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Weitere Nachrichten : Sammelklage gegen Bosch in Amerika

  • Aktualisiert am

Zu Bosch? Oder darf’s eine Nummer kleiner sein? Bild: Reuters

Gegen Bosch gibt es in Amerika eine Sammelklage wegen angeblicher Komplizenschaft im VW-Skandal. BMW weist einen 15 Jahre alten Manipulationsverdacht bei einem Motorrad zurück.

          In der VW-Affäre um manipulierte Abgaswerte von Dieselautos gerät nun auch der Zulieferer Bosch unter Druck. In den Vereinigten Staaten ist der Stuttgarter Technikkonzern wegen angeblicher Komplizenschaft in dem Betrugsfall verklagt worden, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht. Ein Bosch-Sprecher wollte zu den Vorwürfen am Mittwoch keinen Kommentar abgeben und verwies lediglich auf ein Statement vom 24. September. Darin weist das Unternehmen eine Verantwortung von sich.

          Bereits am Montag wurde beim Bezirksgericht in Detroit eine Sammelklage eingereicht, die Bosch neben dem VW-Konzern, dessen Ex-Vorstandschef Martin Winterkorn und Amerika-Chef Michael Horn als Beklagte aufführt. Bosch wird beschuldigt, im Abgas-Skandal Teil einer "Verschwörung" gewesen zu sein. Der Betrug sei durch den Zulieferer, von dem die nötige Software stamme, gefördert und begünstigt worden, heißt es in der 56-seitigen Anklageschrift. (dpa-AFX)

          BMW weist Manipulationsverdacht bei Motorrad zurück

          BMW muss sich mit einem Manipulationsverdacht in der Motorradsparte auseinandersetzen. Dabei geht es um einen 15 Jahre alten Fall. Bei Untersuchungen im Jahr 2000 habe ein Motorrad erkannt, ob ein Prüfzyklus durchgeführt werde, und dann den Schadstoffausstoß verringert, wie die Recherche-Website Correctiv am Mittwoch unter Berufung auf einen Test der Zeitschrift "Motorrad" vor 15 Jahren berichtete. Ein BMW-Sprecher sagte am Abend, der Konzern habe nicht manipuliert.

          Laut Bericht hatte das Motorrad BMW F 650 GS bei einem Test mit eine Reihe von Motorrädern auf dem Prüfstand die niedrigste Menge Schadstoffe ausgestoßen, aber auf der Straße 34-mal so viel Kohlenmonoxid produziert. Das Motorrad F 650 GS des Modelljahrgangs 2000 sei auf Grund der damals verfügbaren Einspritz-Technologie so ausgelegt gewesen, dass der zu dem Zeitpunkt gültige Testzyklus erfüllt worden sei, sagte der Sprecher. Gleichzeitig sei ein für die Kunden "akzeptables Laufverhalten" des Einzylinder-Motors erzielt worden. Bereits mit dem Modelljahrgang 2001 sei in dem Motorrad eine neue, verbesserte Einspritz-Hardware und neue Software zum Einsatz gekommen. Betreffende Fahrzeuge des Jahrgangs 2000 seien im Jahr 2001 nachgerüstet worden.

          Auf die Frage, ob BMW ausschließen könne, dass in der Vergangenheit mit Hilfe von Defeat Devices der Abgasausstoß von Fahrzeugen auf dem Prüfstand manipuliert wurde, sagte der Sprecher: "Das Thema "Defeat Devices" war im Motorradbereich im Jahr 2000 gesetzlich nicht verankert." Grundsätzlich gelte: Bei der BMW Group werde nicht manipuliert, sagte der Sprecher. BMW halte sich selbstverständlich in jedem Land an die gesetzlichen Vorgaben. "Bei unseren Fahrzeugen wird nicht zwischen Rollen- und Straßenbetrieb unterschieden." (dpa-AFX)

          Daimlers Autoabsatz in den Vereinigten Staaten schrumpft kräftig

          Eine hohe Vergleichsbasis sowie Schwierigkeiten beim SUV-Nachschub haben Daimler in den Vereinigten Staaten im November ein kräftiges Absatzminus eingebrockt. Die Verkäufe des Konzerns schrumpften im Jahresvergleich um 11,7 Prozent auf 33.475 Autos. Bei der Marke Mercedes-Benz verzeichnete etwa die C-Klasse ein Minus von 21,8 Prozent. Die Verkäufe der SUV-Geländewagen der M-Klasse sackten um 92,9 Prozent ab. In den elf Monaten bis Ende November liegt Daimler aber mit 341.543 verkauften Autos noch immer 4,0 Prozent über dem Absatz im entsprechenden Vorjahreszeitraum. (dpa-AFX)

          Amerikas Wirtschaft wächst mäßig

          Die amerikanische Wirtschaft hat laut dem aktuellen Konjunkturbericht der Notenbank Fed mäßig zugelegt. Unter dem Strich sei sie von Anfang Oktober bis Mitte November etwas gewachsen, hieß es in dem am Mittwoch veröffentlichten Beige Book. Die Konsumausgaben hätten in fast allen Distrikten zugelegt. Zudem seien in vielen Regionen mehr Jobs geschaffen worden als zuletzt. Am Devisen- und am amerikanischen Anleihenmarkt löste der Bericht keine größeren Bewegungen aus. Die Wall Street weitete hingegen die Verluste aus.

