Chinesischer Konzern :
Amerika hebt Embargo gegen ZTE auf

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Der chinesische Technologiekonzern mit einer Bürozentrale in Hongkong
Weil das chinesische Unternehmen ZTE gegen Iran- und Nordkorea-Sanktionen verstoßen haben soll, verhängte Amerika ein Embargo gegen den Konzern. Das wird nun aufgehoben – nach Zahlungen von über einer Milliarde Dollar.

Das amerikanische Handelsministerium hat am Freitag die Einschränkungen gegen den chinesischen Technologiekonzern ZTE aufgehoben und damit dem Unternehmen den Fortbetrieb seines Geschäftsbetriebs erlaubt. Amerikanische Firmen dürften nun wieder Teile an den Smartphone-Hersteller liefern, teilte das Ministerium mit. Die Entscheidung sei gefallen, nachdem ZTE eine Strafe von einer Milliarde Dollar bezahlt und weitere 400 Millionen Dollar auf ein Treuhandkonto in den Vereinigten Staaten überwiesen habe.

Im April hatten die Vereinigten Staaten Strafmaßnahmen gegen ZTE verhängt, weil das Unternehmen gegen Iran- und Nordkorea-Sanktionen verstoßen haben soll. Amerikanischen Zulieferern wie Qualcomm und Intel wurde für sieben Jahre verboten, Bauteile oder Software an ZTE zu verkaufen. Das Unternehmen musste daraufhin seinen Betrieb einstellen. ZTE hatte die Maßnahmen als inakzeptabel und existenzbedrohend kritisiert.

Entgegenkommen als persönlicher Gefallen?

Im Mai hatte sich dann Amerikas Präsident Donald Trump in den Konflikt eingeschaltet, der zunehmend auch zum Spielball im Handelsstreit zwischen Washington und Peking wurde. Er signalisierte Chinas Präsidenten Xi Jinping „als persönlichen Gefallen“ Entgegenkommen und erklärte, sich um eine Lösung für ZTE bemühen zu wollen.

Im Juni hatte sich ZTE mit der amerikanischen Regierung auf einen Stopp des Lieferverbots unter zahlreichen Auflagen verständigt. Neben der Strafzahlung musste ZTE seinen Verwaltungsrat und sein Management neu besetzen. ZTE beschäftigt etwa 80.000 Mitarbeiter.