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Griechischer Wahlkampf : Tsipras-Vertrauter kämpft mit Korruptionsskandal

  • Aktualisiert am

Alekos Flabouraris Bild: Picture-Alliance

Alekos Flambouraris gilt als „politischer Vater“ von Alexis Tsipras. Und Syriza gilt als die Partei in Griechenland, die mit harten Bandagen gegen die Korruption kämpft. Doch nun kämpft ausgerechnet Flambouraris selbst mit Korruptionsvorwürfen.

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          Kurz vor der Wahl in Griechenland hat Alexis Tsipras damit zu kämpfen, dass einer seiner engsten Vertrauten mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert ist: Alekos Flambouraris, der Tsipras schon seit Studententagen auf seinem Karriereweg begleitet, steht stark unter Druck. Die Vorwürfe gegen den früheren Minister Flambouraris wiegen schwer: Angeblich hat er seine Aktienmehrheit an der technischen Dienstleistungsfirma Diatimisi behalten, obwohl die Regulierung vorsah, dass Kabinettsmitglieder keine Unternehmen besitzen oder betreiben dürfen.  

          Ganz nah dran: Alekos Flambouraris (Mitte) mit Alexis Tsipras (rechts) und dem früheren Arbeitsminister Panos Skourletis (links)
          Ganz nah dran: Alekos Flambouraris (Mitte) mit Alexis Tsipras (rechts) und dem früheren Arbeitsminister Panos Skourletis (links) : Bild: Picture-Alliance

          Die Frage, ob Flambouraris seine Diatimisi-Aktien während seiner Zeit als Minister noch hatte, ist durchaus brisant. Hatte doch das Unternehmen im vergangenen Mai eine öffentliche Ausschreibung gewonnen und einen Auftrag der Regionalverwaltung von Peleponnes an Land gezogen. Vertragswert: 3,9 Millionen Euro. Flambouraris beteuert, zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in das Unternehmen investiert gewesen zu sein. Doch die Vorwürfe gegen ihn halten an, wie mehrere griechische Medien, darunter die Zeitung „Kathimerini“ berichten.

          „Politischer Vater“ von Tsipras

          Flambouraris gilt als „politischer Vater” von Tsipras. Im derzeitigen Wahlkampf gehört er zum engsten Vertrautenzirkel des früheren Regierungschefs. In mehreren Interviews hat er sich in den vergangenen zwei Tagen gegen die Vorwürfe gewehrt. Am Mittwoch legte er Dokumente vor, die beweisen sollen, dass er die Diatimisi-Anteile schon im Januar verkauft habe, als er Minister wurde. Zu diesem Zeitpunkt habe er auch seine Ingenieurs-Lizenz zurückgegeben und seine Unterlagen für den Ruhestand eingereicht, so Flambouraris.

          Die Oppositionsparteien geben sich damit nicht zufrieden und stellen die Stichhaltigkeit der Dokumente infrage. Im Wahlkampf ist der Skandal gefundenes Fressen für die konservative Nea Dimokratia, die zuletzt in den Umfragen teilweise gleichauf mit der linksgerichteten Syriza von Alexis Tsipras lag. Denn es ist das erste Mal, dass ein ehemaliges Syriza-Kabinettsmitglied dem Vorwurf von Interessenskonflikten ausgesetzt ist. Syriza hat sich eigentlich die strikte Bekämpfung der Korruption in Griechenland auf die Fahnen geschrieben und versucht vor der Wahl am Sonntag damit zu punkten.

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