https://www.faz.net/-gqe-7l2lk

Weitere Nachrichten : Samsung wächst langsamer

  • Aktualisiert am

Smartwatch von Samsung Bild: dpa

Auch der Apple-Konkurrent Samsung tut sich nicht mehr so leicht. Die deutsche Wirtschaft beklagt wachsende Handelsbarrieren. Die Zahl der Autobauer wird wohl drastisch sinken.

          2 Min.

          Hohe Bonuszahlungen an Mitarbeiter und der scharfe Wettbewerb mit Apple haben dem Smartphone-Hersteller Samsung einen Gewinneinbruch beschert. Im operativen Geschäft verdiente der südkoreanische Konzern von Oktober bis Dezember mit 8,3 Billionen Won (5,7 Milliarden Euro) knapp ein Fünftel weniger als noch im dritten Quartal. Samsung hatte jüngst geschätzt eine Milliarde Dollar zum 20. Jahrestag der „New Management“-Strategie an seine Mitarbeiter ausgeschüttet. Konzernchef Lee Kun-hee hatte 1993 seine Manager aufgefordert, alles auszuwechseln „mit Ausnahme der eigenen Frauen und Kinder“, um Samsung von einem regionalen Fernseh-Hersteller zum weltweiten Technologie-Führer zu machen. Seitdem hat Samsung Sony bei Fernsehern, Nokia bei Mobiltelefonen und Apple bei Smartphones überholt.

          Analysten waren gleichwohl überrascht von dem kräftigen Rückgang des operativen Gewinns. Neben unerwartet hohen Bonus-Kosten habe offensichtlich auch die Gewinn-Marge im Smartphone-Geschäft angesichts hoher Kosten für Werbung gelitten, sagte Lee Seung-woo, Analyst von IBK Investment & Securities. Den 8,3 Billionen Won operativen Gewinn stand eine Analystenerwartung von durchschnittlich 9,75 Billionen gegenüber.

          Das Klima ist derzeit für Samsung so rau wie nie seit der Konzern 2007 in die Smartphone-Produktion eingestiegen ist. Dafür ist auch der starke Rivale Apple etwa auf den Märkten in den Vereinigten Staaten und Japan verantwortlich. Viele Analysten erwarten nur noch einen leichten Gewinnanstieg in der Sparte Smartphones, die zwei Drittel zum operativen Gewinn des Konzern beiträgt. Manche Experten halten gar einen leichten Gewinnrückgang für möglich. Und der Druck auf Samsung bleibt hoch: Mitte Januar wird Apple erstmals auch seine iPhones den 700 Millionen Kunden des weltgrößten chinesischen Mobilfunkanbieters China Mobile anbieten können. Samsung-Aktien lagen am Dienstag an der Börse in Seoul im Handelsverlauf in einem schwachen Börsenumfeld leicht im Plus. (Reuters)

          Weitere Zusammenschlüsse von Autobauern erwartet

          Die Fusion von Fiat und Chrysler könnte einer Studie zufolge der Auftakt für weitere Zusammenschlüsse in der Automobilindustrie werden. Wie aus einer am Dienstag vorgelegten Erhebung der Beratungsfirma KPMG hervorgeht, schätzen Führungskräfte, dass von zuletzt weltweit 32 Herstellern lediglich sechs dauerhaft unabhängig bleiben werden. Der Rest werde wahrscheinlich von stärkeren Konzernen geschluckt oder sich zu Allianzen verbünden, um zu überleben.
          Zu den sechs Firmen mit den größten Chancen auf Eigenständigkeit zählten die befragten Manager BMW, Volkswagen, Toyota Hyundai mit der Schwestermarke Kia sowie den indischen Autobauer Tata Motors und den amerikanischen Elektroauto-Hersteller Tesla. Die japanischen Marken Mazda, Isuzu und Subaru werden der Umfrage zufolge als Übernahmekandidaten eingestuft. Auch bei den chinesischen Herstellern wird mit einer Konsolidierung gerechnet.

          Fiat, dem die befragten Führungskräfte alleine ebenfalls wenig Überlebenschancen gaben, hatte seine Pläne zur Komplettübernahme von Chrysler zum Zeitpunkt der Erhebung im Herbst noch nicht veröffentlicht. Der angeschlagene italienische Konzern hatte erst zu Jahresbeginn angekündigt, auch die restlichen 41,5 Prozent an Chrysler zu übernehmen. (Reuters)

          Wirtschaft beklagt wachsende Handelsbarrieren

          Die Wirtschaft in Deutschland fühlt sich von wachsenden Barrieren im globalen Handel behindert. „Geschäfte in Milliardenhöhe gehen damit verloren“, sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier, der Tageszeitung „Die Welt“ (Dienstag). In einer DIHK-Umfrage unter 2200 Firmen klagt dem Bericht zufolge jedes dritte Unternehmen, dass die Handelshemmnisse im vergangenen Jahr zugenommen hätten.

          Dabei würden jenseits von Zöllen und Steuern auch Maßnahmen eingesetzt, die oft im rechtlichen Graubereich lägen und daher bei der Welthandelsorganisation (WTO) nur schwer bekämpft werden könnten. Am häufigsten hätten die Unternehmen zusätzliche Zertifizierungs- und Sicherheitsanforderungen genannt. Besonders Russland, China und Brasilien machten den Exporteuren der Umfrage zufolge das Leben schwer. „Die gesamte Trickkiste wird genutzt“, wird ein DIHK-Report zitiert. (dpa-AFX)

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Parteitag in Berlin : Die Wende der SPD

          Der Parteitag in Berlin ist ein historischer Bruch für die SPD. Sie verabschiedet sich endgültig von der „neoliberalen“ Schröder-Ära durch ein Programm für einen „neuen Sozialstaat“.
          Olga Tokarczuk und Peter Handke nach ihren „Nobel Lectures“ in Stockholm.

          Vorträge der Nobelpreisträger : Eine Rede aus zweiter Hand

          Peter Handke zitiert in seinem Vortrag vor allem eigene und fremde Werke. Dagegen bemüht sich Olga Tokarczuk um ein neues Ideal für die Literatur, das sich an der ältesten Erzählperspektive der Welt orientiert: der der Bibel.

          Klimademo in Madrid : 500.000 Demonstranten – oder 15.000?

          Eine halbe Million Menschen demonstrierten laut Greta Thunberg in Madrid für eine andere Klimapolitik. Die Polizei zählte allerdings deutlich weniger. Die Aufmerksamkeit der Weltpresse verzerrt das Bild.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.