https://www.faz.net/-gqe-9zp9b

„Staatliche Gängelei“ : Altmaier gegen Recht auf Homeoffice

  • Aktualisiert am

Arbeiten von zu Hause aus - für viele Beschäftigte ist das seit diesem Jahr die neue Normalität. Bild: dpa

Was Bundesarbeitsminister Heil gesetzlich verankern will, hält der Wirtschaftsminister für unnötig: Ein Recht, von zu Hause aus zu arbeiten. Die FDP bekräftigt einen Vorschlag, um Betroffene bei der Steuer zu entlasten.

          1 Min.

          Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat sich gegen ein gesetzlich verankertes Recht auf Arbeit von zu Hause ausgesprochen. Der CDU-Politiker sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Wir brauchen vor allem weniger Bürokratie, nicht immer neue staatliche Garantien. Ich bin überzeugt, dass viele Betriebe von sich aus mehr Homeoffice ermöglichen, aber es passt eben nicht überall, vor allem wenn der direkte Kontakt zu Kunden und Mitarbeitern notwendig ist.“

          Altmaier sagte, er habe volles Vertrauen in Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Betriebsräte, dass vor Ort die richtigen Lösungen gefunden werden. „Staatliche Gängelei wäre grundfalsch.“

          Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte angekündigt, er wolle das Recht auf Arbeit von zu Hause aus gesetzlich verankern und bis zum Herbst dazu ein neues Gesetz vorlegen. Aus der Union und der Wirtschaft gab es dazu skeptische Stimmen.

          FDP fordert weiter 100 Euro Steuerpauschale

          Angesichts der Corona-bedingten Verlagerung von Büroarbeit nach Hause erneuerte die FDP ihre Forderung nach einer Homeoffice-Pauschale für Arbeitnehmer in Höhe von 100 Euro pro Monat. „Wir brauchen auch stärkere finanzielle Entlastungen für Berufstätige, die im Homeoffice arbeiten“, sagte der FDP-Finanzexperte Markus Herbrand der „Rheinischen Post“.

          Zusätzlich 100 Euro pro Monat steuerlich geltend zu machen, sei „der richtige Ansatz, den Bürgerinnen und Bürgern unter die Arme zu greifen“, sagte Herbrand. Es sei ein „schwacher Trost“, wenn manchmal ein Arbeitszimmer steuerlich abgesetzt werden könne. „Ob Arbeiten in der Küche oder im Arbeitszimmer – hier müssen wir moderner werden“, forderte Herbrand. Arbeitsplätze seien mittlerweile vielfältig geworden, das müsse sich auch im Steuersystem widerspiegeln.

          Die Bundesregierung verfügt über keine aktuellen Daten, in welchem Umfang das Homeoffice genutzt wird, wie aus einer Antwort auf eine kleine Anfrage des FDP-Politikers hervorgeht.

          Weitere Themen

          Eckhard Schulz stellt sie noch her

          Steeldrums : Eckhard Schulz stellt sie noch her

          Der Dortmunder ist ein Urgestein des Instrumentenbaus. Er erzählt, wie es dazu kam, dass er Steeldrums baut und die inzwischen so angesagten Handpans.

          Topmeldungen

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Ende April in Berlin

          Machtkampf in der Union : Das Ende der Zerrissenheit?

          Merkel und Söder schrauben sich und ihre Parteien laut Umfragen in ungeahnte Höhen. Die Suche nach einem CDU-Vorsitzenden und einem Kanzlerkandidaten macht das immer schwerer.
          Proteste in Mailand Ende Mai

          Corona in der Lombardei : Alles, nur kein Massengrab

          Nirgendwo in Italien starben so viele an Corona wie in der Lombardei. Längst wird debattiert, wer dafür die Verantwortung trägt - der Regionalpräsident steht längst unter Polizeischutz.
          Wohin soll das Geld gehen? Jakob Blasel sagt: in die Zukunft. Zum Beispiel in die Windkraft.

          Fridays for Future : Verspielt nicht unseren Wohlstand!

          Die Corona-Krise trifft die Wirtschaft hart. Deutschland wird Unternehmen retten müssen. Fridays-for-Future-Aktivist Jakob Blasel sagt: Da hat die junge Generation ein Wörtchen mitzureden. Sie zahle ja auch die Zeche. Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.