https://www.faz.net/-gqe-7w5m0

Wall Street : Eine Kultmarke in Nöten

Abercrombie & Fitch-Laden in San Jose Bild: AP

Die Modekette Abercrombie & Fitch fällt immer tiefer. Nach katastrophalen Zahlen bricht der Aktienkurs ein. Besonders desolat ist die Lage in Europa.

          2 Min.

          Es war keine schlechte Woche an der Wall Street. Der Dow-Jones-Index und der breiter gefasste S&P 500 notierten am Freitag zum Handelsschluss mit einem abermaligen Rekordstand, dem dritten in der vergangenen Woche. Robuste, wenn auch nicht spektakuläre Zahlen vom Arbeitsmarkt halfen dabei. Im Oktober wurden 214.000 neue Stellen geschaffen, und die Arbeitslosenquote sank von 5,9 auf 5,8 Prozent. Der Dow schloss am Freitag bei 17574 Punkten, im Wochenvergleich ein Plus von 1,1 Prozent. Der S&P 500 legte in der vergangenen Woche um 0,7 Prozent auf 2032 Punkte zu, der Index der Technologiebörse Nasdaq notierte bei 4633 Punkten minimal über dem Stand der Vorwoche. Die volatilen Oktoberwochen, in denen der Dow zeitweise auf unter 16200 Punkte abrutschte, scheinen zunächst einmal vorbei zu sein.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Aber in diesem freundlichen Börsenumfeld gab es am Freitag auch einen ganz großen Verlierer: Der Aktienkurs der Modekette Abercrombie & Fitch stürzte um 17 Prozent auf 29,50 Dollar ab. Das Unternehmen meldete erschreckend schwache vorläufige Quartalszahlen. Die einstige Kultmarke des amerikanischen Einzelhandels fällt immer tiefer. „Wir sind eindeutig enttäuscht,“ gab Vorstandsvorsitzender Mike Jeffries zu.

          Das Unternehmen, zu dem neben der Kernmarke auch die Kette „Hollister“ gehört, musste im vergangenen Quartal einen Umsatzrückgang von 12 Prozent hinnehmen. Besonders schlecht schnitt der Händler in seinem Auslandsgeschäft ab, und Jeffries hob Europa als Schwachpunkt hervor. Abercrombie & Fitch hat derzeit inklusive Hollister auf der Welt knapp 1000 Filialen, wovon 161 Standorte außerhalb der Vereinigten Staaten sind. In Deutschland ist das Unternehmen mit vier Filialen und zwei Outlet-Standorten seiner Kernmarke vertreten, daneben gibt es 18 Hollister-Geschäfte.

          Die Lage hat sich nach Angaben des Unternehmens im Laufe des Quartals zugespitzt, die Entwicklung im September und im Oktober sei „deutlich schwächer“ gewesen als noch im August. Auch die Gewinnmargen hätten sich verschlechtert. Die Zahlen sind noch einmal deutlich schlechter ausgefallen als im vorangegangenen Quartal. Vor drei Monaten hat Abercrombie & Fitch schon einen radikalen Strategiewandel angekündigt. So sollen die Abercrombie-Logos, die traditionell sehr prominent auf der Bekleidung zu sehen waren, nun weitgehend verschwinden, denn offenbar kommen sie nicht mehr bei den Verbrauchern an. Jeffries sagte jetzt, auch in den vergangenen drei Monaten hätten sich Artikel mit Logos schlecht verkauft.

          Auch in der kommenden Woche könnten Nachrichten aus dem amerikanischen Einzelhandel für Kursbewegungen sorgen. Denn am Donnerstag legt Wal-Mart, der größte Händler des Landes, seine Quartalszahlen vor.

          Weitere Themen

          Tesla-Aktie verbucht deutliche Verluste

          Nach Nasdaq-Einbruch : Tesla-Aktie verbucht deutliche Verluste

          Ausgerechnet nach der Deutschland-Tour von Gründer Elon Musk gibt der Aktienkurs des Elektroautoherstellers deutlich nach. Anleger sollten nun die Marke von 400 Dollar im Blick behalten, die kürzlich durch den Aktiensplit des Unternehmens gesetzt wurde.

          Tiktok-Deal mit Oracle und Walmart kann kommen Video-Seite öffnen

          Trump gibt grünes Licht : Tiktok-Deal mit Oracle und Walmart kann kommen

          Im Streit um die chinesische Videoplattform Tiktok zeichnet sich eine Einigung ab: Der amerikanische Präsident Donald Trump gab grünes Licht für eine mögliche Übernahme des Geschäfts des Onlinedienstes in den Vereinigten Staaten durch die Unternehmen Oracle und Walmart.

          Topmeldungen

          F.A.Z. exklusiv : „Daimlers Diesel genügen den Richtlinien“

          Als Vorstand für Integrität und Recht hat Renata Jungo Brüngger gerade mehrere Diesel-Verfahren gegen Daimler in Amerika befriedet. Ihren Einsatz für mehr Regeltreue sieht sie aber nicht am Ende. Im Gespräch berichtet sie von Herausforderungen in einem globalen Unternehmen.

          Probefahrt Citroën Ami : Friede, Freude, Frankreich!

          Das Gute an den Umbrüchen, die die Mobilitätswelt erfassen: Überall öffnen sich plötzlich Nischen für Neues. Und genau da hinein schickt Citroën jetzt seinen kleinen Elektrowürfel Ami.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.