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Weitere Nachrichten : Hohe Nachfrage nach Rente ab 63

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Bild: dpa

Die Nachfrage nach der Rente ab 63 ist hoch – Unionspolitiker fordern Änderungen. Europas Banken brauchen nach einer Studie kräftige Kostensenkungen.

          Angesichts unerwartet starkem Interesse an der Rente mit 63 mahnen Wirtschaftspolitiker aus der Union Nachbesserungen an. „Wenn die Antragszahlen deutlich über den Erwartungen liegen, müssen wir die Rente mit 63 spätestens in einem Jahr überprüfen“, sagte der CSU-Mittelstandspolitiker Hans Michelbach der „Rheinischen Post“ (Montag).

          Christian von Stetten (CDU), Chef des Parlamentskreises Mittelstand in der Unionsfraktion, sagte, es sei zwar „in Ordnung, wenn Menschen nach 45 Beitragsjahren mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen können“. „Aber die Zeiten des Bezugs von Arbeitslosengeld dürfen künftig nicht mehr auf die Beitragsjahre angerechnet werden.“ Wenn weiterhin so viele Anträge eingingen, „müssen wir spätestens in vier Jahren den Rentenbeitrag anheben“.

          Bis Ende Februar stellten nach Angaben der Rentenversicherung rund 255.000 Menschen einen Antrag auf die abschlagsfreie Rente ab 63. Einen Anspruch darauf haben seit dem 1. Juli 2014 alle Arbeitnehmer, die mindestens 45 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben. (dpa-AFX) 

          Europas Banken brauchen kräftige Kostensenkungen

          Europas Banken dürften einer Studie zufolge auch 2015 bei der Ertragskraft weit hinter der amerikanischen Konkurrenz zurückbleiben. Die am Montag veröffentlichte Untersuchung der Beratungsfirma EY (früher Ernst & Young) ergab, dass die europäischen Institute in diesem Jahr ihre Kapitalrendite (RoE) im Schnitt um 1,6 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent steigern. Damit könnten sie allerdings ihre Kapitalkosten noch nicht einmal zur Hälfte verdienen. Zudem lägen sie damit deutlich unter der RoE der amerikanischen Geldhäuser von 12,2 Prozent. Die britischen Banken kämen immerhin auf 9,5 Prozent und damit ihren besten Durchschnittswert seit 2007.

          Den EY-Experten zufolge dürften die europäischen Institute um Stellenstreichungen und andere Einschnitte nicht herumkommen. Denn um ihre Kapitalkosten zu verdienen, müssten sie ihre Ausgaben um ein Fünftel senken und zugleich die Einnahmen um 15 Prozent steigern. EY befragte 226 hochrangige Banker aus elf verschiedenen Märkten. (Reuters)

          Zinsspekulationen in Amerika belasten Nikkei zum Wochenstart

          Spekulationen auf eine frühere Zinswende in den Vereinigten Staaten haben die Tokioter Börse am Montag ins Minus gedrückt. Auslöser war der am Freitag veröffentlichte amerikanische Arbeitsmarktbericht, der stärker ausfiel als erwartet. Anleger mutmaßten daher, dass die amerikanische Notenbank Fed die Zinsen früher wieder anheben könnte als bislang erwartet. Außerdem drückten revidierte Daten zum japanischen Bruttoinlandsprodukt in Tokio auf die Stimmung. Demnach wuchs die heimische Wirtschaft im Schlussquartal 2014 nicht so stark wie zunächst berechnet.

          Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index verlor 0,6 Prozent auf 18.854 Punkte. Die Schwergewichte Fast Retailing und SoftBank gaben beide 1,1 Prozent nach. Gegen den Trend legten Japan Display 4,2 Prozent zu. Der Apple -Zulieferer will eine neue LCD-Fabrik für 1,4 Milliarden Dollar in Japan bauen. Am Devisenmarkt tendierte der Euro mit 1,0840 Dollar nahe seines Niveaus im späten New Yorker Handel am Freitag. Zur japanischen Währung lag der Dollar ebenfalls wenig verändert bei 120,80 Yen. Der Schweizer Franken notierte zum Euro mit 1,0682 und zum Dollar mit 0,9853.

          Weiter Hunderte Selbstanzeigen von Steuerhinterziehern

          Bei den deutschen Finanzbehörden gehen weiter Hunderte Selbstanzeigen von Steuerhinterziehern ein - trotz der deutlichen Verschärfung der Regeln zum Jahresanfang. Allerdings nimmt die Zahl teilweise spürbar ab, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in den Ländern ergab. Im vergangenen Jahr hatten die Finanzämter den Rekordwert von rund 40.000 Selbstanzeigen von Betrügern mit im Ausland verstecktem Geld registriert. Die meisten gab es in Baden-Württemberg, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Bayern. Seit Januar ist es für reuige Steuerbetrüger deutlich teurer, per Selbstanzeige straffrei davonzukommen. (dpa-AFX)

          Fahrermangel bedroht Fernbus-Boom

          Die boomende Fernbus-Industrie befürchtet einem Pressebericht zufolge erhebliche Rückschläge durch den Fahrermangel. Dieses Problem bleibe die „größte Bedrohung der Busbranche“, berichtet die Zeitung „Die Welt“ (Montagausgabe) unter Berufung auf eine Umfrage des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmer. Demnach wird diese Einschätzung von 74 Prozent der beteiligten Unternehmen aus Nahverkehr, Touristik und Fernlinienverkehr vertreten. Von den Fernbus-Betreibern erwarteten sogar 80 Prozent, dass sie ein „zunehmendes Problem mit dem Mangel an Fahrern bekommen“.

          Zum Schutz der Deutschen Bahn war der Fernbus-Verkehr in Deutschland bis 2012 per Gesetz weitgehend verboten. Seit der Freigabe boomt der Markt mit immer neuen Anbietern, von denen sich wegen des Preiskampfes einige bereits wieder zurückgezogen haben. Die beiden Marktführer MeinFernbus und Flixbus schlossen sich kürzlich zusammen. Die Deutsche Bahn geht ebenfalls in die Offensive und will ihr Angebot bis 2016 vervierfachen. Einen größeren Anteil an dem hart umkämpften Geschäft strebt auch die Deutsche Post an. (Reuters)

          Börsengang von ABN Amro im zweiten Halbjahr

          Die verstaatlichte niederländische Großbank ABN Amro soll voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2015 zurück an die Börse gebracht werden. Der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem sagte am Sonntag, dass er noch im März einen Brief an das Parlament schicken werde. In dem Schreiben werde er eine abermalige Aktiennotierung des Geldhauses empfehlen. „Wir werden ABN abermals verkaufen“, ergänzte der Minister. Der Schritt werde in der zweiten Jahreshälfte erfolgen.

          Das Finanzinstitut schreibt wieder schwarze Zahlen. Der bereinigte Nettogewinn summierte sich im vierten Quartal 2014 auf 400 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum stand noch ein Minus von 47 Millionen Euro zu Buche. Die Niederlande hatten die Bank im Oktober 2008 während der Finanzkrise verstaatlicht. (Reuters)

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