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Bond und „Rocky“ : Warum Amazon jetzt MGM kauft

Zukunft gesichert: Amazon übernimmt das traditionsreiche Filmstudio Bild: Reuters

Der Online-Händler zahlt mehr als acht Milliarden Dollar – und bekommt die Rechte an 4000 Filmen und 17.000 Fernsehshows.

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          Das traditionsreiche Hollywood-Studio Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) wird künftig dem Online-Händler Amazon.com gehören. Die Transaktion, über die schon in der vergangenen Woche spekuliert wurde, ist am Mittwoch offiziell verkündet worden.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Amazon zahlt 8,45 Milliarden Dollar für MGM. Es ist die zweitteuerste Übernahme in der Geschichte des Konzerns nach der Lebensmittelkette Whole Foods, die im Jahr 2017 für mehr als 13 Milliarden Dollar gekauft wurde. Amazon bekommt damit Zugriff auf eine Bibliothek von mehr als 4000 Filmen, darunter als Kronjuwel die „James Bond“-Reihe und Klassiker wie „Rocky“.

          Herr der Ringe

          MGM hat auch einige mit Spannung erwartete Filme in der Vorbereitung, etwa „House of Gucci“ mit Lady Gaga. Zum Katalog gehören auch 17.000 Fernsehshows, zum Beispiel „The Handmaid’s Tale“ und „Fargo“. Mit dem Zukauf stärkt Amazon seinen Streaming-Dienst Prime Video, der mit Plattformen wie Netflix oder Disney+ konkurriert.

          Der Konzern verfolgt mit seinem Film- und Fernsehangebot eine etwas andere Strategie als seine Wettbewerber. Es ist Teil des Kundenbindungsprogramms Prime, das ursprünglich in erster Linie ein Versandangebot war, das Abonnenten gegen eine jährliche Gebühr besonders schnelle Auslieferung ihrer Bestellung ermöglichte. Die mehr als 200 Millionen Prime-Abonnenten sind für den Online-Händler eine besonders attraktive Klientel, denn sie kaufen überdurchschnittlich viel bei ihm ein. Mit dem Videodienst versucht der Konzern, einen weiteren Anreiz zu schaffen, Prime-Kunde zu werden.

          Verglichen mit den großen Rivalen wie Netflix gilt das Angebot an Inhalten auf Prime Video bislang noch als schwach, aber der Konzern versucht in jüngster Zeit zunehmend, dies zu ändern. Er hat zuletzt viel Geld für die Rechte an zugkräftigen Filmen wie „Der Prinz aus Zamunda 2“ oder „Borat Anschluss Moviefilm“ gekauft, und er lässt derzeit eine Fernsehserie auf Basis der „Herr der Ringe“-Romane produzieren, die 465 Millionen Dollar für eine einzige Staffel kosten soll.

          Er hat auch Milliardenbeträge für Sportrechte ausgegeben und damit ein bislang von Netflix nicht besetztes Gebiet erschlossen. Der Milliardenzukauf von MGM ist nun ein weiterer Weg für Amazon, um das Angebot auszuweiten. MGM zählt zu berühmtesten Hollywood-Studios und wurde schon 1924 gegründet. Es blickt aber auch auf eine wechselhafte Geschichte zurück und musste 2010 Insolvenz anmelden. Die jüngste und wegen der Corona-Krise verzögerte „James Bond“-Episode mit dem Titel „Keine Zeit zu sterben“ soll in diesem Herbst in die Kinos kommen.

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