https://www.faz.net/-gqe-87dwt

30- bis 59-Jährige : Die Generation der Zufriedenen

  • Aktualisiert am

Die „Generation Mitte“ und ihre Kinder: Laut Statistik umfasst die Gruppe der 30- bis 59-Jährigen rund 35 Millionen Personen, die knapp zwei Drittel der Erwerbsbevölkerung stellen und 82 Prozent der steuerpflichtigen Einkünfte erwirtschaften. Bild: Picture-Alliance

Die „Generation Mitte“, das sind 35 Millionen Deutsche zwischen 30 und 59 Jahren. Sie sind die Leistungsträger der Gesellschaft - und mit ihrem Leben gerade ziemlich glücklich. Jeder Zwanzigste rechnet mit einem Erbe von mehr als 300.000 Euro.

          Die sogenannte mittlere Generation in Deutschland ist mit ihrem Leben einer Umfrage zufolge sehr zufrieden. 91 Prozent der 30- bis 59-Jährigen bewerten die Lebensqualität als gut oder sehr gut. Der Druck zu Veränderungen ist gering, von Wirtschaft und Bundespolitik erwarten sie aber eigentlich mehr. Das geht aus einer am Mittwoch in Berlin vorgestellten Allensbach-Erhebung im Auftrag der deutschen Versicherer hervor.

          „Es gibt wenige Länder auf der Welt, wo so viele die Lebensqualität positiv bewerten“, sagte Allensbach-Meinungsforscherin Renate Köcher. Deutschland sei so anziehend, weil es stabil sei und ökonomisch prosperiere.

          Das wirtschaftliche Umfeld schätzen zwei von drei der 1020 Befragten für ihre Generation als gut oder sehr gut ein. „Die Ängste um die Sicherheit des Arbeitsplatzes sind so gering, wie seit Jahrzehnten nicht mehr“, sagte Köcher. Doch die Wirtschaft sei nicht der einzige Grund für die positive Stimmung. Auch die politische Stabilität trage viel dazu bei.

          Defizite sieht die „Generation Mitte“ der Umfrage zufolge vor allem im Bildungssystem, in der Kriminalität und darin, dass man sich auf das Gesetz nicht verlassen könne. Sie wünscht sich vom Staat weniger Steuern und Abgaben, geringere Unterschiede zwischen arm und reich und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

          Bei der Lebensqualität gibt es aber nach wie vor große Unterschiede zwischen den sozialen Schichten, die die Meinungsforscher anhand von Einkommen, Schulbildung und Beruf bilden. Nur jeder Fünfte in der niedrigsten von drei sozioökonomischen Gruppen gab an, sein Lebensstandard habe sich in den vergangenen fünf Jahren eher verbessert. In der reichsten Gruppe waren es 45 Prozent.

          Fast die Hälfte der Befragten macht sich der Umfrage zufolge Sorgen, dass die Altersvorsorge nicht ausreicht. Auch hier blicken niedrige soziale Schichten pessimistischer in die Zukunft. Zugleich werde auch immer weniger vorgesorgt, sagte Köcher. Frauen sehen ihr Altersvorsorge kritischer als Männer: Während sich bei den Frauen 51 Prozent Sorgen machen um ihre Altersversorgung, sind es bei den Männern nur 44 Prozent.

          41 Prozent der Befragten erwarten eine Erbschaft oder haben bereits geerbt. Fast die Hälfte von ihnen plant dieses Geld auch für den Lebensstandard im Alter fest ein. Die Summe werde aber nicht ausreichen um die Sorgen der „Generation Mitte“ zu beseitigen. Lediglich jeder zwanzigste der zukünftigen Erben rechnet mit einem Nachlass von mehr als 300.000 Euro.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Björn Höcke beim Wahlkampfauftakt der AfD Thüringen

          AfD-Wahlkampf in Thüringen : „Extrem bürgerlich“

          Beim Wahlkampfauftakt der Thüringer AfD in Arnstadt versucht die Partei, sich ein bürgerlich-konservatives Image zu geben. Doch vor allem die Aussagen eines Redners lassen daran Zweifel aufkommen – und es ist nicht Björn Höcke.

          Hoeneß versus ter Stegen : Abteilung Torwartverteidiger

          Das Schauspiel um die deutschen Torhüter geht weiter: Uli Hoeneß macht sich in einem Fernsehinterview die Welt, wie sie ihm für Bayern-Torwart Manuel Neuer gefällt. Er fordert unter anderem von süddeutschen Medien mehr Rückhalt und droht dem DFB.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.