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David gegen Goliath : Zwei Beispiele

  • Aktualisiert am

Machtausübung bei der Fusion von Telekom und T-Online Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

T-Online und Daimler Chrysler sind zwei Beispiele, in denen Aktionäre von ihrer Macht Gebruach machen.

          1 Min.

          Zwei Beispiele zeigen, daß Aktionäre im Kampf gegen Großkonzerne durchaus etwas bewegen können.

          Daimler-Chrysler

          Der Autobauer hätte in der kommenden Woche eine angenehme Hauptversammlung mit viel Lob für die eingeleiteten Sanierungsschritte und die Kurserholung erleben können. Doch jetzt wird Privataktionär Richard Meyer für Unruhe sorgen. Er hat die nötige Aktienzahl zusammenbekommen, um eine Abstimmung über eine Sonderprüfung beim Kleinwagen Smart und bei der Luxuslimousine Maybach auf die Tagesordnung setzen zu lassen. Findet der Antrag eine Mehrheit, wird Daimler Aufklärung leisten müssen, was in den Krisensparten falsch läuft. Die Aktionärsvereinigung SdK unterstützt den Antrag. Auch einige Großinvestoren hatten in der Vergangenheit mehr Informationen über die Gründe für die Schwierigkeiten verlangt. Es wird daher spannend, ob der Antrag eine Mehrheit finden wird. Allerdings hat Daimler das brisante Thema gerade etwas entschärft, indem es ankündigte, die Herstellung des Smart Forfour einzustellen. Möglicherweise hat die drohende Sonderprüfung zu dieser Entscheidung beigetragen. Findet der Antrag keine Mehrheit, kann Meyer versuchen, die Prüfung gerichtlich durchzusetzen.

          T-Online

          Am 4. Mai wird es wieder zur Sache gehen. Dann findet die Hauptversammlung von T-Online statt. Eigentlich sollte es keine mehr geben, denn der Internetanbieter sollte längst mit der Muttergesellschaft Telekom verschmolzen sein. So war es vor fast einem Jahr beschlossen worden. Doch die Kleinaktionäre fochten den Fusionsbeschluß an. Vor allem die vermeintlich viel zu niedrige Abfindung für die Aktien von T-Online wurde kritisiert. Beim Börsengang im April 2000 mußten 27 Euro bezahlt werden, jetzt bot die Telekom nur noch knapp neun Euro. Dabei hatte ein Gutachten den Wert für eine Aktie von T-Online mit 14,71 Euro bemessen. Das Gericht stoppte den Zusammenschluß. Seitdem kann er nicht vollzogen werden. Daher muß nun ganz regulär abermals eine Hauptversammlung einberufen werden. Überraschende Beschlüsse wird es nicht geben, denn die Telekom besitzt fast alle Aktien von T-Online. Das Aktionärstreffen könnte aber zu weiteren Anfechtungsklagen führen. Der Streit wird also weiter vor Gericht ausgetragen. Ein Aufschlag für die Aktionäre ist möglich - das haben ähnliche Verfahren gezeigt. Aber 27 Euro werden es nicht sein.

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