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Corona-Krise in Amerika : Eine Rezession mit tiefen Narben droht

Essensausgabe in Brooklyn: Arbeitslosigkeit trifft in Amerika vor allem die Ärmeren. Bild: AFP

Der Chef der amerikanischen Notenbank, Jerome Powell, verlangt neue Finanzspritzen vom Kongress in Billionenhöhe. Er befürchtet, dass die Pandemie-Wunden der Volkswirtschaft langsamer heilen als angenommen.

          3 Min.

          Der Chef der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed), Jerome Powell, hat mit einer aufrüttelnden Rede die Sorge genährt, die Vereinigten Staaten könnten in einer langanhaltenden Rezession verharren, sollte der Kongress nicht schnell und entschlossen weitere Billionen in die Volkswirtschaft injizieren. Das Repräsentantenhaus hatte zuvor ein neues Rettungspaket im Volumen von drei Billionen Dollar vorgestellt. Die Gesetzesinitiative, die allein von demokratischen Abgeordneten gestützt wird, hat allerdings keine Chance, vom Senat aufgegriffen zu werden. Führende Senatoren und Präsidentenberater wollen erst einmal abwarten, ob und wie gut die bereits verabschiedeten Rettungspakete greifen. Die bisherigen wirtschaftspolitischen Maßnahmen seien zeitgerecht und angemessen groß gewesen, sagte Powell. „Doch sie sind vermutlich nicht das letzte Kapitel.“

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Der Fed-Chef fürchtet ein Phänomen, das unter dem Begriff Hysteresis Eingang in die ökonomische Forschung gefunden hat: Es besagt, dass Schocks wie die aktuelle Krise viel tiefere Narben in der Volkswirtschaft hinterlassen und viel langsamer heilen als lange angenommen. Das droht, wenn die Arbeitslosigkeit zu lange dauert und damit das Kapital der Arbeitnehmer, praktische Erfahrung und Wissen, entwertet. Sie müssen sich mit niedrigeren Löhne arrangieren, wenn die erholte Wirtschaft wiedereinstellt. Eine Untersuchung der University of Chicago bekräftigt die Befürchtungen: Die Forscher rechnen damit, dass 42 Prozent der gestrichenen Stellen für immer verloren sind.

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