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Starinvestor Warren Buffett : Der 200.000-Dollar-Mann

  • -Aktualisiert am

Der Liebling der Wall Street: Warren Buffett mit seiner Berkshire Hathaway. Bild: REUTERS

Der Aktienkurs von Berkshire Hathaway erreicht einen neuen Meilenstein. Dazu hat Starinvestor Warren Buffett seine neuesten Aktienkäufe bekanntgemacht.

          2 Min.

          Warren Buffett, der berühmte Investor aus Omaha, dürfte sich am Donnerstag richtig gut gefühlt haben. Der Aktienkurs seines Konglomerats Berkshire Hathaway schloss an der New Yorker Börse erstmals über 200.000 Dollar – um genau zu sein, beendeten die A-Aktien von Berkshire den Handel mit 202.850 Dollar, nachdem die Papiere während der Börsensitzung um 3241 Dollar oder 1,6 Prozent zugelegt hatten. „Mein Ego geht in Berkshire auf“, hatte Buffett dem Wirtschaftsmagazin Fortune schon 1988 verraten. „Ich kann mein ganzes Leben auf den Kurs von Berkshire abstimmen.“ Die Aktie schwankte 1988 noch zwischen 3000 Dollar und 5000 Dollar. Damit kosteten die Berkshire-Titel aber schon damals mehr als die derzeit zweitteuerste Aktie an der New Yorker Börse. Die Titel des Agrarkonzerns Seaboard notieren um 2900 Dollar.

          Norbert Kuls

          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Fast acht Jahre ist es her, als die Berkshire-Aktien erstmalig die 100.000-Dollar-Mauer durchbrochen hatten. Das geschah kurz nachdem Buffett, der zweitreichste Amerikaner, den Großteil seines Vermögens der Stiftung von Microsoft-Gründer Bill Gates und seiner Frau Melinda vermacht hatte. Die Stiftung erhält das Geld in Form von Berkshire-Aktien. Erst im Juli beglückte Buffett die Gates-Stiftung sowie vier kleinere Stiftungen seiner eigenen Familie mit der Rekordspende von 2,8 Milliarden Dollar. Die Summe übertraf die des vergangenen Jahres, weil der Aktienkurs von Berkshire stark gestiegen war. Das Geld spendete er in Form von B-Aktien, die aktuell rund 135 Dollar kosten. Die sogenannten Baby-Berkshires, die weniger Stimmrechte haben, weiteten den Investorenkreis aus, obwohl Buffett darauf eigentlich keinen Wert legt. Buffett weigert sich aus diesem Grund auch, die A-Aktien zu splitten, obwohl das die Papiere für Privatleute erschwinglicher machen würde. Buffett will keine Spekulanten, sondern an langfristigen Anlagen interessierte Aktionäre. „Das schreckt auf kurzfristige Schwankungen spekulierende Aktienhändler ab“, sagt Buffett.

          Mit einem Kursgewinn von 14 Prozent in diesem Jahr zählen die Berkshire-Aktien derzeit zu den Lieblingen der Wall Street. Der breitgefasste Aktienindex S&P 500 ist seit Anfang des Jahres nur um knapp 6 Prozent gestiegen.

          Potentielle Übernahmekandidaten im Visier

          Unter dem Dach von Berkshire tummeln sich mehr als 80 Tochtergesellschaften, die vom großen Versicherer Geico über die Eisenbahngesellschaft Burlington Northern bis zum Cowboy-Stiefelhersteller Justin reichen. Dazu verwaltet Buffett ein großes Wertpapierportfolio, mit Beteiligungen an der Bank Wells Fargo, dem Getränkehersteller Coca-Cola oder dem Technologiekonzern IBM. Wie aus einer Meldung an die Börsenaufsicht hervorging, hat Berkshire im vergangenen Quartal Aktien des Kabelkonzerns Charter Communications neu erworben. Dazu hat Buffett die bestehende Beteiligung am Telefonkonzern Verizon aufgestockt.

          Berkshire verfügte Ende des zweiten Quartals über Barmittel von mehr als 50 Milliarden Dollar. An der Wall Street wird darüber spekuliert, welche Unternehmen Buffett als potentielle Übernahmekandidaten im Visier hat. Buffett hatte die Spekulationen Anfang Mai angeheizt, als er sich auf der Hauptversammlung von Berkshire bereit erklärte, bis zu 50 Milliarden Dollar für eine Akquisition auszugeben. Buffett legt zwar auf ein komfortables Liquiditätspolster wert. Aber Berkshire könnte sich für Übernahmen 30 Milliarden Dollar leihen oder ein weiteres Mal mit der Beteiligungsgesellschaft 3G zusammenarbeiten. Berkshire und 3G hatten im vergangenen Jahr den Ketchup-Hersteller H.J. Heinz für 28 Milliarden Dollar gekauft. Als potentielle Übernahmekandidaten gelten die Nahrungsmittelhersteller Kellogg, General Mills und Campbell Soup.

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