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DIW : Marcel Fratzscher bekommt einen vierten Vorstand

DIW-Präsident Marcel Fratzscher Bild: dpa

Im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung herrscht Unruhe. Jetzt soll ein neuer Mann im Vorstand Frieden bringen.

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          Alexander Kritikos soll neuer Vorstand im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) werden. Nach Informationen der F.A.Z. hat Institutspräsident Marcel Fratzscher intern angekündigt, Kritikos werde dem Kuratorium des Instituts zur Ernennung im November vorgeschlagen. Das DIW hat auf eine Anfrage bislang nicht reagiert.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Kritikos besetzt eine neue Stelle im dann vierköpfigen Vorstand, gemeinsam mit Fratzscher, der Verwaltungschefin Angelica Röhr und dem Leiter des sozio-ökonomischen Panels, Stefan Liebig. Die vierte Stelle wurde auf Anregung einer externen Beratergruppe unter dem Linzer Ökonomen Friedrich Schneider eingerichtet, um das seit Jahren angespannte Verhältnis zwischen Fratzscher und mehreren Wissenschaftlern zu befrieden.

          Kann Kritikos Ruhe ins Institut bringen?

          Offiziell hieß es in dem Bericht der Berater, das vierte Mitglied habe die wesentliche Aufgabe, die Abteilungen untereinander und die Abteilungen mit dem Vorstand wissenschaftlich zu koordinieren. Im jüngsten Evaluierungsbericht der Leibniz-Gemeinschaft hatten zwar die einzelnen Abteilungen durchaus gute Noten bekommen, an der Gesamtorganisation dagegen hatte die Evaluierungskommission Kritik geübt.

          Kritikos hat die Biografie, um so eine Stelle zu besetzen. Im Institut leitet er die Forschungsgruppe „Entrepreneurship“, vor Fratzschers Berufung war Kritikos in den Jahren 2010 und 2011 schon einmal Vizepräsident des DIW. Gegen ihn sprach offenbar vor allem, dass er keine Frau ist. Dem Vernehmen nach genießt er das Vertrauen von Abteilungsleitern und Vorständen. „Sein Name ist für diese Position schon früh gefallen“, sagt Jörg Rocholl, Präsident der Berliner Wirtschaftshochschule ESMT und Mitglied der Beratergruppe.

          Aus dem Kuratorium ist zu hören, Kritikos Chancen auf die Berufung seien gut. Ob damit das Institut zur Ruhe komme, sei allerdings zweifelhaft. Für Fratzschers Verhältnis zum Kuratorium, seinem Aufsichtsgremium, ist offenbar auch die Lösung eines weiteren Konflikts entscheidend. Dabei geht es um die gemeinsame Ausbildung von wissenschaftlichem Nachwuchs mit den Berliner Universitäten. Auch hier gibt es Streit, nicht zuletzt weil sich Fratzscher mit dem Ökonomen Georg Weizsäcker überworfen hat, der in dieser Ausbildung eine wichtige Rolle spielt.

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