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Vorschusslorbeeren : Märkte feiern Einigung in Schuldenkrise

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der gebannte Schuldenstreit hat eine kleine Rally an den amerikanischen Börsen ausgelöst. Kurz vor dem Fristablauf einigten sich Demokraten und Republikaner, die Schuldengrenze des Landes zu erhöhen.

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          Der Kompromiss für eine Anhebung  des Schuldenlimits in den Vereinigten Staaten hat für große Erleichterung an den  Finanzmärkten gesorgt. An der Wall Street in New York schloss der  Leitindex Dow Jones, in dem 30 der größten amerikanischen Unternehmen vertreten  sind, am Mittwoch mit einem Plus von 1,36 Prozent bei 15,373  Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 stieg um 1,38 Prozent auf  1,721 Punkte. Der amerikanische Technologieindex Nasdaq lag nach einem Anstieg  um 1,20 Prozent bei 3,839 Punkten.

          Demokraten und Republikaner im Senat hatten sich am Mittwoch auf  die Anhebung der Schuldenobergrenze bis zum 7. Februar und einen  Übergangshaushalt bis zum 15. Januar verständigt. Auch wenn Senat  und Repräsentantenhaus bei Börsenschluss die Einigung im  Haushaltsstreit noch nicht als Gesetz verabschiedet hatten, war die  Erleichterung der Anleger zu spüren.

          „Dieser Kompromiss löst nicht alle Haushaltsprobleme. Er sorgt nur  für einen Aufschub“, sagte Analyst Gary Thayer von der  Investmentfirma Wells Fargo Advisors. „Die Verringerung des Risikos  eines Zahlungsausfalls könnte allerdings das Geschäftsklima  verbessern und der wirtschaftlichen Aktivität in der nahen Zukunft  einen Schub verleihen.“

          Das Ringen um die Schuldenobergrenze und der mehr als zwei Wochen  andauernde Stillstand von Teilen der Bundesverwaltung haben der  Wirtschaft in den Vereinigten Staaten merklich Schaden zugefügt. Die amerikanische Notenbank  Federal Reserve beklagte in ihrem am Mittwoch veröffentlichten  Konjunkturbericht, dass die Verunsicherung durch den  Haushaltsstreit gewachsen sei. Die Ratingagentur Standard & Poor’s  (S&P) bezifferte die Kosten des Verwaltungsstillstands für die  amerikanische Wirtschaft auf bislang etwa 24 Milliarden Dollar (17,7  Milliarden Euro).

          Das Wirtschaftswachstum der Vereinigten Staaten werde wegen der Haushaltskrise im  vierten Quartal voraussichtlich 0,6 Prozentpunkte niedriger  ausfallen, teilte S&P mit. Auf das Jahr hochgerechnet werde die  US-Wirtschaft von Oktober bis Dezember nur noch um 2,0 Prozent  wachsen. Den größten Schaden habe der Kaufkraftausfall durch den  Zwangsurlaub für hunderttausende Staatsbedienstete angerichtet,  erklärte S&P. Der Kongress will die Angestellten allerdings  rückwirkend bezahlen.

          Standard & Poor’s warnte die politischen Verantwortlichen in  Washington davor, Anfang kommenden Jahres erneut eine Hängepartie  um den Haushalt zu veranstalten. Die Ratingagentur hatte den USA im  Sommer 2011 bereits die Topnote AAA für ihre Kreditwürdigkeit  entzogen. Auch damals waren die Vereinigten Staaten wegen eines  Streits im Kongress um die Erhöhung der Schuldenobergrenze knapp an  einer Zahlungsunfähigkeit vorbeigeschrammt.

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