https://www.faz.net/-gqe-yr47

Alternative Währungen : Fragen und Antworten zum Regiogeld

  • Aktualisiert am

Ist es legal, in Deutschland alternative Währungen zum Euro zu schaffen? Welche Regeln muss man dabei einhalten? Sind alternative Währungen fälschungssicher? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema Regionalgeld.

          2 Min.

          Wie sieht der Umgang im Alltag aus?

          Die Regionalwährungen gibt es in Form von Papiergutscheinen, sowie in elektronischer Form auf Konten. An Anlaufstellen können Verbraucher Euro 1:1 in die regionale Währung umtauschen und dann bei allen teilnehmenden Geschäften damit bezahlen. Die Einheiten der Gutscheine reichen in der Regel von 1, 2, 5, 10, 20 bis zu 50. Da es bei den meisten Regiogeld-Initiativen kein Münzgeld gibt, werden ungerade Beträge in Euro-Cent ausbezahlt. Ebenfalls ist in einigen Regionen eine elektronische Zahlung möglich.

          Wie wird der Umlauf von Regiogeld gesichert?

          Zum Einen wird der Umlauf-Impuls durch eine Tauschgebühr für Unternehmen gesichert, zum Anderen auch durch den Wertverlust der Regiowährung. Beim Chiemgauer wirken beispielsweise als Umlauf-Impuls zwei Prozent Wertverfall pro Quartal. Verbraucher, die mit dem Chiemgauer bezahlen, müssen alle drei Monate eine Marke im Wert von zwei Prozent des jeweiligen Chiemgauer erwerben und aufkleben, damit er seinen Wert beibehält. Nur Unternehmen können den Chiemgauer in Euro zurücktauschen.

          Wie fälschungssicher sind Regionalwährungen?

          Laut dem Chiemgauer e.V wurde der Chiemgauer noch nie gefälscht. Dafür sorgen der soziale Grundgedanke, sowie Sicherheitsmerkmale auf den Scheinen. Die wichtigsten Sicherheitsmerkmale sind:
          - Silberaufschrift
          - Echtes Wasserzeichen
          - Seriennummer in Kopierschutzfarbe
          - UV-Licht-Sicherung in mehreren Farben
          - Prägung der ersten Wertmarke
          - Spezialpapier

          Sind Regionalwährungen legal?

          Die Bundesbank toleriert die Regionalwährungen. Auf dem Regiogeld ist der Vermerk „Gutschein“ abgedruckt - es ist also kein Geld im herkömmlichen Sinne. Um mit dem Regiogeld handeln zu können, müssen die Bürger Mitglieder der jeweiligen Vereine sein.

          Werden automatisch alle sozialen Vereine Unterstützt?

          Auch hier gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Regiogeldern. In der Regel können sich die Verbraucher ihre Wunschprojekte aus einer Liste aussuchen, oder neue Einrichtungen vorschlagen. Auch können die zu unterstützenden Projekte jederzeit gewechselt werden. Um Unterstützung durch die Regiogeld-Initiative zu erhalten, muss man in jedem Fall Mitglied der Initiative sein. Dies gilt auch für die Verbraucher.

          Wer verdient an den Regionalgeldern?

          Überschüsse werden gemeinnützigen Projekten gespendet oder für die Betriebskosten (zum Beispiel Druck der Gutscheine) verwendet. Laut Angaben des Regiogeld e.V. erzielen die einzelnen Regiogeld-Initiativen keine Gewinne. Den ehrenamtlichen Mitarbeitern werden entstehende Sachkosten ersetzt. Auch gibt es Arbeitsverhältnisse in Form von Mini-Jobs, die durch Überschüsse gedeckt werden.

          Wo gibt es allgemeine Informationen zu Regionalgeldern?

          Der Regiogeld e.V. informiert auf seiner Webseite www.regiogeld.de über die Regionalwährungen in Deutschland.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.