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Alfons Schuhbeck : Der Promi-Pleitier

Alfons Schuhbeck (72), einer von Deutschlands prominentesten Köchen Bild: dpa

Starkoch Alfons Schuhbeck muss für sein Imperium Insolvenz anmelden. Corona sei schuld. Doch es ist nicht der erste wirtschaftliche Fehltritt des Unternehmers.

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          Wer das Phänomen Alfons Schuhbeck verstehen will, findet bei Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt Rat. Der legendäre frühere Mannschaftsarzt des FC Bayern München sagte gerade der F.A.Z.: „Wir waren ja immer auch mit einem Spitzenkoch unterwegs, dem Alfons Schuhbeck.“ Natürlich. Mit wem sonst. Wo andere Sportvereine sich auf Reisen eine Brotdose mitnehmen oder eben mal schnell bei Burger King an der Autobahn halten, hat der FC Bayern seinen Sternekoch dabei.

          Daniel Mohr
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Als wir neulich in der F.A.S. ein großes Stück zu Ingwer gemacht haben, dem Modegewürz schlechthin, konnte Schuhbeck erzählen, dass er Ingwer schon vor 30 Jahren nutzte. Zum Schweinsbraten und heute sogar im Kaffee. Die Spieler des FC Bayern trinken auf Schubecks Rat hin täglich Ingwer. Wo immer man hinschaut, Schuhbeck ist schon da. Und war immer da. Wen trifft unsere Reiseredaktion im fernsten Asien? Alfons Schubeck, der seinen Gewürzen um die ganze Welt hinterher reist. Man möge fast glauben, es gebe ihn mehrmals, bemerkte der Kollege damals, den Fernsehkoch, den Bayern-Koch, den Weltreisenden, den Unternehmer, der mit seinem Imperium die Münchener Innenstadt prägt.

          Nun musste Erfolgsmann und Promifreund Alfons Schuhbeck beim Amtsgericht München Insolvenz anmelden. „Ich bin auf meinem Weg vom Tellerwäscher zum Millionär genauso weit weg vom Tellerwäscher wie vom Millionär“, sagte Schuhbeck einmal. „Ich mach das für mich. Meine Leidenschaft hängt an den Gewürzen.“ Wer das für Understatement hält, kennt Schuhbeck nicht. Was ihn packt, was ihn fasziniert, das macht er.

          Das zeigt auch ein Blick in seinen Gewürzladen in München. Auf drei Etagen wird dort Erlesenes aus aller Herren Ländern angeboten. Eine „orientalisch-barocke Erlebnis-Shoppingwelt“, heißt es, für deren üppige Gestaltung Schuhbeck Kunsthandwerker, Kunstmaler und einen Posamentier anheuerte. Wenn Schuhbeck etwas macht, dann muss das eine Freude sein, für den Gaumen, das Auge, das Herz.

          Stammgast auf der Ehrentribüne des FC Bayern
          Stammgast auf der Ehrentribüne des FC Bayern : Bild: Picture Alliance

          Von einem Imperium wollte Schuhbeck daher auch selbst nie sprechen, wenn es um seine Geschäfte ging. „Nur weil ich dahinten so einen Pamperlladen hab.“ Das interne Rechnungswesen seiner Betriebe war auch nie der entscheidende Ratgeber, der Koch schaute nicht zuerst auf den Profit. Der Betriebswirt fragt sich, wie teuer die Gewürze sein müssen, damit sich so etwas rechnen kann.

          Nun gilt es zu retten, was sich retten lässt. Schuhbeck denkt natürlich zuerst an die Gewürze. Die erwähnt er ausdrücklich in seiner Mitteilung von dieser Woche, als er spürbar leidend verkündete, für seine Betriebe Insolvenz anzumelden. „Für die Gastronomie war der Corona-Lockdown der Todesstoß“, heißt es da. In München fehlen die Touristen. Die Innenstadt sei leer, sagt der Koch. Vom Staat fühlt sich Schuhbeck im Stich gelassen. Die „vollmundig angekündigten Staatshilfen“ seien bei ihm „bis heute ausgeblieben“. Sein Anwalt Sascha König von der Kanzlei König Gauweiler Sauter erklärt zwar, dass kleinere Abschlagszahlungen erfolgt seien. Diese seien aber auf einem Treuhandkonto zwischengeparkt bis zur Klärung der Ansprüche, sagte er im Gespräch mit der F.A.S.

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