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Nach Air-Berlin-Pleite : Niki-Übernahme durch Lufthansa gescheitert

  • Aktualisiert am

„Mit Niki in den Urlaub“? Noch ist unklar, ob das weiterhin möglich sein wird. Bild: dpa

Die Lufthansa hat ihr Angebot für die Air-Berlin-Tochtergesellschaft Niki zurückgezogen. Der Grund: die Bedenken der EU-Kommission. Die Bundesregierung befürchtet schon das Schlimmste, eine Gewerkschaft ruft zu Krisengesprächen auf.

          Die Lufthansa hat ihr Angebot zur Übernahme der Air-Berlin-Tochtergesellschaft Niki zurückgezogen. Grund ist die ablehnende Haltung der EU-Kommission gegen eine Übernahme der österreichischen Fluggesellschaft aus wettbewerbsrechtlichen Gründen, wie die Lufthansa am Mittwoch mitteilte. Für Niki würden derzeit „Verwertungsalternativen“ geprüft, hieß es von Air Berlin in einer Pflichtmitteilung für die Börse.

          Am Kauf der Luftfahrtgesellschaft Walther (LGW) will die Lufthansa jedoch festhalten. Dieser steht ebenfalls noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Zustimmung der EU-Kommission. Der Kaufpreis von 18 Millionen Euro sei noch Gegenstand abermaliger Verhandlungen und solle im Wesentlichen zur Tilgung des von der KfW an Air Berlin gewährten Massekredits verwendet werden. Die Bundesregierung hatte für die 150 Millionen Euro eine Bürgschaft übernommen, die Lufthansa 210 Millionen Euro für Niki und die LGW geboten.

          Die Bundesregierung rechnet damit, dass Niki in die Insolvenz geht. „Alternative Käufer für Niki standen und stehen bis heute nicht zur Verfügung, trotz allerlei öffentlicher Ankündigungen und intensiven Bemühens des Generalbevollmächtigten von Air Berlin“, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch. „Insolvenz und Grounding von Niki sind jetzt die Folge.“

          Mit dem Verzicht auf Start- und Landerechte hatte Lufthansa versucht, die wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Kommission gegen die Air-Berlin-Teilübernahme zerstreuen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte für den Fall eines Scheiterns der Niki-Übernahme einen „Plan B“ angekündigt. Er sehe vor, die Lufthansa-Tochtergesellschaft Eurowings in der gleichen Größenordnung von rund 20 Flugzeugen aus eigener Kraft wachsen zu lassen.

          Die Gewerkschaft Vida rief zu umgehenden Krisengesprächen auf. „Es muss um jeden Preis ein Grounding verhindert werden“, sagte Johannes Schwarcz, Vorsitzender des Fachbereichs Luftfahrt bei Vida der Nachrichtenagentur APA. Er rief alle Beteiligten zur Unterstützung auf. Angesichts der Gefahr für rund 1000 Stellen müsse es rasche Lösungen geben, um die Flugzeuge in der Luft zu halten. Der Gewerkschafter hält Garantien des österreichischen Staates für vorstellbar. Auch die ehemalige Air-Berlin-Eignerin Etihad sei in der Pflicht.

          Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ) ist für eine Lösung, die möglichst viele heimische Arbeitsplätze sichert und gerade in der Reisezeit rund um Weihnachten Chaos für Kunden vermeidet. Allerdings ist Leichtfried wohl nur noch wenige Tage im Amt, da mit der baldigem Vereidigung einer neuen Regierung von ÖVP und FPÖ gerechnet wird.

          Air Berlins Generalbevollmächtiger Frank Kebekus hatte noch am Dienstag mitgeteilt, Lufthansa sei der einzig zuverlässige Kaufinteressent für Niki. Interesse an einem Kauf hatten in den vergangenen Monaten auch Thomas Cook (Condor) und der British-Airways-Mutterkonzern IAG gezeigt.

          Die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager betonte jedoch am Freitag „ziemlich starke Wettbewerbsbedenken“. Die Brüsseler Behörde sollte bis zum 21. Dezember entscheiden, ob die Lufthansa wie geplant die Air-Berlin-Tochtergesellschaften Niki aus Österreich und LGW aus Dortmund übernehmen kann. Branchenexperten und die Airline selbst rechneten mit Auflagen - anders als beim Easyjet-Deal, den die Kommission schon durchgewunken hat.

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