen. Es werde einen fairen Handel mit der Volksrepublik geben, erklärte Trump am Montag über den Kurznachrichtendienst Twitter. China habe zugesagt, „gewaltige Mengen“ an amerikanischen Agrarerzeugnissen zu kaufen. Details nannte Trump aber nicht.

          Spitzenvertreter beider Länder hatten sich am Sonntag in Washington auf Maßnahmen zum Abbau des Ungleichgewichts im Handel geeinigt und ihre gegenseitigen Drohungen mit Strafzöllen vom Tisch genommen. „Wir setzen den Handelskrieg aus“, sagte US-Finanzminister Steven Mnuchin.

          Keine Stahlzölle für China

          Die Zölle auf Stahl und Aluminium, die Trump gegenüber der ganzen Welt angedroht hatte und von denen auch die Europäische Union bislang nur befristet ausgenommen ist, wird Amerika damit gegenüber China nicht erheben. Grundlage des Streits ist, dass die Vereinigten Staaten derzeit wesentlich mehr Güter aus China importieren, als China das aus Amerika tut. Trump findet das „unfair“, die meisten Fachleute sehen darin hingegen kein Problem.

          Beide Seiten seien übereingekommen, dass China künftig erheblich mehr amerikanische Güter und Dienstleistungen erwerben wolle, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung, die das Weiße Haus zum Abschluss zweitägiger Verhandlungen verbreitete. Auch der Schutz geistigen Eigentums wird erwähnt. China wolle seine bestehenden Gesetze einschließlich des Patentrechts ergänzen, hieß es.

          Das Papier nennt allerdings keine Zahlen, Zeiträume oder Einzelheiten. Die amerikanische Darstellung, nach der China zugesagt habe, das Handelsdefizit um 200 Milliarden Dollar zu reduzieren, hatte die chinesische Seite resolut als „nicht wahr“ dementiert.

          Analysten warnten gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg vor den mangelnden Details der Abmachung. Das mache es wahrscheinlich, dass die Spannungen zurückkehren würden. Entsprechend stellte auch Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow klar, dass die Drohkulisse erhalten bleibt. „Zölle sind Teil jeder Verhandlung, und Zölle können womöglich Teil von Zwangsmaßnahmen sein“, sagte er in einem Fernsehinterview.

          Bloomberg zufolge dürften vor allem die Preise für landwirtschaftliche Produkte durch die Einigung steigen. Analysten nannten vor allem Sojabohnen und Baumwolle. Seine Sojabohnenimporte aus den Vereinigten Staaten könnte China potentiell auf mehr als 40 bis 50 Millionen Tonnen erhöhen, sagte Li Qiang, Analyst der Handelsberatung JCI aus Schanghai.

          In einem weiteren Tweet am Montag rief Trump China dazu auf, die Grenze zu Nordkorea weiterhin „stark und dicht“ zu halten. In letzter Zeit sei „die Rede davon“, dass die Grenze deutlich poröser geworden sei und mehr Güter trotz Sanktionen in das isolierte Land hineinkämen. Er wolle, dass Nordkorea erfolgreich werde, aber erst nachdem es ein Abkommen unterschrieben habe, twitterte Trump. Damit dürfte ein Vertrag zum Verzicht auf Atomwaffen gemeint sein.

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