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Berichtssaison : Kein Glanzstart von Alcoa

Bild: dpa

Der von Klaus Kleinfeld geführte Aluminiumkonzern eröffnet die Berichtssaison mit durchwachsenen Zahlen. Selbst in den vermeintlichen Vorzeigegeschäften gibt es Schwachstellen.

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          Einmal alle drei Monate steht Alcoa im Rampenlicht. Denn es ist eine Tradition, dass der Aluminiumkonzern die Berichtssaison in den Vereinigten Staaten eröffnet und als erstes großes Unternehmen seine Quartalszahlen vorlegt. An den Finanzmärkten finden die Zahlen von Alcoa auch deshalb große Beachtung, weil das Unternehmen viele verschiedene Branchen beliefert und daher ein Stück weit als Konjunkturindikator gilt.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Am Montagabend war es wieder so weit. Nach Börsenschluss veröffentlichte das vom Deutschen Klaus Kleinfeld geführte Unternehmen seine Zahlen. Begeisterung kam dabei nicht auf, denn der Aktienkurs verlor im nachbörslichen Handel zeitweise fast 5 Prozent an Wert. Alcoa musste im vergangenen Quartal einen deutlichen Umsatz- und Gewinnrückgang hinnehmen und hat einen abermaligen Personalabbau in Aussicht gestellt. Es tröstete die Börse offenbar wenig, dass das um Sonderfaktoren bereinigte Ergebnis je Aktie besser als erwartet ausgefallen war.

          Alcoa steht derzeit vor einer Zäsur. Im vergangenen Herbst kündigte das Unternehmen an, sich in zwei Teile aufzuspalten. Bei Alcoa selbst soll das traditionelle Geschäft mit der Produktion von Aluminium und anderen Stoffen wie Bauxit verbleiben. Hier machen dem Unternehmen derzeit die rückläufigen Aluminiumpreise besonders zu schaffen.

          Daneben soll eine zweite Gesellschaft mit dem Namen „Arconic“ entstehen, in der das von Kleinfeld zuletzt besonders forcierte Geschäft mit weiterverarbeiteten Produkten untergebracht wird. Der Konzern liefert hier Teile für Autos, Lastwagen oder Flugzeuge und hat auf diesen Feldern mehrere Zukäufe getätigt. Kleinfeld will nach der Aufspaltung nur noch Arconic führen.

          Umsatzrückgang um 15 Prozent

          Aus dem Quartalsbericht geht nun hervor, dass die künftigen Arconic-Aktivitäten sich weitaus besser schlagen als das bei Alcoa verbleibende Geschäft, aber auch nicht ohne Schwachstellen sind. Im Gesamtkonzern fiel der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar, Analysten hatten im Schnitt mit 5,1 Milliarden Dollar gerechnet. Alcoa machte dafür niedrigere Aluminiumpreise, negative Währungseffekte sowie die Reduzierung oder Trennung von Kapazitäten verantwortlich. Dieser Abbau betraf vor allem das traditionelle Aluminiumgeschäft. Alcoa hat zum Beispiel im Januar angekündigt, eine große Aluminiumhütte im amerikanischen Bundesstaat Indiana zu schließen.

          Die bei Alcoa verbleibenden Aktivitäten standen im abgelaufenen Quartal besonders schlecht da und erlitten ein Umsatzminus von mehr als 30 Prozent. Der Nettogewinn des Konzerns stürzte von 195 Millionen auf 16 Millionen Dollar ab. Das Ergebnis je Aktie vor Sonderposten von 7 Cent war aber um 5 Cent besser als erwartet.

          Die künftigen Arconic-Sparten erlitten ein Umsatzminus von 2 Prozent. Damit kamen sie zwar deutlich glimpflicher davon als das traditionelle Aluminiumgeschäft, aber auch hier hat Kleinfeld Sorgen. Offenbar schwächelt Firth Rixson, der erst vor knapp eineinhalb Jahren für fast 3 Milliarden Dollar zugekaufte Hersteller von Komponenten für Flugzeugmotoren. Kleinfeld gab zu, dass Firth Rixson sich schlechter entwickelt als erhofft und machte dafür neben dem Marktumfeld auch hausgemachte Schwierigkeiten verantwortlich. Firth Rixson werde im laufenden Jahr höchstens einen Umsatz von 1,1 Milliarden statt der erhofften 1,6 Milliarden Dollar einbringen.

          In der Sparte, zu der Firth Rixson gehört, hat Alcoa im ersten Quartal 600 Arbeitsplätze abgebaut, und es ist geplant, bis zu 1400 zusätzliche Stellen zu streichen. Vor Einschnitten ist also derzeit kein Geschäft von Alcoa gefeit, auch nicht die Teile des baldigen Abkömmlings Arconic.

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