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Streit der Supermächte : „Amerika beginnt den größten Handelskrieg der Geschichte“

  • Aktualisiert am

Container werden im Hafen von Savannah verladen. Bild: AP

Donald Trump hat Milliardenzölle gegen China in Kraft gesetzt. Die Reaktion aus Peking folgt prompt. Und dann steht eine neue, noch größere Zahl im Raum.

          Der Handelskonflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt eskaliert: Nachdem in den Vereinigten Staaten neue Zölle auf chinesische Einfuhren im Volumen von 34 Milliarden Dollar in Kraft getreten sind, kündigt die Führung in Peking einen „notwendigen Gegenangriff“ an. Der Sprecher des chinesischen Handelsministeriums sagte, Amerika hätte nun „den größten Handelskrieg in der Wirtschaftsgeschichte“ eingeläutet. Als Reaktion verhängte die Regierung in Peking ihrerseits Sonderabgaben auf Einfuhren aus den Vereinigten Staaten. Diese seien „sofort in Kraft getreten“, sagte der Sprecher des Außenministeriums.

          Seit Mitternacht Washingtoner Zeit gelten die Einfuhraufschläge in Höhe von 25 Prozent auf 818 Güter aus China. Vor allem technische Produkte, die in Amerika weiterverarbeitet werden, werden mit Zöllen belastet. Chinas Regierung hat bereits zuvor angekündigt, im gleichen Umfang unmittelbar zurückzuschlagen: Sie avisiert amerikanische Agrargüter, Autos und Rohöl. Die deutschen Autohersteller BMW und Daimler sind besonders stark davon betroffen – mit ihren amerikanischen Werken sind sie die größten Autoexporteure noch vor den amerikanischen Herstellern. Insgesamt sind von den chinesischen Maßnahmen 545 amerikanische Produkte betroffen, berichtet die staatliche Zeitung „China Daily“.

          „Die Vereinigten Staaten haben die Regeln der Welthandelsorganisation verletzt“, teilte das chinesische Handelsministerium mit. Die Zölle bedrohten „globale Lieferketten und Wertschöpfungsketten, behindern die globale wirtschaftliche Erholung, lösen Verwerfungen an den Märkten aus und verletzen mehr unschuldige multinationale Konzerne, Unternehmen und Konsumenten“.

          Streit an vielen Fronten

          Ein Ende ist indes nicht absehbar, im Gegenteil. Der amerikanische Präsident Donald Trump, der schon während seines Wahlkampfes gegen China wetterte, hat nun noch einmal bekräftigt, das dies erst der Anfang sei. „Wir weitere 16 (Milliarden) in zwei Wochen“, sagte er während des Fluges zu einer Wahlkampfveranstaltung in Montana und ergänzte: „Und dann sind wir, wie bekannt ist, auf weitere 200 Milliarden eingestellt, und nach den 200 Milliarden sind wir auf 300 Milliarden eingestellt.“ In Summe ergäben sich dieser Rechnung zufolge Zölle auf ein Importvolumen von 550 Milliarden Dollar, was die gesamte Wareneinfuhr der Vereinigten Staaten aus China im vergangenen Jahr übersteigt.

          Welche Güter die amerikanische Regierung als nächstes anzielt, ist noch nicht geklärt. Generell geht es aber um Produkte aus der Luftfahrtindustrie, der Informationstechnik, dem Maschinenbau und um Autoteile. Sie will damit die aggressive Politik Chinas kontern, die sich unter anderem in Pekings „Made in China 2025“-Programm widerspiegelt. Endprodukte aus China dagegen, die amerikanische Konsumenten direkt treffen könnten, sind weitgehend ausgenommen: Flachbildfernseher, Handys und Smartphones werden zunächst nicht mit Importzöllen belegt.

          Volkswirte befürchten, dass sich der Konflikt zwischen China und den Vereinigten zu einem unkontrollierbaren Handelskrieg auswächst. Die Fachleute des Internationalen Währungsfonds (IWF) sehen die betroffenen Handelsvolumina zumindest derzeit noch als zu klein an, als dass dies allein zu größeren Problemen für die Weltwirtschaft führen könnte. Allerdings werden Effekte durch die Verunsicherung der Märkte und eine immer weiter rotierende Eskalationsspirale befürchtet. Ein Blick auf die Börsen bestätigt das bereits: Wer zu Jahresbeginn etwa auf den amerikanischen Leitindex Dow Jones setzte, hat bislang sein Engagement nicht mehren können. Anteile an Industrieunternehmen wie dem Baumaschinenhersteller Caterpillar haben sogar deutlich an Wert eingebüßt-

          Als problematische gilt das besonders auch deswegen, weil Trump nicht nur China ins Visier genommen hat, sondern auch die Europäer – speziell Deutschland – und die beiden Nachbarländer Mexiko und Kanada. Zölle auf Stahl und Aluminium hat er bereits erlassen.

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