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Aktie des Konzerns legt zu : Aktivistischer Investor Elliott offenbar bei Bayer eingestiegen

  • Aktualisiert am

Paul Singer Bild: AP

Was der Hedgefonds des Milliardärs Paul Singer mit Bayer im Schilde führt, blieb zunächst unklar. Der aktivistische Investor hat zuletzt bei Thyssen-Krupp und bei Uniper von sich reden gemacht.

          Der amerikanische Hedgefonds Elliott ist offenbar beim Pharma- und Chemiekonzern Bayer engagiert. Der aktivistische Investor sei vor rund einem Jahr bei Bayer eingestiegen, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Zur Höhe der Beteiligung äußerten sich die Insider nicht. Von einer Schwelle von 3 Prozent an müsste der Investor seine Beteiligung allerdings offenlegen. Elliott habe das Gespräch mit dem Bayer-Vorstand gesucht, doch weder der Vorstandsvorsitzende Werner Baumann noch einer seiner Vorstandskollegen seien bisher dazu bereit gewesen. Elliott lehnte einen Kommentar zu den Informationen ab. Auch ein Sprecher von Bayer machte gegenüber der F.A.Z. keine Angaben zum Sachverhalt.

          Was der Hedgefonds des Investors Paul Singer mit Bayer im Schilde führt, blieb zunächst unklar. Der aktivistische Investor hat zuletzt unter anderem beim Industriekonzern Thyssen-Krupp, beim Energiekonzern Uniper und beim schwächelnden Anlagenbauer Gea von sich reden gemacht. Im Fall des Arzneimittelherstellers Stada machte sich Elliott das deutsche Aktienrecht zunutze, um mit der Übernahme des Unternehmens mehr Geld für sich herauszuschlagen: Erst nachdem die Finanzinvestoren Bain und Cinven ihre Offerte deutlich aufstockten, verkaufte auch der Hedgefonds seine Anteile. Ende Mai hatte Elliott seinen Einstieg beim Industrie-Konzern Thyssen-Krupp bekannt gegeben, auch hier wurde die Schwelle von 3 Prozent nicht überschritten. Elliott hatte damals einen „konstruktiven Dialog“ mit dem Management angekündigt. Im Juni hatte die F.A.Z. dann exklusiv von einem Brief Elliotts an den damaligen Thyssen-Chef Heinrich Hiesinger berichtet, in dem unter anderem die geplante Abspaltung der Stahlsparte kritisiert wurde. Im Juli traten in kurzer Folge zunächst Hiesinger und später auch der Aufsichtsratschef Ulrich Lehner zurück. Letzterer sprach danach öffentlich von „Psychoterror“ gegen das Management aus den Reihen der Aktionäre, was als Angriff auf Elliott und die Investmentgesellschaft Cevian gedeutet wurde. Elliott war auch in anderen Fällen mit rüden Methoden in Verbindung gebracht worden.

          Genug Stoff für Diskussionen bietet auch Bayer. Denn das Management steht nach der milliardenschweren Übernahme von Monsanto und dem Einbruch des Aktienkurses unter Druck. Erst vor kurzem hat Bayer-Chef Baumann angekündigt, rund 12 000 der insgesamt gut 118 000 Arbeitsplätze zu streichen und sich von Geschäftsteilen wie der Tiermedizin zu trennen. Am Freitag Nachmittag reagierte die Bayer-Aktie auf die Meldung des Elliott-Einstiegs mit einem deutlichen Plus.

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