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Trump will Präsident werden : Wahlkampf der Multimillionäre

Bild: AP

Amerikas Präsidentschaftskandidaten wollen die Probleme der Mittelschicht lösen. Sie selbst sind in der Regel aber sehr vermögend. Der neueste Bewerber für das Weiße Haus stellt sogar Großverdiener wie Hillary Clinton in den Schatten.

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          Im kommenden Wahlkampf wird die Ungleichheit eine Rolle spielen. Die Demokratin Hillary Clinton hat das Thema gekapert, um jene Liberalen hinter sich zu bringen, die im Herzen eher dem linken Politstar Elizabeth Warren zugetan sind oder dem sozialistischem Haudegen Bernie Sanders. Die republikanischen Politiker mit Präsidentschafts-Ambitionen können sich dem Thema nicht entziehen und suchen Anregung bei dem konservativen Vordenker Arthur Brooks, Chef der Denkfabrik American Enterprise Institute, der die Vision eines von Entrepreneuren getrieben empathischen Kapitalismus‘ zeichnet.

          Winand von Petersdorff-Campen
          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Empathie könnte in der Tat ein Problem werden. Denn nicht wenige Kandidaten sind selbst ziemlich reich. Hillary Clinton, die sich als Fürsprecherin der darbenden Mittelschicht zu profilieren trachtet, verfügt nach Angaben des Centers for Responsive Politics über ein Vermögen von 15,3 Millionen Dollar. Das Geld verdankt sie vor allem ihrer umtriebigen Vortagstätigkeit mit Redevergütungen zwischen 170.000 und 325.000 Dollar. Es hätte noch mehr sein können, wenn die Clintons als echte Zugewinngemeinschaft dargestellt würden. Denn Ehemann Bill Clinton, der ehemalige Präsident disponiert über ein noch deutlich größeres Vermögen. Keine Wunder, dass sich manch linker jemanden anderen wünscht. Nur: Die linke Hoffnungsträgerin Elizabeth Warren ist selbst schwerreich. 

          Vermögen von fast neun Milliarden Dollar

          Auf der Seite der Republikaner war bis Anfang der Woche Carly Fiorina die reichste Kandidatin. Ihr Vermögen wird auf 80 Million Dollar geschätzt, 21 Millionen aus ihrer Abfindung von Hewlett Packard, als sie als Vorstandschefin gefeuert wurde, haben zu ihrer Vermögensbildung beigetragen. Seit gestern aber ist aber Fiorina nur noch die Nummer zwei im Starterfeld der Republikaner, weil Donald Trump die Arena betreten hat. Der Mann hat zur Überraschung der Forbes-Rechercheure erst einmal bekannt gegeben, dass er über ein Vermögen von 8,7 Milliarden Dollar verfügt: „Ich sage das nicht, um zu prahlen.“ Forbes hatte ihn nur 4,1 Milliarden geschätzt. Ein früheres Zitat des Unternehmers lautet: „Ich bin die erfolgreichste Person, die je für die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten gekämpft hat. Ross Perot war nicht so erfolgreich wie ich. Und ich habe eine Gucci-Boutique, die ist mehr wert als Romney.“

          Der besagte unselige Multimillionär Mitt Romney, der sein Geld bei der Private Equity-Firma Bain Capital gemacht hat, bekam den Nachteil seines Reichtums im Wahlkampf gegen Barack Obama zu spüren. Er forderte unter anderem die Senkung des Spitzensteuersatzes, was ihm als Beitrag zu Vermögensmehrung seiner zahlreichen Freunde unter den obersten ein Prozent ausgelegt wurde. Einige konservative Milliardäre hatten Romney unterstützt und dabei so viel Geld versenkt, dass man hätte melancholisch werden können. Medienberichten zufolge haben sie die alten reichen Männer aber wieder gefangen. Nun wollen sie einen normaler Kandidaten stützen. Das wäre eigentlich die Chance für Marco Rubio, dem kein großer Reichtum zur Verfügung steht, dafür Eloquenz und Ehrgeiz. Leider hat die „New York Times“ Reporter auf Rubio angesetzt, die mit einem Bericht über eine gewisse Neigung des Mannes zurückkamen, gelegentlich über seine Verhältnisse zu leben. Die anderen bedeutenderen Republikaner, die Präsident werden wollen, Ted Cruz und Rand Paul, sind beide Millionäre. Und Jeb Bush hat ebenfalls ausgesorgt.

          Reiche Präsidenten sind die Regel

          Das ist es mit zu viel Geld auch einmal schwer sein kann musste vor Romney schon Demokrat John Kerry erleben, der inzwischen als Außenminister dient. Er hatte 2004 Georg W. Bush wenig entgegenzusetzen. Die Amerikaner haben ihm seine progressive Agenda nie so richtig abgekauft. Er ist mit der Erbin des Lebensmittelkonzerns Heinz verheiratet. Reiche Präsidenten sind eher die Regel in den Vereinigten Staaten. John F. Kennedy hätte ein Milliarden-Vermögen geerbt, wenn er seinen Vater überlebt hätte. George Washington war, wenn man sein Vermögen auf heute ummünzt, ein halbe Milliarde Dollar wert. Thomas Jefferson brachte es als Immobilienbesitzer auf 200 Millionen Dollar in heutigen Zahlen. Viele ihrer Nachfolger wie etwa Präsident Theodore Roosevelt waren Multimillionäre.

          Nun ist Reichtum in Amerika keine Schande. Und das stärkste Argument für reiche Kandidaten bringt der in dieser Hinsicht ohnehin komplett unempfindliche Donald Trump. Politiker würden von Geldgebern, Geldsammelorganisationen und Lobbyisten kontrolliert. Deshalb würden sie keine freien Entscheidungen treffen. Er selbst brauche keine Geldgeber, das mache ihn frei für eine wahrhaftige Politik.            

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