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Widerstand gegen das Dekret : Trump verscherzt es sich mit dem Silicon Valley

Apple-Chef Tim Cook Bild: AP

Das Silicon Valley übt sich im offenen Widerstand gegen das Dekret des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, das Personen aus sieben überwiegend islamischen Ländern die Einreise verbietet.

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          Google-Gründer Sergej Brin demonstrierte am Flughafen von San Francisco gegen das Trump-Dekret. Brian Chesky, Chef der Übernachtungsdienstleisters AirBnB, versprach allen Flüchtlingen und anderen Personen, die sich nicht legal in den Vereinigten Staaten aufhalten, freie Unterkunft. Man solle sich an ihn persönlich wenden, falls man ein Bett für die Nacht brauche. Programmierer haben das Entrepreneur Liberty Link im Silicon Valley (Ellis) gegründet, das unter Nutzung der Platform Github Immigranten, die unter den Folgen des Dekrets leiden, mit freiwilligen Experten zusammenbringt.   

          Winand von Petersdorff-Campen
          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Kritische Stellungnahmen kamen vom Apple-Chef Tim Cook, vom Ebay-Gründer Pierre Omidyar und dem Salesforce-Chef Marc Benioff. Zuvor hatten schon Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, Netflix-Chef Reed Hastings und viele weniger prominente Namen aus dem Silicon Valley Trumps Dekrete verbal attackiert.

          Einer der größten Profiteure der jüngsten Entwicklung könnte die American Civil Liberty Union werden. Die gemeinnützige Organisation hatte die Rechtshilfe für zwei irakische Flüchtlinge ermöglicht, die am Flughafen festgehalten worden waren. Ihre Klage hatte Erfolg, eine Richterin in New York verfügte, dass die Personen aus den islamischen Ländern, die schon an amerikanischen Flughäfen warteten, einreisen durften. Der Fahrtenvermittler Lyft versprach in einer Mail an seine Kunden, der Organisation eine Million Dollar über die nächsten vier Jahre zu stiften. Spendenzusagen für die Freiheitsunion kamen auch von Wagniskapital-Investoren aus Silicon Valley und dem Gründer vom Filesharing-Dienst Box.

          Mit eigenen Schwierigkeiten kämpfte unterdessen der Fahrten-Vermittler Uber. Er wurde selbst zu Gegenstand einer feindseligen Kampagne in den sozialen Netzwerken. New Yorks Taxifahrer hatten die Proteste am John F. Kennedy-Flughafen gegen die Immigrations-Dekrete mit einem einstündigen Streik unterstützt, während Uber seine Fahrer fahren ließ und damit warb, trotz erhöhter Nachfrage keinen Preisaufschlag zu verlangen. Das wurde als Versuch interpretiert, den Streik zu unterminieren und indirekt von den Protesten zu profitieren. Über Twitter wird dazu aufgefordert, die Uber-App zu löschen. Uber-Chef Travis Kalanick hatte zuvor schon  die Einrichtung eines mit drei Millionen Dollar dotierten Rechtshilfe-Fonds für seine Fahrer angekündigt.  Bis zu 1000 Fahrer  könnten durch den Immigrationsbann betroffen sein, schätzt Uber. Kalanick versprach als Mitglied des Beraterteams des Präsidenten Trump, seinen Mund aufzumachen und für die Immigranten einzutreten.  

          Von Twitter-Gründer Jack Dorsey kommt der Hinweis, dass elf Prozent der syrische Flüchtlinge in den Vereinigten Staaten Unternehmensgründer seien, damit sei die Entrepreneur-Rate dreimal so hoch wie bei den gebürtigen Amerikanern. Apple-Chef Tim Cook hatte in einem Brief an seine Mitarbeiter geschrieben, der Konzern sei ohne Immigranten nicht denkbar.

          Dass Apple in dieser Hinsicht keine Ausnahme ist, darauf weist Lee Ohanian, Ökonom an der Denkfabrik Hoover hin. Ihm zufolge sind 45 Prozent der Fortune 500-Unternehmen von Immigranten oder Kindern von Immigranten gegründet worden, und das, obwohl die Einwanderung erschwert würde. Immigrations-Erleichterungen gerade für an Amerikas technischen Hochschulen ausgebildete Ingenieure und Programmierer fänden theoretisch Rückhalt in beiden Parteien des Kongresses, hat Ohanian beobachtet. Doch das politische Klima sei nicht danach.

          Schon gar nicht im Weißen Haus: Steve Bannon, Trumps Chefberater, hatte im November 2015 seinem Missmut über asiatische Chefs in Silicon Valley-Unternehmen Ausdruck verlieren. Nach CNN-Informationen ist der ehemalige Chef der rechtspopulistischen Medienseite Breitbart die treibende Kraft hinter den Immigrations-Dekreten.

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