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Weitere Nachrichten : Euro auf Zwölf-Jahres-Tief

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Graffiti mit Euro-Zeichen in Athen Bild: Reuters

Der hat sich bei der Quantifizierung der TTIP-Vorteile um den Faktor zehn vertan – nach oben. Der IWF beschließt ein neues Hilfsprogramm für die Ukraine.

          Die Tokioter Börse hat am Donnerstag deutlich im Plus tendiert. Experten machten eine Reihe von Faktoren wie die abnehmende Sorge über die Situation in der Ukraine dafür verantwortlich. „Am Markt herrscht ein Gefühl der Erleichterung“, sagte Shigemitsu Tsuruta von SMBC Friend Securities zur geopolitischen Lage. Händler brachten sich auch für die monatliche Futures-Berechnung des Nikkei am Freitag in Stellung.

          Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 1,1 Prozent höher bei 18.928 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg ebenfalls um 1,1 Prozent auf 1542 Punkte. Gegen den Trend verlor Brother Industries 5,2 Prozent. Das Unternehmen hatte angekündigt, den britischen Konzern Domino Printing Sciences für etwa 1,55 Milliarden Dollar kaufen zu wollen.

          Ein Euro wurde mit 1,0517 Dollar bewertet nach 1,0547 Dollar im späten New Yorker Handel. Im Verlauf sank er bis auf 1,0508 Dollar, den tiefsten Stand seit März 2003. Der Dollar wurde mit 121,57 Yen gehandelt nach 121,45 Yen in den Vereinigten Staaten. Der Schweizer Franken notierte zum Euro mit 1,0628 und zum Dollar mit 1,0103.

          BDI verrechnet sich bei TTIP-Vorteilen

          Dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) ist bei Angaben zu den Effekten des umstrittenen EU-Freihandelsabkommens mit den Vereinigten Staaten (TTIP) ein peinlicher Fehler unterlaufen. Demnach sind die zu erwartenden Wirtschaftseffekte zehn Mal kleiner als behauptet, betonte die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch am Mittwoch in Berlin - sie hatte die Panne öffentlich gemacht. Der BDI habe in Broschüren und Interviews von einer jährlichen Wachstumssteigerung um etwa 100 Milliarden Euro gesprochen. Eine Studie ging aber davon aus, dass eine solche Steigerung erst binnen zehn Jahren erreicht werden könnte - konkret ist von knapp 120 Milliarden Euro die Rede.

          In einem Brief an Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode betonte die Leiterin Außenwirtschaftspolitik beim BDI, Stormy-Annika Mildner, „dass in unserer vielfältigen Kommunikation stellenweise der Eindruck entstehen konnte, als wäre der Effekt von rund 100 Milliarden Euro jährlich zu erwarten“. Falsch sei aber der Eindruck, es handele sich um eine bewusste Desinformationskampagne des BDI. Foodwatch wirft unter anderem auch der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft falsche Informationen vor. Zudem seien CDU-Angaben zu Arbeitsplatzzuwächsen in der EU von angeblich 400.000 bis 1,3 Millionen so nicht korrekt, da Prognosen auch von nur 11.000 neuen Jobs durch TTIP sprächen. (dpa-AFX)

          IWF beschließt neues Hilfsprogramm für Ukraine

          Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat sein neues Hilfspaket von 17,5 Milliarden Dollar für die Ukraine beschlossen. Das gab IWF-Chefin Christine Lagarde am Mittwoch in Berlin bekannt. Das vom IWF-Direktorium bewilligte Vier-Jahres-Programm werde dabei helfen, die wirtschaftliche Lage in der Ukraine umgehend zu stabilisieren. Zugleich würden in der Ukraine weitreichende Reformen zur Wiederherstellung eines robusten Wachstums und zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung auf den Weg gebracht.

          „Die Ukraine hat alle Bedingungen erfüllt dafür, dass dieses Programm starten kann“, sagte Lagarde in Berlin nach einem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie den Spitzen anderer Welt-Finanz- und Wirtschaftsorganisationen. Geplant sei, zehn Milliarden Dollar im ersten Jahr auszuzahlen. Das vereinbarte Hilfsprogramm sei ambitioniert. Es sei auch mit Risiken behaftet, doch gebe es auch ausreichend Erfolgsaussichten. Insgesamt strebt die internationale Staatengemeinschaft ein Hilfspaket von gut 40 Milliarden Dollar an.

          Neben den IWF-Krediten enthält das neue Ukraine-Hilfsprogramm auch Geld der führenden westlichen Industriestaaten (G7), der EU sowie anderer Institutionen. Deutschland steuert bisher einen zusätzlichen Kreditrahmen von 500 Millionen Euro zum Wiederaufbau des Landes bei. Dabei handelt es sich um Bürgschaften zur Projekt-Förderung.

          Zudem soll die ukrainische Regierung mit ihren Geldgebern Erleichterungen erreichen. Dabei geht es um den Verzicht auf Forderungen, niedrigere Zinsen sowie Laufzeitverlängerungen. Zu den großen Gläubigern der Ukraine gehört unter anderem aber Russland. Experten bezweifeln, dass die angepeilten Mittel zusammenkommen und am Ende auch reichen werden. (dpa-AFX)

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