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Weitere Nachrichten : Ölmultis brauchen Zahlungen an Regierungen nicht offenzulegen

  • Aktualisiert am

Schmierstoff darf weiter unbelegt fließen Bild: Reuters

Portugals Regierungskoalition wankt, die Fondsgesellschaft Pimco verliert im Rekordtempo Gelder, S&P stuft die Deutsche Bank herab.

          4 Min.

          In den Vereinigten Staaten ansässige Ölkonzerne können ihre Zahlungen an Regierungsstellen weiter geheim halten. Ein Bezirksrichter in Washington, D.C. hat ein Regelwerk der Börsenaufsicht SEC für nichtig erklärt, dass die Konzerne dazu zwingen sollte, ihre Geldflüsse an Staatsapparate in ihren Abbaugebieten offenzulegen.Das SEC-Regelwerk beruhte auf dem Abschnitt 1.504 der Finanzmarktreform des amerikanischen Kongresses Richter John Bates kritisierte, dass die SEC keine Ausnahmen für Staaten zugelassen habe, die ihrerseits eine Veröffentlichung von Zahlungen verbieten. Diese Entscheidung der Behörde sei „willkürlich und launisch“ gewesen.

          Durch die Offenlegung sollte das Versickern der Ölmillionen in den Regierungsapparaten etwa der rohstoffreichen afrikanischen Staaten erschwert werden. Die Veröffentlichungspflicht sollte auch für Zahlungen im Zusammenhang mit der Förderung von Gas oder dem Abbau von Metallen und Mineralien gelten. Zu den Unterstützern des Regelwerks zählt die Hilfsorganisation Oxfam. In amerikanischen Medien wurde erwartet, dass die Börsenaufsicht das Regelwerk nun neu fasst. Es sollte im Herbst diesen Jahres in Kraft treten. (dpa-AFX)

          Portugals Regierungskoalition wankt

          Die Mitte-Rechts-Regierungskoalition im Euro-Krisenland Portugal steht nach gut zwei Jahren vor dem Aus: Nur einen Tag nach dem Rücktritt von Finanzminister Vítor Gaspar stellte auch Außenminister Paulo Portas am Dienstag in Lissabon sein Amt zur Verfügung. Er sei mit der aktuellen Politik nicht einverstanden sei, teilte der Politiker mit.

          Obwohl die linke Opposition und die Gewerkschaften nach den beiden Rücktritten ihre Forderungen nach Neuwahlen bekräftigten und trotz Rezession und Rekordarbeitslosigkeit, will Ministerpräsident Passos im Amt bleiben. Den Rücktritt Portas’, des Chefs des konservativen Koalitionspartners seiner Sozialdemokraten (PSD), wolle er nicht annehmen, betonte Passos. Ohne die Unterstützung des Demokratischen und Sozialen Zentrum (CDS) von Portas würde die Regierung ihre absolute Mehrheit im Parlament verlieren.

          Die Rücktritte erfolgen in einer Phase, in der Portugal neue Einsparungen beschließen muss, um die Vorgaben der Geldgeber von der EU, der Europäischen Zentralbank (EZB) und vom Weltwährungsfonds (IWF) zu erfüllen. (dpa-AFX)

          Pimco verliert im Rekordtempo Gelder

          Dem rekordverdächtigen Verlust im Mai folgt bei Allianz-Tochter Pimco ein ebenso schwaches Quartal. Die zweite Dreimonatsperiode des laufenden Jahres geht mit einem Fehlbetrag auf Rekordniveau und mit in Scharren fliehenden Kunden zu Ende. Der Stern von Rentenkönig Bill Gross, Mitbegründer von Pacific Investment Management Co (Pimco) und Verwalter des Fonds, scheint zu sinken.

          Investoren zogen im Juni rund 10 Milliarden Dollar aus dem Total Return Bond Fund (PTTRX) ab, für den Gross verantwortlich zeichnet. Dies geht aus Daten der Fondsanalysten von Morningstar hervor. Der Kapitalabfluss beim größten Rentenfonds der Welt war der umfangreichste seit Beginn der Datenaufzeichnung durch Morningstar im Jahr 1993.

          Gross hatte Anleger mit einem Zweitquartalsverlust von 3,6 Prozent aufgeschreckt. Die negative Rendite bescherte Investoren den höchsten Fehlbetrag, seit der Fonds im Jahr 1987 aufgelegt worden war, wie die Daten von Morningstar und dem Analysehaus Lipper zeigen. Die Fonds schnitt damit deutlich schwächer ab als der Benchmarkfonds US Aggregate Bond von Barclays, der lediglich 2,32 Prozent des eingesetzten Kapitals verbrannte.(Dow Jones)

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