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Zum Tag : Ohne Reue

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Bild: Robert Wenkemann

Der japanische Finanzminister Taro Aso will sich nicht entschuldigen, der frühere Angestellte von Goldman Sachs Fabrice Tourre zeigt trotz Kundenbetrugs wenig Einsicht und die amerikanischen Autobauer haben nichts zu bereuen.

          Entschuldigen? Wieso denn? Der japanische Finanzminister Taro Aso hat seine Aussagen, in denen er die Politik der deutschen Nationalsozialisten lobt, zwar unter Druck zurückgenommen. Er sehe aber keinen Anlass, für seine Aussagen um Verzeihung zu bitten oder gar von seinen Regierungsämtern oder als Abgeordneter zurückzutreten, sagte er am Freitag. Er hatte in einer Rede zu Wochenbeginn gesagt: „Die deutsche Weimarer Verfassung wurde unbemerkt, ohne dass es jemandem auffiel, durch die Verfassung der Nazis ersetzt. Warum lernen wir nicht von dieser Taktik?“ Da konnten Spitzenvertreter der japanischen Wirtschaft nur den Kopf schütteln.

          Wenig Einsicht zeigt auch Fabrice Tourre. Eine Geschworenenjury sprach den 34 Jahre alte früheren Angestellten von Goldman Sachs, dem die amerikanische Wertpapieraufsicht SEC Betrug von Kunden vorgeworfen hatte, am Donnerstag in 6 von 7 Anklagepunkten schuldig. Dem Händler war vorgeworfen worden, Investoren wichtige Informationen vorenthalten und sie in die Irre geführt zu haben. Das sieht Tourre aber gar nicht ein: Die Investoren seien alle professionelle Akteure gewesen, nicht der unerfahrene Kleinanleger von nebenan, argumentierte er. Die Jury ließ sich von einem Einwand allerdings nicht überzeugen.

          Nichts zu bereuen haben die amerikanischen Autobauer. Sie haben anscheinend alles richtig gemacht und verkaufen in ihrer Heimat annähernd so viele Wagen wie zu ihren besten Zeiten.

          Wir wünschen Ihnen einen sonnigen Tag,

          Ihre F.A.Z.

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