https://www.faz.net/-gqe-8j2ac

Amerika : Trump zum Ausmalen

Das Buch „A Child’s First Book of Trump“ von Michael Ian Black Bild: AFP

Donald Trump, Geschäftsmann und angehender Präsidentschaftskandidat der Republikanischen Partei, beflügelt die Phantasie von Autoren. Doch das erfolgreichste Buch kann nur einer schreiben.

          Rechtzeitig zum Parteitag der Republikanischen Partei hat der Komiker Michael Ian Black ein Kindersachbuch herausgebracht mit dem Titel „A child’s first book of Trump“. Seit gestern liegt es im Buchhandel aus. Black durfte das Buch in Talkshows bewerben. Es ist auf eine Weise lustig, die Kinder nicht verstehen. Aber das tut den Geschäftsperspektiven keinen Abbruch. Im Bestseller-Ranking der Kategorie Humor und Unterhaltung hat das elf Dollar teure Buch bereits Rang 21 erklommen. 

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Größerer Beliebtheit erfreut sich auch ein Malbuch für Erwachsene, das den Wahlkampf zwischen Donald Trump und Hillary Clinton zum Thema hat und nur knapp vier Dollar kostet. Eine nach Texas eingewanderte Britin mit dem Künstlernamen Outrageous Katie (Empörende Katie), hat das Buch entworfen. Sie hat sich einen Namen gemacht in der Szene, weil sie den Erwachsenen gelegentlich recht derbe Vorlagen zum Ausmalen gibt. Ihr Werk „Schimpfworte zum Ausmalen“ war ein Bestseller.

          Der  berühmte Karikaturist Gary Trudeau, Erfinder des Comic-Streifens Doonesbury in der Zeitung Washington Post, spießt Donald Trump seit 1987 auf. Damals hatte er zum ersten Mal die Idee öffentlich getestet, sich um das Präsidentenamt zu bewerben. Trudeau hat nun ein wunderschönes Sammelbändchen herausgebracht mit dem Titel: „Yuge!: 30 Years of Doonesbury on Trump.“ Trudeau bewirbt das mit einem Trump-Zitat: „Doonesbury ist der meisten überbewertete Comicstrip. Er ist höchstens mittelmäßig.“ Seit gestern in den Geschäften wird das Büchlein von Amazon aufgrund der Vorbestellungen bereits als Bestseller annonciert.

          Alte Schinken neu überarbeitet

          Mit einem vergleichbaren Zitat kann auch Mark Singer aufwarten. Der New Yorker Autor hat eine handgeschriebene Notiz von Donald Trump gerahmt und in sein Büro gehängt. „Mark, du bist ein totaler Verlierer. Und dein Buch ist beschissen.“ Singer hat ein Buch mit dem Titel „Trump and Me“ auf den Markt geworfen, das unter anderem ein altes in den neunziger Jahren erschienenes, wenig schmeichelhaftes Magazin-Porträt über Trump enthält.        

          Investigative Journalisten der Washington Post werden später in diesem Monat in einem Buch zusammenfassend veröffentlichen, was sie über ihn in den vergangenen Monaten herausgefunden haben. Ein weiterer mit Pulitzer-Preis dekorierter Journalist beleuchtet den Aufstieg Trumps als Unternehmer.

          Aber natürlich kommt kein Autor an das Original ran: Donald Trump mit seinem Buch „Trump: The Art of the Deal“

          Auch alte Schinken werden überarbeitet wieder auf den Markt geworfen wie „Trump Nation“ und „The lost Tycoon.“  Und schließlich ist da das Werk des Reporters, der Trump vermutlich am längsten begleitet. Er heißt Wayne Barret, hat schon 1992 das Buch Trump: The Deals and the Downfall verfasst, das besonders kenntnisreich geschrieben ist und vielen Nachahmern als wichtige Quelle dient. Gedruckt ist es im Moment nicht zu bekommen, auf Kindle gibt es eine aktualisierte Version: „Trump: The Greatest Show on Earth“ (Die größte Show der Welt).

          So beflügelt Trump das Geschäft. Ob die Autoren aber  an den Erfolg ihres Titelhelden heranreichen werden, ist zweifelhaft. Unter dem Titel „Crippled America: How to make America great again“ hat Donald Trump einen Bestseller vorgelegt, der sich seit November knapp ein Viertelmillion Mal verkauft hat.

          Weitere Themen

          Harte Kontrolle der Finanzberater

          Neuer Aufsichtsplan : Harte Kontrolle der Finanzberater

          Ab 2021 soll die Finanzaufsicht Bafin die Kontrolle freier Finanzvermittler an sich ziehen. Den Plan dafür haben mehrere Bundesministerien ausgehandelt. Profitieren sollen davon vor allem die Anleger.

          Untersuchung von Tech-Konzernen angekündigt Video-Seite öffnen

          Amerikanische Justiz : Untersuchung von Tech-Konzernen angekündigt

          Die amerikanische Regierung kündigte Untersuchungen in die Wettbewerbspraktiken einiger großer Technologie-Unternehmen an. Sollten Gesetzesverstöße festgestellt werden, werde man "entsprechend handeln", hieß es am Dienstag in einer Erklärung des Justizministeriums in Washington.

          Topmeldungen

          Der radikale Konzernumbau der Deutschen Bank führt zu Milliardenverlusten im zweiten Quartal 2019.

          In drei Monaten : Die Deutsche Bank macht 3,1 Milliarden Euro Verlust

          Das größte und wichtigste deutsche Kreditinstitut will und muss sich radikal verändern. Die Belastungen durch den Umbau des Konzerns führen zu tiefroten Zahlen. Besonders betroffen ist die einst bedeutendste und berüchtigtste Sparte des Unternehmens.

          Anhörung von Robert Mueller : Der unfreiwillige Zeuge

          Ende März präsentierte Sonderermittler Robert Mueller seinen Bericht zur möglichen Wahlkampf-Affäre Trumps aus dem Jahr 2016. Jetzt muss er dazu im Kongress aussagen. Donald Trump spielt den Termin herunter, als sei es eine reine Formalität.
          Donald Trump gratuliert am Dienstagabend dem neuen amerikanischen Verteidigungsminister Mark Esper.

          Amerikas Verteidigungsminister : Ein Mann der Truppe

          Mark Esper ist mit überwältigender Mehrheit im Amt des amerikanischen Verteidigungsministers bestätigt worden. Die Gegenstimmen kamen im Senat vor allem von demokratischen Wahlkämpfern.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.