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Global Wealth Report 2015 : So reich war die Weltbevölkerung noch nie

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Im Club der Reichen und Schönen: Junge Russen auf dem Weg zur Millionärsmesse in Moskau. Bild: dpa

Der weltweite Reichtum steigt und steigt. Gleich drei Mal könnten die privaten Haushalte sämtliche Staatsschulden der Welt tilgen. Doch die Vermögen sind weiter sehr ungleich verteilt.

          Die Menschen um den Globus sind so reich wie nie. Ein Rekord jagt den nächsten: Das private Vermögen weltweit übersteigt erstmals die Marke von 100 Billionen Euro, Chinas privates Vermögen übertrifft das von Japan und erstmals gehören mehr als eine Milliarde Menschen zur Vermögensmittelklasse. Das geht aus dem Global Wealth Report 2015 hervor, den die Allianz am Dienstag vorstellte.

          Die Allianz analysierte die Vermögens- und Schuldenlage der privaten Haushalte in über 50 Ländern. 2014 wuchs das Brutto-Geldvermögen der privaten Haushalte um 7,1 Prozent. Damit konnte ein ähnlich starkes Wachstum erzielt werden wie in den Jahren zuvor. Laut Allianz wird dieses Wachstum vor allem durch gesteigerte Sparanstrengungen getragen. Selbst die Amerikaner sparen wieder mehr. Nur Europa hinkt bei den Einsparungen noch etwas hinterher. Damit zeigen sich die Vermögenden scheinbar unbeeindruckt von rekordtiefen Zinsen.

          Vermögen weiter ungleich verteilt

          In Asien und Amerika sorgten auch die Aktienmärkte für einen Vermögenszuwachs. In Westeuropa hingegen trennten sich die Haushalte im dritten Jahr in Folge von Wertpapieren. Die Allianz wertet das als Indiz für die noch nicht verarbeitete Finanzkrise in Europa.

          Mit 136 Billionen Euro übertrifft das Privatvermögen erstmals den Wert aller weltweit an der Börse gelisteten Unternehmen. Außerdem könnten die privaten Haushalte alle Staatsschulden der Welt gleich dreifach tilgen, sagte Oliver Bäte, Vorstandsvorsitzender der Allianz. „Viele Beobachter werden diese Zahl als Beleg für die viel beschworene Ersparnisflut interpretieren“, sagte Michael Heise, Chef-Volkswirt der Allianz, bei der Präsentation der Studienergebnisse.

          In Deutschland legte das private Brutto-Geldvermögen mit 4,2 Prozent zwar etwas langsamer zu. „Angesichts der immer noch höchsten Sparquote in Europa ist diese Entwicklung eher enttäuschend“, so Heise. Das zeige, die deutschen Haushalte beim Sparen weiterhin risikoscheu seien. Doch auch hierzulande häufen die Menschen ungeachtet der mickrigen Zinsen immer größere Geldvermögen an. Nach früheren Zahlen der Bundesbank steig das private Geldvermögen von 5,072 Billionen Euro Ende 2014 im ersten Quartal 2015 kräftig auf 5,212 Billionen Euro.

          Das Vermögen ist allerdings ungleich verteilt. „Durchschnittlich entfallen in den von uns untersuchten 53 Ländern auf die ärmere Bevölkerungshälfte nur etwa fünf Prozent der Vermögenswerte.“ Auch das regionale Vermögenswachstum war sehr unterschiedlich. Den größten Vermögenszuwachs konnte wie auch schon zuvor die Region Asien verbuchen. Hier legte das Netto-Geldvermögen um 18,2 Prozent zu. Das ist insbesondere auf den rasanten Anstieg des Wertpapiervermögens besonders in China zurückzuführen. In den beiden weiteren Wachstumsregionen, Lateinamerika und Osteuropa, verlief die Entwicklung dagegen deutlich langsamer. Hier erhöhte sich das Netto-Geldvermögen nur um 4,2 Prozent (Lateinamerika) und 8,6 Prozent (Osteuropa).

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