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Weitere Nachrichten : Deutsche Wirtschaft über Lage in der Türkei besorgt

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Wohin bewegt sich die Türkei? Bild: dpa

Die Commerzbank einigt sich mit dem Betriebsrat auf den Abbau von 5.000 Stellen, der Baukonzern Alpine will nun doch Schuldenerlass von seinen Anleihegläubigern.

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          Die deutsche Wirtschaft ist über die Zuspitzung der Lage in der Türkei besorgt und verlangt von der Regierung in Ankara Gesprächsbereitschaft gegenüber den Demonstranten. „Die türkische Regierung muss offen sein für einen Dialog, nicht nur aus offensichtlichen innenpolitischen Gründen: Eine friedliche Lösung der Proteste ist wichtig für die außenpolitische Glaubwürdigkeit, sei es als Vorbild für die Region oder auf dem Weg zu einem EU-Beitritt“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Markus Kerber, der F.A.Z. (Dienstagsausgabe). Kerber warnte vor wirtschaftlichen Folgen der politischen Instabilität. „Mit der momentanen Haltung verspielt die Regierung das Vertrauen der Investoren, das sie Stück für Stück aufgebaut hat.“

          Der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Volker Treier, sagte der F.A.Z., die Unternehmen sähen die aktuellen Auseinandersetzungen in der Türkei „zunehmend mit Sorge“. Die politischen Gräben seien tiefer als von den meisten bisher angenommen. Noch sei es zwar zu früh, um negative wirtschaftliche Konsequenzen zu konstatieren. Doch die dort engagierten deutschen Unternehmen registrierten die Entwicklung sehr aufmerksam. Die Türkei brauche Kapital aus dem Ausland, vielfach aus Deutschland, wenn es aber dauerhaft Auseinandersetzungen gebe, könne das zu Kapitalabflüssen führen, warnte Treier.

          Der Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels mahnte, für eine weiterhin positive wirtschaftliche Entwicklung der Türkei sei politische Stabilität „unabdingbar, damit einhergehen muss die Lösung der innergesellschaftlichen Konflikte“.

          Baden-Württemberg macht bei Deutschland-Bond zunächst nicht mit

          Baden-Württemberg will sich bei der Premiere des Deutschland-Bond nicht beteiligen. Dies erklärte Finanzminister Nils Schmid (SPD) in Stuttgart auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Die Idee einer Bund-Länder-Anleihe halte er grundsätzlich für gut. Es komme aber sehr auf ihre Ausgestaltung an. „Zum einen wird diesmal nicht das Huckepack-Verfahren umgesetzt, wodurch die Länder einzeln haften“, begründete Schmid die ablehnende Haltung. Zum anderen gehe das Land davon aus, dass es sich „aufgrund seines herausragenden Standings am Kapitalmarkt beim derzeitigen Marktumfeld durch eigene Emissionen gleicher Laufzeit alleine günstiger refinanzieren“ könne. Grundsätzlich stehe der Südwesten der Anleihe aber offen gegenüber, solange sie wirtschaftlich sei. Die aktuell geplante Emission entspreche noch nicht der Vorstellung des Landes. Die derzeitigen Pläne könnten aber als Teiletappe gesehen werden und künftig durchaus ein neues und lohnendes Marktsegment etablieren.

          Der Deutschland-Bond soll nach den Worten von Schmid voraussichtlich Ende diesen Monats oder Anfang Juli am Kapitalmarkt plaziert werden. Der Bund und mehrere Länder wollen sich am Kapitalmarkt zwischen drei bis fünf Milliarden Euro besorgen. Die Laufzeit der Anleihe dürfte zwischen fünf bis zehn Jahre betragen.

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