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Aktienmärkte : Börsen in Aufruhr

  • -Aktualisiert am

Bild: reuters

Die Zuspitzung der Schuldenkrise und die Furcht vor einem Konjunktureinbruch haben zu großer Unruhe auf den Kapitalmärkten geführt. Der Dax fiel um mehr als 3 Prozent auf nur noch 6414 Punkte. Der Dow Jones verlor 4,3 Prozent und schloss bei 11.383 Punkten.

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          Die abermalige Zuspitzung der europäischen Schuldenkrise und die Furcht vor einem Konjunktureinbruch haben am Donnerstag zu großer Unruhe auf den Kapitalmärkten geführt. Der deutsche Aktienindex Dax fiel um mehr als 3 Prozent auf nur noch 6414 Punkte. Damit hat er seit Jahresbeginn 7 Prozent an Wert verloren und liegt niedriger als im März nach dem Tsunami und der Atomkatastrophe in Japan. An der New Yorker Wall Street fiel der Dow-Jones-Index bis Handelsschluss um 4,3 Prozent auf 11.383 Punkte.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Alle Märkte für riskante Geldanlagen verzeichneten am Donnerstag große Verluste. Dagegen kauften die Anleger dort, wo sie ihr Geld in Sicherheit wähnen. Anleihen besonders guter Staatsschuldner verteuerten sich. Der Goldpreis erreichte mit 1681 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) ein Rekordhoch.

          Auf dem Anleihemarkt verschlechterten sich die Finanzierungsbedingungen insbesondere für Spanien und Italien. Spanien gelang immerhin eine Versteigerung von Anleihen im Wert von 3,3 Milliarden Euro, wenn auch zu hohen Zinsen. Beide Länder müssen für zehnjährige Anleihen derzeit Zinsen von deutlich mehr als 6 Prozent bieten, während sich Deutschland zu 2,3 Prozent verschulden kann.

          Entscheidung für Anleihekäufe nicht einstimmig

          In dieser Lage hat die Europäische Zentralbank erstmals seit vier Monaten zugunsten finanzschwacher Euroländer auf dem Anleihemarkt interveniert (siehe EZB stützt Anleihen finanzschwacher Länder). EZB-Präsident Jean-Claude Trichet sagte im Anschluss an die Sitzung des EZB-Rats, bei dem der Leitzins mit 1,5 Prozent unverändert gelassen wurde, Amerikas Schuldenkrise habe die Situation in Europa verschärft. Die Entscheidung für Anleihekäufe sei nicht einstimmig gefällt worden. Dem Vernehmen nach soll Bundesbankpräsident Weidmann dagegen gestimmt haben, und er soll nicht der Einzige gewesen sein. Trichet sprach von einer „überwältigenden Mehrheit“ im Rat, der außerdem weitere Notkredite für die Banken beschloss. Händler berichteten, dass die EZB Portugals und Irlands Anleihen kaufte, nicht jedoch die Italiens und Spaniens.

          EU-Kommissionspräsident Barroso forderte in einem Brief an die Regierungschefs der Euro-Staaten eine abermalige Debatte über den Stabilisierungsfonds EFSF, denn die Märkte seien nicht überzeugt. Diese Forderung wies ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums zurück (siehe Barroso regt Aufstockung des Krisenfonds an).

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