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Amerikanische Notenbank : Zinserhöhung mit angezogener Handbremse

Bild: AP

Die amerikanische Notenbank trifft eine historische Entscheidung, will aber niemanden verschrecken. Das Versprechen von Fed-Präsidentin Janet Yellen, mit weiteren Zinsschritten behutsam vorzugehen, kommt an den Aktienmärkten gut an.

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          Es war eine historische Entscheidung: Die amerikanische Zentralbank Federal Reserve hat am Mittwoch die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte erhöht. Es ist die erste Zinserhöhung seit dem Jahr 2006, vor dem Ausbruch der Finanzkrise. Auf den Tag genau sieben Jahre, nachdem die Fed die Leitzinsen auf den gegenwärtigen Korridor zwischen 0 und 0,25 Prozent gesenkt hatte, wurde damit die Zinswende eingeläutet.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Aber die eigentliche Zinserhöhung war schon in dem Moment Schnee von gestern, als sie angekündigt wurde, denn sie war weithin erwartet worden. Die spannende Frage für die Finanzmärkte war vor allem, was die Fed über ihre künftige Geldpolitik sagen würde. Und diese Signale kamen an den Aktienmärkten glänzend an. Fed-Präsidentin Janet Yellen gab sich in einer Pressekonferenz nach der Verkündung der Zinserhöhung alle Mühe, den Eindruck zu vermitteln, dass die Notenbank weiterhin vorsichtig agieren wolle. Die Fed wolle die Zinsen nur „allmählich“ erhöhen.

          Höhere Anleiherenditen

          Die Ära niedriger Zinsen wird also so schnell nicht vorbei sein. Diese Aussicht sorgte für Freude an den Aktienmärkten, deren gute Entwicklung in den vergangenen Jahren viel mit der Niedrigzinspolitik der Fed zu tun hatte. Im Laufe von Yellens Pressekonferenz legten die Kurse deutlich zu. Der Dow-Jones-Index der dreißig führenden Industriewerte gab am Mittwoch zwar anfängliche Gewinne zwischenzeitlich wieder ab, aber nach Yellens Auftritt stieg er bis zum Handelsschluss um 224 Punkte oder 1,3 Prozent auf 17749 Punkte an. Der breiter gefasste S&P 500 kletterte um 30 auf 2073 Punkte und liegt damit für das Gesamtjahr wieder im Plus.

          Die Renditen von Staatsanleihen mit einer zweijährigen Laufzeit sprangen zum ersten Mal seit mehr als fünf Jahren über die Marke von einem Prozent. Bei den zehnjährigen Anleihen gab es ein leichtes Plus auf 2,29 Prozent. Der Euro-Kurs legte nach der Fed-Entscheidung kurzzeitig auf mehr als 1,10 Dollar zu, rutschte aber später wieder unter die Marke von 1,09 Dollar.

          Zu den Gewinnern gehörten die Aktien von Banken wie JP Morgan Chase, Wells Fargo oder Citigroup, die sich besser schlugen als der Gesamtmarkt. Diese und andere Banken kündigten fast unmittelbar nach der Fed-Entscheidung eine leichte Erhöhung ihres für Kredite maßgeblichen Zinssatzes an. Was sie dagegen erst einmal unverändert ließen, waren Zinsen auf Sparguthaben. Für Sparer lässt die Zinswende also noch auf sich warten.

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