https://www.faz.net/-gqe-7gk76

Verbotener Vorname : Junge in Amerika darf nicht mehr „Messias“ heißen

  • Aktualisiert am

Bild: AP

„Messias“ stammt aus dem Hebräischen und bedeutet „der Gesalbte“. Doch darf man sein Kind so nennen wie den Erlöser aus dem alten Testament? Nein, urteilte eine Richterin in Tennessee.

          1 Min.

          Weil sein Name zu sehr an Jesus Christus erinnert, darf ein Junge im amerikanischen Staat Tennessee künftig nicht mehr Messias (Messiah) heißen. Die Eltern des sieben Monate alten Jungen wollten ihn Messiah Martin (deutsch: Messias Martin) nennen, was ihnen nun ein Gericht untersagte. „Das Wort Messias ist ein Titel, und es ist ein Titel, den sich nur eine Person verdient hat, und diese Person ist Jesus Christus“, sagte am Montag die Richterin zur Begründung dem TV-Sender WBIR. Künftig dürfe der Junge nur noch Martin heißen.

          Gegen diese Entscheidung legte die Mutter Berufung ein. Die endgültige Entscheidung wird im September erwartet. Ursprünglich war die Frau mit ihrem Mann vor Gericht gezogen, weil sich das Paar nicht auf einen Nachnamen für den Sohn einigen konnte. Die Richterin entschied, dass er in Zukunft die Nachnamen beider Eltern tragen solle, änderte dann aber gleich den Vornamen. Das sei für das Kind am besten, vor allem weil es in einer Gegend aufwachse, in der der Anteil der christlichen Bevölkerung sehr hoch sei.

          „Ich habe meinen Sohn nicht Messias genannt, weil das Gott bedeutet. Ich hätte nicht erwartet, dass eine Richterin mich zwingen könnte, den Namen meines Sohnes wegen ihrer religiösen Ansichten zu ändern“, sagte die Mutter. Ihr habe einfach der Klang von Messias gefallen - vor allem zusammen mit den Namen ihrer anderen Kinder Micah und Mason. Das Wort „Messias“ stammt aus dem Hebräischen und bedeutet „der Gesalbte“ - es steht meist für den im Alten Testament der Bibel verheißenen Erlöser.

          Weitere Themen

          Eine Offenbarung des Hasses

          FAZ Plus Artikel: Anschlag in Halle : Eine Offenbarung des Hasses

          Stephan B. zeigt in dem Video, das er von seiner Tat aufgenommen hat, Menschenverachtung und einen tiefsitzenden Antisemitismus. Am Tag danach fragen viele nach dem gesellschaftlichen Nährboden für den Hass – und wie man den Rechtsextremismus bekämpfen kann.

          Topmeldungen

          Gestärkt: Der türkische Staatspräsident Erdogan spricht am Sonntag mit türkischen Journalisten

          Türkische Offensive : Erdogans Gewinn

          Wieder einmal stärkt eine Krise, die der türkische Staatspräsident ausgelöst hat, seine innenpolitische Stellung. Die ausbleibende internationale Unterstützung aber dürfte einen hohen Preis haben.
          Zweimal Gündogan: Kimmich schreit seine Erleichterung über die Treffer des Kollegen heraus.

          3:0 für Deutschland : Geduldsspiel in Tallinn

          Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft muss einen frühen Platzverweis von Emre Can verkraften, gewinnt aber nach zähem Beginn 3:0 in Estland. Gündogan trifft zweimal, Werner setzt noch einen drauf.
          Was denkt die Queen über den Brexit? Die britische Königin Elisabeth II. im Mai 2019.

          Brexit-Streit : Die Queen liest Johnson

          Elisabeth II. trägt an diesem Montag im Unterhaus das Regierungsprogramm des Premierministers Boris Johnson vor. Im Zentrum steht der Brexit-Prozess, der gerade in einer entscheidenden Phase ist.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.