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Weitere Nachrichten : Betrugs-Anklage gegen France-Telecom-Chef

  • Aktualisiert am

France-Telecom-Chef Stephane Richard Bild: AP

Pinault will bei Puma hart durchgreifen, Frankreich droht mit einem Veto gegen Freihandelsgespräche mit den Vereinigten Staaten.

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          Gegen den Chef des französischen Telefonriesen France Télécom-Orange, Stéphane Richard, ist ein Anklageverfahren wegen bandenmäßigen Betrugs eingeleitet worden. Wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte, konnte der 51-Jährige bei einer zweitägigen Vernehmung zu einem umstrittenen Schlichtungsverfahren die Verdachtsmomente nicht ausräumen.

          Richard wird vorgeworfen, 2008 als Büroleiter der damaligen französischen Wirtschaftsministerin Christine Lagarde eine aus der Staatskasse finanzierte Entschädigungszahlung von rund 400 Millionen Euro an den schillernden Geschäftsmann Bernard Tapie ermöglicht zu haben. Dieser hatte sich von der früheren Staatsbank Crédit Lyonnais beim Verkauf seiner Anteile am deutschen Sportartikelhersteller Adidas geprellt gesehen und deswegen geklagt.

          Nach Ansicht von Ermittlern hätte es das zu der Entschädigungszahlung führende Schiedsgerichtsverfahren nicht geben dürfen. Als brisant gilt der Fall vor allem, weil Tapie im französischen Präsidentschaftswahlkampf 2007 den siegreichen Kandidaten Nicolas Sarkozy unterstützte.

          Dass Richard wegen der Vorwürfe seinen Chefposten bei Frankreichs größtem Telekommunikationskonzern aufgeben muss, galt bis zuletzt als unwahrscheinlich, da zahlreiche Anklageverfahren dieser Art im Sande verlaufen. Die Regierung teilte allerdings mit, dass das Aufsichtsgremium von France Télécom-Orange in den nächsten Tagen mögliche Konsequenzen prüfen werde. Der französische Staat ist Großaktionär des Unternehmens. (dpa-AFX)

          Pinault will bei Puma hart durchgreifen

          Der Chef des französischen Luxus- und Lifestyle-Konzerns Kering (früher PPR), François-Henri Pinault, will bei der Tochtergesellschaft Puma hart durchgreifen. „Wir haben interne Schwächen, die korrigiert werden müssen“, sagte Pinault der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstagsausgabe). „Wildwuchs und die geographische Zersplitterung“ sollen bekämpft werden. Puma habe in den vergangenen zwölf Jahren ein beeindruckendes Wachstum erzielt. Dabei seien die Organisationsformen aber nicht ausreichend angepasst worden. Der Sportartikelhersteller habe etwa viele seiner Lizenznehmer übernommen, sie aber nicht richtig integriert, erklärte er. Strukturen wie die IT-Systeme und verschiedene Abläufe müssten jetzt „vereinfacht und vereinheitlicht“ werden. (dpa-AFX)

          Coty erlöst mit Börsengang rund eine Milliarden Dollar

          Der New Yorker Parfüm-Konzern Coty der deutschen Milliardärsfamilie Reimann nimmt mit seinem Börsengang offenbar rund eine Milliarde Dollar ein. Der Ausgabepreis für die Aktien sei auf 17,50 Dollar und damit auf den Mittelwert der von 16,50 bis 18,50 Dollar angebotenen Spanne festgelegt worden, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person in der Nacht auf Donnerstag. Coty hatte angekündigt 57,1 Millionen Anteilsscheine an der Wall Street zu plazieren. Beantragt hatte Coty den Börsengang bereits vor einem Jahr, kurz nachdem der Hersteller von Parfüms bekannter Marken wie Calvin Klein, Davidoff, Joop und Bottega Veneta mit dem Versuch einer Übernahme des angeschlagenen Rivalen Avon gescheitert war. Ein Wechsel an der Firmenspitze verzögerte die Pläne jedoch. (Reuters)

          Frankreich droht mit Veto gegen Freihandelsgespräche mit Vereinigten Staaten

          Aus Sorge um seine Filmindustrie droht Frankreich mit einer Blockade der Gespräche über ein transatlantisches Freihandelsabkommen mit den Vereinigten Staaten. Zwei Tage vor der geplanten Freigabe der Verhandlungen durch die EU-Länder erklärte Ministerpräsident Jean-Marc Ayrault am Mittwoch vor dem Parlament, sein Land werde notfalls ein politisches Veto einlegen, wenn die Filmindustrie und digitale Medien nicht von den Verhandlungen ausgeklammert werden sollten.

          Frankreich betrachtet den Sektor traditionell als wichtigen Bestandteil seiner kulturellen Identität, der von Hollywood untergraben werden könnte. Kulturministerin Aurelie Filippetti sagte zu Reuters TV: „Frankreich wird die kulturelle Ausnahme bis zuletzt verteidigen - das ist eine rote Linie.“ (Reuters)

          Bank of Korea hält Leitzins stabil

          Nach der überraschenden Lockerung im Mai hat die südkoreanische Notenbank (BoK) den Leitzins bei 2,50 Prozent belassen. Alle 15 von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte hatten dies so auch vorausgesagt. Die Märkte erwarten, dass die Bank of Korea dieses Zinsniveau bis zum Ende des Jahres halten wird.

          Die Wirtschaft des Landes zeigt erste Zeichen der Erholung, nachdem sich die Konjunktur seit Ende vergangenen Jahres eingetrübt hatte. Im Mai kletterten die Exporte jedoch um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach Monaten des Rückgangs konnten auch die Industriebetriebe ihren Ausstoß wieder erhöhen. Die Regierung peilt in diesem Jahr ein Wachstum von 2,8 Prozent an. (Dow Jones)

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