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Amazonasbrände : Bolsonaro bezweifelt Aufrichtigkeit der G-7-Soforthilfen

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Brände im Amazonasregenwald Bild: obs

Die G-7-Staaten haben Brasilien 20 Millionen Euro Soforthilfe im Kampf gegen die Brände im Amazonasgebiet zugesagt. Mit dem Geld sollen Löschflugzeuge finanziert werden. Doch Präsident Bolsonaro stellt die Uneigennützigkeit der Spende in Frage.

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          Brasiliens Präsident Jair Messias Bolsonaro sieht das Angebot der Soforthilfe der G-7-Staaten wegen der Amazonsbrände kritisch. Er bezweifelt, dass der Beschluss für die Waldbrandbekämpfung uneigennützig sei, berichten Medien am Montag. „Was wollen die dort?“, kommentierte Bolsonaro mit Blick auf das G-7-Engagement.

          Im Kampf gegen die schweren Waldbrände in der Amazonasregion hatten die G-7-Staaten rund 20 Millionen Euro an Soforthilfen zugesagt. Damit sollten vor allem Löschflugzeuge finanziert werden, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Montag beim Gipfeltreffen der wichtigen Industrieländer im Seebad Biarritz. Zudem einigten sich die Länder auf einen Wiederaufforstungs-Plan.

          Doch Bolsonaro kritisierte den französischen Präsidenten wieder heftig: „Macron verspricht die Hilfe von reichen Ländern für den Amazonas. Als ob irgendjemand armen Leuten hilft, ohne etwas im Gegenzug dafür zu bekommen. Wer hat es wohl auf Amazonien abgesehen? Bereits in der Vergangenheit hatte Bolsonaro jegliche ausländische Einmischung als kolonialistische bezeichnet.

          Fast 80.000 Brände seit Jahresbeginn

          Die Gelder der G-7-Staaten kommen zu mehr als der Hälfte von Großbritannien – das Land hatte zuvor eine Finanzspritze von umgerechnet elf Millionen Euro angekündigt. Macron sagte bei dem gemeinsamen Auftritt mit dem chilenischen Präsidenten Sebastián Piñera, über die Wiederaufforstung des Regenwaldes solle bei der UN-Vollversammlung Ende September weiter beraten werden. Zuvor hatte Macron Bolsonaro mit einer Blockade des EU-Freihandelsabkommens mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten gedroht.

          Unter dem internationalen Druck verlegte Brasilien dann am Sonntag zwei Transportflugzeuge vom Typ Hercules C-130, die je 12.000 Liter Wasser transportieren und ablassen können. Die beiden Maschinen sind von Porto Velho im besonders schwer betroffenen Bundesstaat Rondonia aus im Einsatz und überfliegen die Brandgebiete in geringer Höhe. Rund 43.000 Soldaten unterstützen die Löscharbeiten.

          Nach Angaben des brasilianischen Weltraumforschungsinstituts Inpe belief sich die Zahl der Brände seit Jahresbeginn am Samstag auf 79.513, ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu früheren Jahren.

          Die Feuer haben international für besorgte Reaktionen sowie Kritik an der Regierung von Präsident Bolsonaro gesorgt. In Rio de Janeiro protestierten rund 2000 Menschen gegen den Staatschef. Kritiker werfen ihm vor, die Brandrodung durch Landwirte tatenlos hinzunehmen oder diese gar zu billigen.

          Bundesregierung will mit Brasilien sprechen

          Kolumbien kündigte an, den Vereinten Nationen einen regionalen Pakt für den Schutz des Regenwaldes vorzuschlagen. Präsident Iván Duque sagte am Sonntag, er wolle den Pakt im September vor der UN-Vollversammlung präsentieren. Zwar gebe es in seinem Land derzeit keine Waldbrände vom gleichen Ausmaß wie in Brasilien; die Amazonas-Länder müssten sich aber vorbereiten.

          Schon am Sonntag hatten die G-7-Chefs in Biarritz finanzielle und technische Hilfe in Aussicht gestellt. Den G-7-Staaten gehören neben Deutschland und Frankreich auch Großbritannien, Italien, die Vereinigten Staaten, Kanada und Japan an. Macron hatte den chilenischen Präsidenten neben anderen Vertretern von Schwellenländern wie Indien und Ägypten zu dem Gipfel dazugeladen.

          Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock begrüßte zwar die Verabredung der G-7-Staaten vom Wochenende, Hilfe bei der Bekämpfung der verheerenden Waldbrände am Amazonas zu leisten, verlangte aber mehr Druck der Bundesregierung auf Brasilien. „Die Passivität der Bundesregierung ist nicht zu ertragen“, sagte sie und ergänzte: „Im Prinzip nur Schweigen zum Walde.“

          Der Druck auf Brasilien „muss wachsen, um die Zerstörung des Regenwaldes zu stoppen“. Die Bundesregierung solle dem Beispiel Frankreichs und Irlands folgen und das EU-Freihandelsabkommen mit dem südamerikanischen Wirtschaftsblock Mercosur blockieren.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte in Biarritz angekündigt, die Bundesregierung werde „noch Kontakt mit Brasilien aufnehmen, um die Dinge darzustellen aus unserer Sicht“. Sie mahnte ein abgestimmtes Vorgehen an: „Die Lunge unserer gesamten Erde ist betroffen, deshalb müssen wir auch gemeinsame Lösungen finden.“

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