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Vereinigte Staaten gegen China : Alles ist angerichtet für einen Handelskrieg

Chinas Staatschef Xi Jinping verteidigte beim Weltwirtschaftsforum in Davos den Freihandel. Bild: EPA

Erstmals begegnen sich diese Woche Donald Trump und Xi Jinping. Nach Trumps Drohgebärden wird das Treffen mit Spannung erwartet. Siegt schlussendlich aber doch die wirtschaftliche Vernunft?

          Im Februar kam eine dieser selten gewordenen Meldungen heraus: Der amerikanische Autokonzern Ford teilte mit, dass er mit dem Export besonders geländegängiger Kleintransporter der höchst erfolgreichen Modellreihe F-150 nach China begonnen habe. Die Fahrzeuge heißen Raptor (Raubvogel) und sind bestens geeignet, durch die Wüste Gobi zu fahren, vermeldet Ford mit Stolz. Das Wohlgefallen der amerikanischen Regierung findet die Meldung, weil der Raptor in Dearborn, Michigan, produziert wird: „Made in America“.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Amerikanische Autoexporte nach China sind selten, und wenn, dann werden spezielle Autos wie der Raptor oder der in Ohio gefertigte Jeep Wrangler gehandelt. Peking belegt die Einfuhr von Autos mit einem Zoll von 25 Prozent. Amerikanische, europäische und asiatische Autokonzerne haben deshalb Fertigungswerke in China gegründet. Die chinesische Regierung genehmigt solche Werke in der Regel nur, wenn chinesische Partner zur Hälfte beteiligt sind und Zugriff auf die Technologie bekommen. So hat sich China zum größten Autoproduzenten der Welt gemausert, mit einer Importquote von 5 Prozent.

          Ausländische Unternehmen haben die Auflagen bisher geschluckt, weil sie dafür Zugang zu einem riesigen Markt bekamen. Zudem bricht China mit den Zöllen kein Recht. Das Land ist seit 2001 Mitglied der Welthandelsorganisation im Status eines Entwicklungslandes, dem protektionistische Maßnahmen im festgelegten Rahmen erlaubt sind. Doch es häufen sich Zeichen, dass vor allem die Duldsamkeit der Amerikaner zu Ende geht. Im Weißen Haus regiert ein Präsident, der seinen Wahlsieg der weißen Arbeiterschaft aus den alten Industrie- und Autohochburgen von Michigan, Ohio und Pennsylvania verdankt. Sie fühlt sich als Verlierer des Handels mit China. Wenn Donald Trump in dieser Woche mit Chinas Präsident Xi Jinping in Florida zusammenkommt, wird er die Beschränkungen für die Autoindustrie zum Thema machen, heißt es.

          Amerikas Widerstand gegen China

          Das Klima in Amerika hat sich geändert, nicht erst seit Trump mit seiner nationalistischen Wirtschaftsagenda Furore macht. Der Handel mit China habe wichtige Fürsprecher in den Vereinigten Staaten verloren, sagt Daniel Ikenson, Handelsexperte der Denkfabrik Cato. Die Chinesen seien nicht schuldlos an dieser Entwicklung.

          Widerstand gegen die Konkurrenz aus Fernost ist in Amerika alt. Er wurde von Gewerkschaften und Branchen getragen, die unter dem Wettbewerb mit China litten. Doch gleichzeitig warben vor allem Amerikas multinationale Konzerne für eine gemäßigte Politik, um die Chancen in China nicht zu verderben. Geostrategische Überlegungen und die Hoffnung auf die demokratisierende Wirkung des Handels beeinflussten die amerikanischen Regierungen ebenfalls. Und schließlich argumentierten die Ökonomen für die ewigen Vorzüge des Handels. Das Ergebnis war eine Handelspolitik, die auf die Öffnung zielte, chinesische Importe ins Land ließ und zugleich mit Argwohn darauf achtete, dass sich China selbst öffnete. Aus amerikanischer Perspektive kam China den Forderungen nach Marktöffnung vor allem in der ersten Dekade nach. So senkte China seine Zölle auf neun Prozent im Schnitt.

          Doch spätestens seit der Finanzkrise hat sich die Beziehung verschlechtert, sagt Ikenson. Die amerikanische Industrie- und Handelskammer veröffentlichte 2009 zwei Berichte. Der eine bündelte die Klagen über Chinas wachsenden Protektionismus: Amerikaner klagten über Intransparenz der Regulierung in China, Schwierigkeiten, ihr Recht durchzusetzen, und Bevorzugungen heimischer Konkurrenten. Brisanter noch war der zweite Report: Er beschrieb ein Netzwerk chinesischer Industriepolitiken mit dem Ziel, nationale Champions mit „geborgter“ westlicher Technik zu entwickeln.

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