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Trendwende unter Trump? : Amerika stößt deutlich mehr CO2 aus

  • Aktualisiert am

Eine Kohlefabrik in Bow, New Hemshire Bild: AP

Lange Zeit machte Amerika in der Begrenzung des CO2-Ausstoßes die größten Fortschritte. Jetzt scheint es eine Trendumkehr zu geben, ausgelöst durch den Wirtschaftsboom – und beflügelt von der Politik des Präsidenten.

          Die Vereinigten Staaten haben im Jahr 2018 den stärksten Anstieg seit acht Jahren beim Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) verzeichnet. Das ist das vorläufige Ergebnis einer am Dienstag (Ortszeit) veröffentlichten Schätzung des New Yorker Analysehauses Rhodium Group.

          Der Studie zufolge legten die Emissionen um 3,4 Prozent zu. Laut den Forschern ist das der zweitgrößte Zuwachs seit mehr als zwei Jahrzehnten. Der Kampf gegen die Folgen des Klimawandels, bei dem der amerikanische Präsident Donald Trump einen Einfluss durch den Menschen bezweifelt, dürfte durch die Entwicklung in der weltgrößten Volkswirtschaft nicht leichter werden.

          Die Experten der Rhodium Group sehen den deutlichen Anstieg vor allem in der boomenden amerikanischen Konjunktur und nicht in der Politik Trumps begründet, dessen Regierung bereits einige Maßnahmen zur Verringerung von Klimagasen rückgängig gemacht hat. Die Forscher weisen darauf hin, dass im vergangenen Jahr eine Rekordanzahl an Kohlekraftwerken stillgelegt wurde. Dennoch sei der CO2-Ausstoß des Energiesektors spürbar gestiegen. Zudem blies die Industrie in Amerika angesichts höherer Produktion in etlichen Bereichen erheblich mehr Abgase in die Luft.

          Trump verfolgt eine völlig andere Linie

          Größte Emissionsquelle ist laut der Studie aber das dritte Jahr in Folge der Transportsektor. Zwar gingen die Autoabgase zurück, doch Emissionen durch Flugzeuge und Lastwagen legten wegen der florierenden Wirtschaft stark zu. Verglichen mit 2005 haben die Vereinigten Staaten ihren Kohlendioxid-Ausstoß den Forschern nach zwar noch immer um rund elf Prozent verringert. Doch der stärkste Jahresanstieg, seitdem das Land 2010 von der Rezession zurückkam, könnte nun eine längerfristige Trendwende markieren.

          Von 2007 bis 2015 machte Amerika der Analyse zufolge die größten Fortschritte – die Emissionen sanken in diesem Zeitraum um gut zwölf Prozent. Dabei habe die zeitweise schwache Konjunktur zwar eine wichtige Rolle gespielt, so die Rhodium Group. Allerdings sei auch die starke Veränderung des Energiemixes entscheidend gewesen. Die Regierung von Trumps Vorgänger Barack Obama hatte eine Wende weg von Kohle- und hin zu Erdgas-, Wind- und Solarenergie eingeleitet.

          Trump verfolgt jedoch eine völlig andere Linie. Einst bezeichnete er den Klimawandel als Konzept Chinas, um die Vereinigten Staaten wettbewerbsunfähig zu machen. 2017 zog Trump Amerika dann als einen der größten Verursacher von Treibhausgasen weltweit aus dem internationalen Pariser Klimaschutzabkommen zurück. Trumps Regierung ist zudem schon seit längerem dabei, Maßnahmen und Beschlüsse zur Reduzierung von Abgas-Emissionen aufzuweichen, die aus der Obama-Ära stammen. So brachte Trump eine Lockerung der Abgasregeln für Autos auf den Weg und stellte die Vorschriften für Kohlekraftwerke auf den Prüfstand.

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