https://www.faz.net/-gqe-a6gv8

Von Quote bis Klimaschutz : Aktivistische Wissenschaftler sind ein Greuel

Seitdem CDU und CSU ihren Widerstand aufgegeben haben, kommt nun eine Frauenquote auch für die Vorstände großer Konzerne. Bild: dpa

Es ist ein Problem, wenn Wissenschaftler in der politischen Auseinandersetzung mit der Autorität ihrer Forschungsleistung so tun, als sei ihre Forderung automatisch die „bessere“. Wer Wissen derart normativ auflädt, erhebt einen Absolutheitsanspruch, der keine Kompromisse vorsieht.

          3 Min.

          Die Frauenquote ist das neueste Beispiel: Lange hatte die große Koalition diskutiert, ob in großen Konzernen künftig ein bestimmter Anteil der Vorstandsmitglieder weiblich sein müsse. Dass es in Berlin schließlich einen Durchbruch gab, schreibt sich auch die Initiative #ichwill auf die Fahne, die zuvor mächtig Druck gemacht hatte. An vorderster Front der Kampagne kämpfte Jutta Allmendinger, die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin. Kurz nach dem Beschluss veröffentlichte die Soziologin auf Twitter ein Foto, auf dem sie eine Flasche Sekt in Siegerpose in die Höhe reckt. Eine Forscherin als erfolgreiche Aktivistin.

          Diese Episode steht beispielhaft für einen besorgniserregenden Trend. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler treten zunehmend als Aktivisten in Erscheinung, die durch Kampagnen oder professionelle PR-Arbeit das politische Geschehen beeinflussen wollen: Unter dem Slogan „Scientists for Future“ haben sich beispielsweise Hunderte Forscher unterschiedlicher Disziplinen mit den Klimaaktivisten um Greta Thunberg verbündet. Sie unterstützen den Klimastreik und stehen bei Kundgebungen auf der Bühne. Ein anderes Beispiel ist die „Heinsberg-Studie“ des Virologen Hendrik Streeck. Sie ist auch deshalb so bekannt, weil NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und die Kommunikationsagentur „Storymachine“ bei der Vermarktung halfen.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Schwerer Gang: Anton Schlecker (Mitte) mit seinen Kindern Meike und Lars im Jahr 2017

          Schlecker-Insolvenz : Der tiefe Fall des Anton Schlecker

          Vor zehn Jahren ging Europas größte Drogeriekette unter. Der schwäbische Patriarch verlor sein Lebenswerk. Ein Lehrstück über Beratungsresistenz, das wohl noch nicht zu Ende ist.
          Schwieriger Besuch: Baerbock bei Lawrow im russischen Außenministerium

          Baerbock bei Lawrow : Frostige Begegnung in Moskau

          Annalena Baerbocks Treffen mit Russlands Außenminister verläuft höflich, aber angespannt. Die beiden tragen einander in erster Linie lange Listen an Differenzen vor. Und Lawrow ist gewohnt listig.