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Amanda Staveley : Die Netzwerkerin für die Scheichs

Amanda Staveley Bild: Bloomberg

Amanda Staveley, eine schillernde Beraterin, fordert von der Barclays-Großbank 1,5 Milliarden Pfund für die Vermittlung eines Rettungsdeals. Ihre Rolle ist aber stark umstritten. Nun muss schon ein erster Bankenlobbyist zurücktreten.

          4 Min.

          Es ist der Wirtschaftsprozess, über den in den Londoner City dieser Tage viel diskutiert und getuschelt wird. Würde die Klägerin vor dem High Court recht bekommen, droht der Barclays-Bank eine riesige Strafzahlung. Amanda Staveley fordert 1,5 Milliarden Pfund (1,7 Milliarden Euro) „Entschädigung“ von der Großbank, der sie nach eigenen Angaben in der Finanzkrise vor zwölf Jahren den rettenden Kontakt zu arabischem Geld vermittelte. Die 47-jährige Beraterin und Gründerin von PCP Capital Partners gibt sich siegesgewiss, die Rechtsanwälte von Barclays nennen ihre Forderung „auf Sand gebaut“.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Im Oktober 2008, auf dem Höhepunkt der Finanzkrise, hatten Investoren aus Qatar und Abu Dhabi der angeschlagenen Bank 7,3 Milliarden Pfund Kapitalspritzen gegeben und Barclays damit eine Verstaatlichung erspart. Scheich Mansour Bin Zayed Al Nahyan, Mitglied der Herrscherfamilie von Abu Dhabi, steuerte umgerechnet mehr als 3 Milliarden Pfund bei und erwarb damit einen 16-Prozent-Anteil an Barclays. Im Kern geht der Rechtsstreit nun um zwei Fragen: Wie groß war die Rolle der damals erst 35-jährigen Amanda Staveleys bei der Vermittlung der Kapitalspritze aus Abu Dhabi? Und hat Barclays ihr dieselben finanziellen Konditionen versprochen wie den Hauptinvestoren aus Qatar, dem Staatsfonds und einem Scheich aus der Al Thani-Familie? Das bestreitet die Bank.

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