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Zum Tag : Angst vor dem Geld-Entzug

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Bild: Robert Wenkemann

          1 Min.

          Setzt die Notenbank die Finanzmärkte bald auf Entzug? Die Angst geht wieder um. Gestern haben sich Amerikas Abgeordnete darauf geeinigt, die automatischen Einsparungen zu lockern. Schon sorgen sich die Finanzmärkte wieder darum, dass die Notenbank das als Konjunkturpaket auffassen könnte und ihre lockere Geldpolitik eindämpft. Dass die Aktionäre sich ständig solche Sorgen machen, zeigt, woran die Aktienmärkte hängen: am Geld. Für Amerika hat der frische Wirtschafts-Nobelpreisträger Robert Shiller erst vor wenigen Tagen vor einer Blase gewarnt.

          In Deutschland sind die Aktien noch nicht so teuer wie in Amerika, gemessen an den Firmengewinnen. Aber auch hier bewegt sich etwas in der Geldpolitik. Heute erfahren wir vielleicht mehr darüber, denn EZB-Chef Mario Draghi tritt vor dem Europäischen Parlament auf. Er hat eine gute Vorlage bekommen. Denn sein Chefvolkswirt deutet an: Wenn die EZB erst mal die Bankenaufsicht übernommen hat, könnte sie die Regeln verschärfen - und mehr Sicherheitspolster aus Eigenkapital verlangen. Nämlich auch dann, wenn Banken ihr Geld an Staaten verliehen haben. Das könnte gleich zwei gute Effekte haben: Erstens müssen die Banken dann endlich einkalkulieren, dass auch Staaten Zahlungsschwierigkeiten bekommen können. Zweitens wird es für sie interessanter, das Geld an Unternehmen zu verleihen statt an Staaten.

          Und wenn die Banken selber Schwierigkeiten bekommen? Dann soll künftig nicht mehr so schnell der Steuerzahler einspringen. Stattdessen sollen die Gläubiger zahlen - so nimmt es sich die EZB einmal mehr vor. Was die Versprechen wert sind, sehen wir erst in der nächsten Finanzkrise.

          Aber das Leben ist nicht nur für die Banken schwierig. Heute entscheidet der Aufsichtsrat der Telekom darüber, wie das Sparprogramm für T-Systems ausfällt.

          Bleibt uns noch eine Erinnerung: Wenn Sie SPD-Mitglied sind, ist heute der letzte Tag, um über die Große Koalition abzustimmen.

          Wir wünschen Ihnen, dass Sie in allem die richtige Wahl treffen

          Ihre F.A.Z.

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