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Und doch kein Rekord : Dauerrede gegen Gesundheitsreform

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Ted Cruz: Bla-bla-bla Bild: AP

Mit einer Dauerrede von fast 22 Stunden hat der republikanische Senator Ted Cruz versucht, die Gesundheitsreform von Präsident Obama zu kippen. Auf der Rekordliste langte es nur für Platz drei.

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          „Ich rede, bis ich nicht mehr stehen kann“, verkündete der 42-jährige Senator Ted Cruz, Anhänger der radikalen Tea-Party-Bewegung am Mittwochmorgen (Ortszeit) vollmundig. Mit kurzen Unterbrechungen hatte er die ganze Nacht über geredet. Gegen Mittag räumte er dann aber das Feld.

          Dauerreden ist ein Spektakel, das im Kongress immer wieder vorkommt. Als Filibuster wird laut Wikipedia diese Taktik bezeichnet, mit der eine Beschlussfassung verhindert oder verzögert werden soll. Dabei soll Zeit gewonnen werden, um hinter den Kulissen Gegenstimmen zu werben. Der Filibuster geht auf die römische Tradition der Ermüdungsrede zurück.

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          Trotz Cruz‘ Bemühungen gelang ihm kein Rekord. Den hält Senator Strom Thurmond aus South Carolina, der im August 1957 mit einer Rede von 24 Stunden und 18 Minuten verhindern wollte, dass Afroamerikanern die Wahrnehmung des Wahlrechts erleichtert wird. Dabei zitierte er nicht nur eine Unmenge von Gesetzestexten, sondern auch Kuchenrezepte seiner Großmutter. In einem anderen berühmten Filibuster von 1935 ging es um gebratene Austern.

          Thurmond war zuvor in einer Sauna gewesen, um während der Rede nicht auf die Toilette zu müssen. Falls dies doch eintreten würde, stand im Nebenraum ein Mitarbeiter mit einem Eimer bereit, so dass der Senator seine Notdurft hätte verrichten können, während er immer noch mit einem Bein im Senat anwesend war. Auch die Senatskollegen hatten sich auf die lange Rede eingestellt und Decken mitgebracht. Thurmond war fast 50 Jahre Senatsmitglied und ist nicht nur ob seiner Rede eine Legende. Platz zwei hält immer noch Wayne Morse mit 22 Stunden und 26 Minuten im Jahr 1953. Es ging gegen Ölbohrungen an den Küsten.

          Umstrittenes Vorgehen

          Platz drei geht nun an Cruz, der sich auch mit Kulinarischem beschäftigte. Zu Beginn las er die Gute-Nacht-Geschichte „Grüne Eier und Speck“, gegen Ende über Eier mit Spinat.

          Konkret wollte Cruz verhindern, dass der von den Demokraten beherrschte Senat einen Gesetzentwurf des Repräsentantenhauses ablehnt. Die Republikaner hatten dort einen Etat verabschiedet - doch dies mit Einschnitten für „Obamacare“ verbunden. Sie wollen auf diese Weise das wichtigste Reformwerk von Obama zu Fall bringen. Eine Entscheidung im Senat wird erst zum Wochenende erwartet.

          Allerdings gibt es in den Reihen der Republikaner auch Widerstand gegen die harte Linie. Kritiker weisen darauf hin, dass eine solche Kompromisslosigkeit Mitte der 90er Jahre zu schweren Ansehensverlusten der Republikaner geführt hatte. Der Regierung droht nämlich durch die Blockade das Geld auszugehen, so dass sie ihre Geschäftstätigkeit einstellen müsste. Unter Präsident Bill Clinton gab es damals einen solchen „Government Shutdown“ (Schließen der Regierung) - die Öffentlichkeit stand dabei aber hinter Clinton.

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