https://www.faz.net/-gqe-7p2m2

Minus 18 Prozent : Twitter-Aktien im freien Fall

  • -Aktualisiert am

Als Börsenliebling kann man die Twitter-Titel nicht mehr bezeichnen. Bild: REUTERS

Am Dienstag durften frühe Investoren und Angestellte des Kurznachrichtendienstes erstmals seit dem Börsengang Aktien verkaufen. Sie ergriffen die Gelegenheit. Andere Technologieaktien gerieten ebenfalls unter die Räder.

          1 Min.

          Als am Dienstag die Schlussglocke der New Yorker Börse läutete, waren die Aktien des Online-Kurznachrichtendienstes Twitter 18 Prozent weniger wert als am Tag zuvor. Vier Milliarden Dollar Börsenwert waren verpufft. Der Aktienkurs von Twitter befindet sich jetzt auf dem niedrigsten Niveau seit dem vielbeachteten Börsengang des Unternehmens vor einem halben Jahr. Am Dienstag durften frühe Investoren und Angestellte erstmals seit dem Börsendebüt ihre Aktien verkaufen. Eine Reihe von Twitter-Aktionären wie die Unternehmensgründer Jack Dorsey und Evan Williams sowie der Vorstandsvorsitzende Dick Costolo hatten im vergangenen Monat zwar versichert, dass sie keine Anteile veräußern würden.

          Norbert Kuls
          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Eine Reihe anderer Aktionäre entschieden sich offenbar anders. Der dramatische Absturz des Aktienkurses suggeriert eine gewisse Panik unter Aktionären, weil sich der Kurs im Vergleich zum Rekordstand von 74,73 Dollar im Dezember schon vor dem Auslaufen der Haltefrist halbiert hatte. Am Dienstag gingen die Twitter-Aktien mit 31,85 Dollar aus dem Handel. Damit liegen sie im Vergleich zum Ausgabepreis von 26 Dollar noch mit etwas mehr als 20 Prozent im Plus. Aber als Börsenliebling kann man die Titel nun nicht mehr bezeichnen. In Deutschland fällt der Kurs am Mittwoch um knapp 7 Prozent, nachdem er am Dienstag schon um rund 12 Prozent gefallen war.

          In den ersten beiden Quartalen als börsennotierte Gesellschaft hat das nur moderate Wachstum der Nutzerzahlen von Twitter die Wall Street enttäuscht – obwohl sich der Umsatz im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr verdoppelt hatte. Das weiter unprofitable Unternehmen macht den größten Teil des Umsatzes mit Werbeanzeigen auf seiner Internetseite. Anleger fragen sich zunehmend, ob Twitter wirklich ein Massenphänomen wie Facebook werden kann oder ob es ein Nischenangebot bleiben wird.

          Der Ausverkauf der Twitter-Aktien setzte am Dienstag auch andere Internetaktien wie Facebook, Amazon und Netflix unter Druck. Der breitgefasste amerikanische Aktienmarktindex S&P 500 schloss mit einem Minus von 0,9 Prozent auf 1868 Punkten. Der technologielastige Composite-Index der Börse Nasdaq sackte um 1,4 Prozent auf 4081 Zähler ab.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ein Intensivpfleger arbeitet auf einer Intensivstation des RKH Klinikum Ludwigsburg an einem Covid-19-Patient.

          Corona in Deutschland : Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter auf 13,6

          Das Robert Koch-Institut hat 1919 Corona-Neuinfektionen registriert. Vor einer Woche hatte der Wert bei 1608 Ansteckungen gelegen. Bildungsministerin Anja Karliczek drängt auf Impfungen aus Solidarität mit Kindern und Jugendlichen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.