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Wenig Vielfalt : Das Silicon Valley ist Männersache

Mit ihnen soll alles anders werden: Kalifornische Schülerinnen programmieren in einem Kurs der Organisation „Girls Who Code“ Bild: AP

Nach Google und Facebook legt auch der Kurznachrichtendienst Twitter einen Bericht über die Zusammensetzung seiner Belegschaft vor. Er ist genauso ernüchternd wie die anderen.

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          Die amerikanische Internetbranche mag einige weibliche Superstars wie Sheryl Sandberg oder Marissa Mayer haben. Aber insgesamt sind Frauen im Silicon Valley dramatisch unterrepräsentiert. Der Kurznachrichtendienst Twitter ist nun das jüngste aus einer Serie von Unternehmen, das ernüchternde Statistiken über die Zusammensetzung seiner Belegschaft vorlegt. Die weit überwiegende Zahl der Twitter-Mitarbeiter ist männlich. Das Ungleichgewicht ist noch viel größer, wenn nur technische Positionen oder die Führungsaufgaben betrachtet werden.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Wie nun Twitter haben in den vergangenen Wochen haben schon einige der prominentesten amerikanischen Internetunternehmen wie Google, Facebook, Yahoo oder Linkedin sogenannte „Diversity“-Berichte vorgelegt. Die Ergebnisse waren in allen Fällen sehr ähnlich. Bei Google etwa sind 70 Prozent aller Mitarbeiter männlich, bei Facebook sind es 69 Prozent.

          Ähnlich sieht es nun bei Twitter aus. Hier liegt das Verhältnis von Männern zu Frauen wie im Fall von Google bei 70 zu 30. In technischen Positionen sind sogar 90 Prozent der Mitarbeiter männlich, auf nicht-technischen Stellen wie etwa in der Verwaltung oder im Marketing liegt die Quote bei 50 zu 50. In der Führungsetage sind 79 Prozent der Manager männlich und nur 21 Prozent weiblich.

          Den Vorwurf, ein Männerclub zu sein, musste sich Twitter schon lange vor der Veröffentlichung dieser Zahlen anhören. So wurde das Unternehmen lange dafür kritisiert, dass der Verwaltungsrat komplett mit männlichen Mitgliedern besetzt ist. Erst im vergangenen Dezember berief Twitter Marjorie Scardino als erste Frau in das Gremium.

          Auch mit Blick auf die ethnische Zusammensetzung ist Twitter sehr uniform. In Amerika sind 59 Prozent der Mitarbeiter weiß und 29 Prozent haben einen asiatischen Hintergrund. Dagegen sind nur 3 Prozent des Twitter-Personals Afro-Amerikaner.

          Twitter hat jetzt in Form von Janet Van Huysse eine eigene Führungskraft mit dem Rang eines „Vice President“, die für Vielfalt in der Belegschaft zuständig ist. „Wir haben viel zu tun,“ schrieb van Huysse in einem Blogeintrag.

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