          Am Häusermarkt ging es unter dem Strich moderat bergauf. Die Kreditnachfrage hat in der Mehrzahl der Distrikte zugelegt. Die für die gesamte Wirtschaft besonders wichtige Industrie hat ein durchwachsenes Bild abgegeben. Unternehmen in einigen Distrikten gaben an, die Industrie habe mit dem starken Dollar, mit niedrigen Energiepreisen und mit einer schwachen globalen Nachfrage zu kämpfen. In drei Distrikten seien Rückgänge bei der Produktion zu verzeichnen, hieß es in dem Bericht.

          Das Bild passt zu am Dienstag veröffentlichten Daten zur amerikanischen Industrie. Die Stimmung der Industrieunternehmen war demnach im November auf den niedrigsten Stand seit Juni 2009 gefallen. Der ISM-Einkaufsmanagerindex fiel von 50,1 Punkten im Vormonat auf 48,6 Zähler und signalisiert damit einen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität.

          Die Erwartung an eine Erhöhung des Leitzinses im Dezember befindet sich derzeit auf sehr hohem Niveau. Am Markt wird die Wahrscheinlichkeit inzwischen mit 74 Prozent eingepreist und Fed-Präsidentin Janet Yellen hat die Zinserhöhungsfantasien am Mittwoch durch optimistische Worte abermals bestärkt. Die neuen Daten seit der Fed-Sitzung im Oktober stünden im Einklang mit der Erwartung weiterer Verbesserungen auf dem Arbeitsmarkt, sagte Yellen am Abend in Washington. Und: "Verbesserungen auf dem Arbeitsmarkt stützen die Erwartung, dass sich die Inflation mittelfristig auf unseren Zielwert von zwei Prozent zubewegen wird." Derzeit liegt die amerikanischen Inflationsrate bei nur 0,2 Prozent. (dpa-AFX)

          Yellen-Äußerungen lasten auf Asiens Börsen

          Die Erwartung einer Zinsanhebung der amerikanischen Notenbank (Fed) noch in diesem Monat hat Asiens Aktienmärkte am Donnerstag belastet. Auslöser waren Äußerungen von Fed-Chefin Janet Yellen. Sie bereitete die Börsen in einer Rede auf ein Zinserhöhung vor, ohne jedoch einen Termin anzudeuten. Die aktuellen Niedrigzinsen gelten als eine der Hauptursachen für die hohen Aktienkurse. Marktbeobachtern zufolge hielten sich viele Investoren zudem zurück vor der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB). Diese wird nach Einschätzung von Experten aus Sorge über die anhaltend niedrige Inflation eine Ausweitung ihrer Anleihenkäufe beschließen.

          In Tokio lag der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,2 Prozent tiefer bei rund 19.895 Punkten. Der MSCI-Index für die asiatischen Aktienmärkte mit Ausnahme Japans sank 0,6 Prozent. In Schanghai dagegen gewann die Börse 0,7 Prozent.

          An den Devisenmärkten in Fernost tendierte der Euro 0,2 Prozent schwächer mit 1,0595 Dollar. Zur japanischen Währung wurde der Dollar nach Yellens Äußerungen ebenfalls etwas höher mit 123,32 Yen gehandelt. Der Schweizer Franken notierte zum Euro mit 1,0806 und zum Dollar mit 1,0202. (Reuters)

          In Chinas Dienstleistungssektor schwächt sich das Wachstum ab

          In China kühlen sich die Geschäfte im Dienstleistungssektor ab. Das zeigt der am Donnerstag veröffentlichte Einkaufsmanagerindex, der vom Markit-Institut und dem Medienhaus Caixin erstellt wird. Er sank im November auf 51,2 von 52,0 Punkten im Oktober und deutet damit auf ein abgeschwächtes Wachstum hin. Hintergrund ist ein gedämpftes Neugeschäft. Hier fiel das entsprechende Teilbarometer auf 51,1 von 52,9 Zählern im Oktober. Werte über 50 zeigen anziehende Geschäfte an. (Reuters)

          China und Südafrika wollen wirtschaftliche Zusammenarbeit verstärken

          China und Südafrika wollen ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit verstärken. Beim Staatsbesuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Südafrika schlossen beide Länder Kooperationsabkommen im Umfang von umgerechnet 6,1 Milliarden Euro ab. Die 26 Einzelvereinbarungen umfassen unter anderem eine 500 Millionen Dollar (472 Millionen Euro) schwere Kreditzusage der China Development Bank für Südafrikas staatlichen Energieversorger Eskom, wie die Präsidentschaft in Pretoria am Mittwoch mitteilte. Auch Investitionen in Infrastruktur- und Industrieprojekte in Südafrika und anderen afrikanischen Ländern wurden demnach verabredet. (dpa-AFX)

          Arbeitslosenstatistik soll Flüchtlinge getrennt ausweisen

          Die Bundesregierung will zum Jahreswechsel die technischen Voraussetzungen schaffen, um Flüchtlinge getrennt in der Arbeitslosenstatistik auszuweisen. Das Arbeitsministerium bestätigte nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung (Donnerstag), dass bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg die Vorbereitungen dafür liefen: "Die BA passt derzeit ihre EDV-Systeme dahingehend an, dass ab Anfang 2016 Informationen zum Aufenthaltsstatus von Kunden eingepflegt werden können." Dem Blatt zufolge zielen die Anpassungen darauf ab, ab spätestens Mitte des Jahres die Zahl der Arbeitslosen mit und ohne Einbeziehung von Flüchtlingen vorlegen zu können. Nach Angaben aus dem Oktober geht die BA davon aus, dass rund 90 Prozent der anerkannten Flüchtlinge zunächst auf Hartz IV angewiesen sein werden. Für 2016 erwartete die Agentur damals im Jahresschnitt rund 130.000 arbeitslose Flüchtlinge zusätzlich. (dpa-AFX)

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