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Weitere Nachrichten : IVG beruft Restrukturierungsspezialist Ziems in den Vorstand

  • Aktualisiert am

Großbaustelle von, mit und bei IVG Bild: dapd

Telegate verschiebt wegen der Pleite des Großaktionärs die Hauptversammlung. EU-Kommissar Oettinger bezeichnet diese als „Sanierungsfall“, Homag schüttet wieder eine Dividende aus.

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          Der Immobilienkonzern IVG hat Hans-Joachim Ziems zum ordentlichen Mitglied des Vorstands bestellt. In den nächsten 12 Monaten werde er für das neu geschaffene Ressort Restrukturierung zuständig sein und die Gesellschaft bei der Umsetzung eines ganzheitlichen Maßnahmenpakets zur nachhaltigen Finanzierung unterstützen, teilte die IVG mit. Der Restrukturierungsspezialist leitete in gleicher Position zuletzt die Pfleiderer AG.

          Auf die Personalie reagierte die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) wenig erfreut: Bei der Pfleiderer-Restrukturierung habe der Kölner Unternehmensberater eine wenig erfreuliche Rolle gespielt, schrieb sie in einer Mitteilung. Für die Aktionäre der IVG sei die Bestellung von Ziems durch die IVG deshalb „eine schlechte Nachricht“, so Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der DSW. Bisher habe die IVG immer wieder betont, dass alles zum Besten stehe. Nach der Bestellung eines Restrukturierungsvorstands schienen diese Aussagen so nicht mehr haltbar zu sein.

          IVG hat wegen niedriger Einnahmen große Schwierigkeiten, seine Schulden zurückzuzahlen, die sich inzwischen auf insgesamt 4,2 Milliarden Euro belaufen. Es soll eine neue Finanzierungsstrategie her, die den Aktionären auf der Hauptversammlung im August zum Beschluss vorgelegt werden soll. Gelingt das nicht, steht das Unternehmen vor dem Aus. Um bei der Planung schneller voranzukommen, veranstaltete die IVG deshalb eine nicht-öffentliche Telefonkonferenz mit Gläubigern. (Dow Jones)

          Telegate verschiebt wegen Großaktionärs-Pleite Hauptversammlung

          Die Telefonauskunftsfirma Telegate verschiebt wegen der Pleite ihres Mehrheitsaktionär Seat Pagine Gialle die Hauptversammlung. Der italienische Eigner sehe sich aufgrund seines derzeit laufenden Umschuldungsverfahrens nicht in der Lage, der Verwendung des Gewinns aus dem Jahr 2012 zustimmen zu können. Telegate wollte eine Dividende von zwei Euro je Anteilsschein ausschütten. Auch nach einer abermaligen Prüfung halte Telegate dies für wirtschaftlich angemessen, hieß es.

          Seat Pagine Gialle hält 77 Prozent an Telegate. Der italienische Verlag hatte Anfang Februar wegen Zahlungsunfähigkeit bei einem Turiner Gericht die Umschuldung beantragt. Das Aktionärstreffen war für den 5. Juni angesetzt. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. (Reuters)

          Oettinger bezeichnet EU als „Sanierungsfall“

          EU-Kommissar Günther Oettinger hat den Staatenklub als „Sanierungsfall“ bezeichnet. Nach einem Bericht der Bild-Zeitung äußerte sich Oettinger in einer Rede vor der Deutsch-Belgisch-Luxemburgischen Handelskammer nur wenig diplomatisch. „Europa ist ein Sanierungsfall“, sagte Oettinger. „Mir macht Sorge, dass derzeit zu viele in Europa noch immer glauben, alles werde gut.“

          Brüssel habe „die wahre schlechte Lage noch immer nicht genügend erkannt“. Statt die Wirtschafts- und Schuldenkrise zu bekämpfen, zelebriere Europa „Gutmenschentum“ und führe sich als „Erziehungsanstalt“ für den Rest der Welt auf.

          Auch die Lage in einigen EU-Mitgliedsländern sei besorgniserregend. „Mir machen Länder Sorgen, die im Grunde genommen kaum regierbar sind: Bulgarien, Rumänien, Italien.“ Dazu komme, dass in vielen Ländern EU-kritische Bewegungen stärker würden. In Großbritannien regiere Premier Cameron mit einer „unsäglichen Hinterbank, seiner englischen Tea Party“.

          Besorgt äußerte sich Oettinger auch zur wirtschaftlichen Lage Frankreichs. Das Land sei „null vorbereitet, auf das, was notwendig ist“, sagte der deutsche EU-Kommissar. Frankreich brauche eine Agenda 2010 „mit Rentenreform, was in Wahrheit Rentenkürzung heißt, längere Lebensarbeitszeit, Staatsquote runter“. Frankreich habe eine Staatsquote von 57 Prozent, die Zahl der Staatsdiener sei doppelt so hoch wie im EU-Schnitt. Aber es gebe „keinen Mittelstand und wenig Innovation“. (Dow Jones Newswires)

          Homag schüttet wieder Dividende aus

          Der Maschinenbauer Homag wird nach der Rückkehr in schwarze Zahlen wieder eine Dividende an seine Aktionäre zahlen. Die Ausschüttung liegt mit 0,25 Euro je Stückaktie bei 3,92 Millionen Euro. Die Anteilseigner stimmten allerdings gegen die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals, wie es weiter hieß.

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