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Einigung in Berlin : Airbus und Dassault bauen den Eurofighter der Zukunft

  • Aktualisiert am

Kommt in die Jahre: Der Eurofighter. Bild: dpa

Europas Kampfflugzeuge werden alt, amerikanische Hersteller bringen sich in Stellung. Eine deutsch-französische Kooperation soll europäischen Firmen nun den Zuschlag sichern.

          2 Min.

          Die Flugzeughersteller Airbus und Dassault Aviation haben am Mittwoch ein Grundsatzabkommen über die Entwicklung eines deutsch-französischen Kampfflugzeuges vereinbart. Wie die beiden Unternehmen am Mittwoch auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin (ILA) bekannt gaben, sollen die Flugzeuge um das Jahr 2040 in Produktion gehen. Sie sollen längerfristig den Eurofighter der Bundeswehr und die Rafale-Maschinen der französischen Luftwaffe ersetzen.

          Airbus und Dassault bündelten ihre Kräfte zur Entwicklung und Produktion des europäischen Kampfflugzeugs der Zukunft (FCAS), hieß es in einer Erklärung der Unternehmen. „Wir sagen unseren Verteidigungsministerinnen, unseren politisch Verantwortlichen: Wir sind bereit“, sagte Dassault-Chef Eric Trappier bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Airbus-Rüstungsvorstand Dirk Hoke. In einem Gespräch mit der F.A.Z. hatte Dassault-Chef Éric Trappier für den Erhalt der Technologie in Europa geworben.

          Im Gespräch ist das Projekt schon länger: Im Juli vergangenen Jahres hatten sich Deutschland und Frankreich dann grundsätzlich auf die Entwicklung eines gemeinsamen Kampfjets verständigt. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und ihre französische Kollegin Florence Parly wollen die ILA am Donnerstag gemeinsam besuchen.

          Amerikaner bringen sich in Stellung

          Der Modernisierungsbedarf insbesondere der deutschen Luftwaffe hat bereits führende Rüstungshersteller auf den Plan gerufen. Um bis zum Jahr 2025 die 90 Kampfjets vom Typ Tornado zu ersetzen, werden zurzeit mehrere Angebote von europäischen und amerikanischen Herstellern geprüft. Konkret handelt es sich um den deutsch-französischen Airbus-Konzern sowie Lockheed Martin und Boeing. Sie wittern Neugeschäft in Milliardenhöhe.

          Airbus hatte dem Bundesverteidigungsministerium angeboten, die schon in den sechziger Jahren entwickelten Tornados durch eine weiterentwickelte Variante des Eurofighters zu ersetzen. Als ernsthafte Alternative zum Eurofighter gilt die F-35 von Lockheed Martin. Der Kampfjet wurde schon von den Luftwaffen in Großbritannien, Norwegen oder Italien bestellt. Um auch in Deutschland einen Coup zu landen, ist auch Lockheed mit der F-35 auf die ILA nach Berlin gekommen.

          Das deutsche Verteidigungsministerium möchte nach eigenen Angaben zwar einer europäischen Lösung Vorrang geben, um die Technologie in Europa zu halten. Auch Angebote aus Amerika würden aber geprüft.

          Die Berliner Luftfahrtmesse hat am Mittwoch für Fachbesucher geöffnet. Bis Sonntag präsentierten 1100 Aussteller aus 41 Ländern ihre Neuheiten von Flugzeugen über Drohnen und Flugtaxis bis hin zu Raketentechnik. Am Mittwochmittag wollte
          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die ILA offiziell eröffnen. Am Wochenende öffnet die Messe auch für Privatpersonen. Insgesamt werden 150 000 Besucher auf dem Messegelände in Schönefeld bei Berlin erwartet.

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