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Alterssicherungsbericht : Staatsdiener sind im Alter gut versorgt

          2 Min.

          Beamte, Abgeordnete und Minister sind im Alter um ein Vielfaches besser abgesichert als Rentner. Das geht aus dem neuen Alterssicherungsbericht der Bundesregierung hervor, der Ende November im Kabinett beschlossen werden soll. Der alle vier Jahre erscheinende Bericht gibt Auskunft über die Entwicklung von Renten und Pensionen. Nach dem neuen Bericht bezog ein Rentner in den alten Ländern 2011 im Durchschnitt 985 Euro im Monat, in den neuen Ländern 1079 Euro. Eine Rentnerin im Westen bekam 484 Euro, im Osten 715 Euro. Die höheren Renten in den neuen Ländern erklären sich laut Alterssicherungsbericht aus den längeren Erwerbs- und Anrechnungszeiten. Im letzten, 2008 veröffentlichten Alterssicherungsbericht lag die Durchschnittsrente der Männer noch bei 963 Euro im Westen und 1066 Euro im Osten. Frauen bekamen damals 456 Euro (West) und 669 Euro (Ost).

          Kerstin Schwenn
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Deutlich besser als den Beziehern einer gesetzlichen Rente geht es jedoch nach dem Alterssicherungsbericht, aus dem auch die „Bild“-Zeitung zitiert, ehemaligen Beamten. Ein Pensionär des Bundes bekam nach den jüngsten Erhebungen von 2011 im Durchschnitt 2750 Euro Pension, ein ehemaliger Landesbeamter 2940 Euro und ein Gemeindebeamter 2840 Euro Pension im Monat. Damit ist die Kluft zwischen Rentnern und Versorgungsempfängern in den letzten vier Jahren noch größer geworden. Der Bericht von 2007 wies Durchschnittspensionen von 2580 Euro (Bund), 2850 Euro (Länder) und 2680 Euro (Gemeinden) aus. Selbst die Hinterbliebenenversorgung ist nach dem Bericht höher als die gesetzliche Rente. So bezog eine Bundesbeamten-Witwe im Schnitt 1580 Euro, eine Landesbeamten-Witwe 1690 Euro.

          Noch besser sind nur ehemalige Politiker im Ruhestand versorgt. Der Bundestag zahlt seinen rund 800 Abgeordneten-Pensionären im Durchschnitt 3004 Euro Pension. Auch die Länder versorgen ihre früheren Politiker gut. So bekommen ehemalige Abgeordnete in Bayern 3126 Euro, in Baden-Württemberg 2792 Euro und in Rheinland-Pfalz 2724 Euro. Nur in den Teilzeit-Parlamenten der Stadtstaaten Hamburg (314 Euro) und Bremen (977 Euro) fallen die Pensionen relativ niedrig aus. Insgesamt zahlen Bund und Länder rund 112 Millionen Euro im Jahr für die Pensionen der Abgeordneten und ihrer Hinterbliebenen. Hinzu kommen für 258 ehemalige Minister und 133 Hinterbliebene in Bund und Ländern Pensionsausgaben von 40,7 Millionen Euro.

          Leicht vergleichen lassen sich die Alterssicherungssysteme indes nicht: Mehr als zwei Drittel der Pensionäre waren im höheren und gehobenen Dienst und verdienten überdurchschnittlich; so fallen auch die Pensionen höher aus. Außerdem belasten die Ausgaben für die Kranken- und Pflegeversicherung ehemalige Staatsdiener im Schnitt stärker. Unterschiedliche Belastungen kommen derzeit noch aus einer unterschiedlichen Besteuerung von Renten und Pensionen. Ferner erhalten Angestellte im öffentlichen Dienst in der Regel eine Zusatzversorgung, Beschäftigte in der Wirtschaft können zusätzlich Betriebsrenten beziehen. Diese sind im Bericht nicht berücksichtigt.

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