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Wachstumszahlen : Chinas Wirtschaft wächst um 7,7 Prozent

Chinas Wirtschaft soll weniger, aber besser wachsen Bild: dpa

Chinas Wachstumsrate verharrte im vergangene Jahr auf dem Niveau von 2012. Regierung und Partei wollen mehr Qualität, weniger Quantität.

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          In China sind die Zeiten zweistelliger Wachstumsraten der Wirtschaft vorbei. Im vergangenen Jahr wuchs die Wirtschaft des ostasiatischen Landes im zweiten Jahr in Folge so langsam wie zuletzt Ende der 90er Jahre. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Erde legte 2013 um 7,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu, wie das Nationale Statistikamt am Montag in Peking berichtete. Der Anstieg der Wirtschaftsleistung lag damit exakt wieder auf dem gleichen Niveau wie 2012, als das Wachstum auf den niedrigsten Stand seit 1999 gefallen war.

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Zwar sind die rasanten Boomzeiten für China vorerst vorüber, die Wirtschaft wächst aber dennoch kräftig. Auch ist der Zuwachs 2013 am Ende etwas höher ausgefallen als erwartet und liegt knapp über dem Wachstumsziel der Regierung. Die hatte lediglich mit 7,5 Prozent gerechnet. Peking hat seine Vorgaben in der Vergangenheit allerdings immer sehr vorsichtig gemacht, so dass sie am Ende meist deutlich übertroffen wurden.

          Regierung und Partei steuern um

          Die Regierung in Peking reagiert auf die Abschwächung des Wirtschaftswachstums gelassen. Die kommunistische Führung strebt seit dem letzten Parteikongress im November vergangenen Jahres vorrangig strukturelle Reformen an und ist bereit, dafür auch eine geringere Wachstumsrate hinzunehmen. Sie hat sich dabei jedoch eine Untergrenze von 7 Prozent gesetzt., die nicht unterschritten werden soll.

          Die chinesische Wirtschaft hatte 30 Jahre lang rasant zugelegt. Die Entwicklung brachte für viele Bürger Wohlstand, hat aber auch zu wachsender Einkommensungleichheit geführt und die Umwelt massiv zerstört. Meldungen über die Luftverschmutzung in Peking und anderen chinesischen Städten bestimmten im vergangenen Jahr oft die internationalen Schlagzeilen. Regierung und Partei wollen nun das Wachstum nachhaltiger gestalten und sind dafür bereit, eine Konjunkturabkühlung in Kauf zu nehmen. Wirtschaftsexperten gehen davon aus, dass sich die Konjunktur in diesem Jahr weiter abschwächen kann, weil die Regierung verstärkt auf die Binnennachfrage setzt und weniger stark vom Export abhängig sein will. Zudem kämpft sie gegen die Vergabe riskanter Kredite und steigende Immobilienpreise.

          Große Sorge bereitet den Wirtschaftsplanern der chinesischen Regierung die rasant wachsende Verschuldung lokaler Stellen und das ausufernde Schattenbankenwesen. Die Kreditvergabe wurde schon etwas gedrosselt, doch will die Regierung nicht allzu stark auf die Bremse treten und das Wachstum noch stärker abwürgen. Investoren in Asien reagierten auf die Zahlen verhalten. Zwar machten manche Aktienmärkte nach der Veröffentlichung etwas Boden gut, doch die meisten Börsen verharrten im Minus.

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