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Flutkatastrophe : Die Politik muss in den Flutgebieten rasch handeln

Im Flutgebiet: Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen Bild: dpa

Wenn die Politik nicht entschlossen handelt, kann der Bedrohung der Menschen in den Flutgebieten eine Bedrohung des Vertrauens in das politische System folgen. Ratlos wirkende Kanzlerkandidaten sind in dieser Situation keine Hilfe.

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          Zweieinhalb Wochen nach der verheerenden Flut wendet sich die Verbandsgemeinde Altenahr mit einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Die geplagten Menschen an der Ahr sind einerseits überwältigt von der privaten Hilfsbereitschaft vieler Menschen, die sich ebenso in einem beeindruckenden Spendenaufkommen zeigt wie in der Bereitschaft, mit anzupacken, um wieder menschenwürdige Bedingungen an der Ahr herzustellen.

          Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg. Vielmehr zeigen sich selbst Helfer, die schon einiges Elend gesehen haben, von der Verzweiflung und der blanken Not der Menschen an der Ahr entsetzt. Vielerorts gibt es weder Strom noch fließendes Wasser; viele wirtschaftliche Existenzen sind in hohem Maße gefährdet, wenn nicht schon ruiniert. Die örtliche Verwaltung würde gerne mehr tun, aber wie soll sie arbeiten, wenn kaum noch ein Mitarbeiter dienstfähig ist, das ehemalige Verwaltungsgebäude nicht mehr genutzt werden kann und zum Telefonieren nur ein in einer entfernten Gastwirtschaft befindlicher Festnetzanschluss zur Verfügung steht?

          Was die Menschen an der Ahr zur Verzweiflung bringt, ist die Furcht, die vom Staat zugesagten Hilfen könnten schlecht koordiniert sein und zu spät kommen. Die Sorge ist, dass die ohnehin schon erschreckend hohe Zahl der Toten noch zunimmt, wenn es nicht gelingt, die Gefahr von Seuchen und Krankheiten bald zu bekämpfen und mit Blick auf den kommenden Herbst warme Quartiere zur Verfügung zu stellen.

          Nicht nur die Katastrophe an der Ahr muss der Politik dringend die Bedeutung eines besseren Katastrophenschutzes verdeutlichen. Extreme Wetterereignisse dürften in Zukunft auch in den sogenannten gemäßigten Zonen und damit auch in Deutschland zunehmen. Wenn die Politik nicht entschlossen handelt, kann der Bedrohung der Menschen eine Bedrohung des Vertrauens in das politische System folgen, die sich nicht auf einige Wirrköpfe beschränkt, die an der Ahr für Unfrieden sorgen wollten. Ratlos wirkende Kanzlerkandidaten sind in dieser Situation keine Hilfe.

          Gerald Braunberger
          Herausgeber.

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