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Aktienmarkt : Kursanstieg von VW rettet Dax vor Absturz

  • Aktualisiert am

Ist VW das wert, was dafür bezahlt wird? Bild: AP

Ein Kurssprung der VW-Aktie hat den Dax am Montag vor einem Absturz gerettet. Das Börsenbarometer schloss mit plus 0,91 Prozent auf 4334,64 Punkten. Ohne die VW-Titel hätte das Minus nach Händlerangaben wohl bei mehr als 9 Prozent gelegen.

          Eine Explosion des Kurses der Volkswagen-Aktie von zeitweise mehr als 200 Prozent hat den Dax am Montag vor einem erneuten Kurssturz bewahrt (siehe auch Unfassbares Kursplus der VW-Aktie) und ließ ihn am Ende des Tages sogar mit 0,9 Prozent im Plus bei 4335 Punkten schließen. Ohne das Kursplus der VW-Aktie von 150 Prozent hätte der Index neun Prozent im Minus geschlossen.

          Der MDax der wichtigsten Nebenwerte und der TecDax der Technologieaktien verbuchten dagegen mit knapp fünf Prozent auf 4811 Punkte bzw. 4,3 Prozent auf 458 Stellen deutliche Verluste.

          Trostlose Stimmung

          Geprägt wurde die Stimmung an den europäischen Aktienmärkten von Rezessionsängsten der Anleger. Die konnte auch EZB-Chef Jean-Claude Trichet mit der Andeutung einer Zinssenkung in der kommenden Woche kaum dämpfen.

          Auch das noch: Aktivisten des globalisierungskritischen Netzwerks Attac demonstrieren am Montag im Frankfurter Börsensaal. Dabei haben sich die Finanzmärkte doch schon selbst entwaffnet, schaut man auf die Kursentwicklung

          „Derzeit wird jedem tagtäglich knallhart vor Augen geführt, in welchem Teufelskreis wir uns befinden“, sagt ein Aktienhändler. „Wegen der trüben Konjunkturaussichten fahren die Unternehmen Investitionen zurück und streichen Stellen. Gleichzeitig halten sich die Verbraucher mit Ausgaben zurück und verringern dadurch die Nachfrage, was wiederum neue Sparrunden bei den Unternehmen nach sich zieht.“

          Zur trostlosen Stimmung trug auch der düstere Ausblick der deutschen Firmen bei. Die vom Ifo-Institut erfasste Erwartungshaltung der Unternehmen für die kommenden sechs Monate fiel auf den tiefsten Stand seit der Wiedervereinigung. Börsianern zufolge wurde an den Märkten die Schieflage der Hedgefonds offenbar massiv unterschätzt. „Die müssen derzeit unabhängig vom Kursniveau liquidieren, weil die Anleger ihr Geld zurückfordern. Und weil keiner weiß, wie groß der Teufelskreis noch wird, hält niemand dagegen“, hieß es.

          VW-Aktie im Höhenrausch

          Dagegen beschlossen die Papiere des Wolfsburger Autobauers VW, deren Kurs sich in der Spitze auf 635 Euro verdreifacht hatte, den Handel als einziger Gewinner im Dax mit einem Plus von 150 Prozent bei 520 Euro. Offenbar hätten zahlreiche Anleger nach den Kursverlusten der Vorwoche auf eine Fortsetzung dieses Trends spekuliert, sagte ein Händler. Sie müssten sich nun mit den Aktien eindecken, um ihre Verluste zu begrenzen.

          „Wer in dieser Aktie noch engagiert war und gegen Porsche spekuliert hat, der hat es eigentlich nicht besser verdient“, sagte ein Börsianer. Am Wochenende hatte der Sportwagenbauer bekanntgegeben, bei VW die Dreiviertel-Mehrheit anzustreben. Porsche-Aktien gaben 9,1 Prozent auf 41,85 Euro nach.

          Der Höhenflug der VW-Aktie beschleunigte die Talfahrt der übrigen Dax-Werte, hieß es im Handel. Fonds, die den Index abbilden, seien gezwungen, andere Aktien zugunsten von Volkswagen zu verkaufen.

          Postbank und Post unter Druck

          Ganz oben auf der Verkaufsliste standen die Papiere der Postbank und ihrer Muttergesellschaft Deutsche Post. Die Postbank-Aktie brach um 24 Prozent auf 14,25 Euro ein, die der Post um 17,4 Prozent auf 7,995 Euro. Die Postbank benötigt nach einem überraschend hohen Quartalsverlust eine Finanzspritze von einer Milliarde Euro.

          Ein Großteil diesen Geldes soll von der Post kommen, die darüber hinaus wegen der schwachen Konjunktur ihre Gewinnerwartungen deutlich heruntersetzte. Mit diesem Problem steht der Logistik-Konzern allerdings nicht alleine da: Der niederländische Konkurrent TNT verbuchte im abgelaufenen Quartal einen Gewinneinbruch. In Amsterdam rutschten die Aktien des Konzerns um bis zu zwölf Prozent auf 14,21 Euro ab.

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