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Trotz Fukushima : Japan kehrt zur Atomkraft zurück

Japan auf dem Weg in die Zukunft Bild: REUTERS

Das japanische Kabinett macht den Weg für die Renaissance der Atomkraft frei. Die Kraftwerke sollen viel sicherer werden. Die meisten Reaktoren sind wohl noch nicht so weit.

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          Gut drei Jahre nach der Havarie von drei Atomreaktoren in Fukushima kehrt Japan zurück zur Atomkraft. Das japanische Kabinett in Tokio beschloss am Freitag, dass Atomkraft auch in Zukunft eine „wichtige Energiequelle“ für die Grundversorgung mit Strom sei. „Wir haben einen Energieplan entwickelt, der mittel- bis langfristig eine verantwortliche Energiepolitik wiederherstellt, die das Leben der Menschen und wirtschaftliche Aktivität unterstützt“, sagte Industrie- und Handelsminister Toshimitsu Motegi nach dem Kabinettsbeschluss.

          Carsten Germis
          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Im neuen Energieplan ließ die Regierung offen, ob sie auch den Neubau von Atomkraftwerken plant. Es heißt lediglich, die Regierung werde den Anteil der Atomkraft festlegen, der gesichert werden sollte.

          Mit der Kabinettsentscheidung, die wegen starker Widerstände auch in den Regierungsparteien mehrfach verschoben werden musste, ist jetzt der Weg frei, die ersten der 48 abgeschalteten kommerziellen Atomreaktoren wieder ans Netz gehen zu lassen. Voraussetzung ist, dass sie die neuen, strengen Auflagen der Atomaufsicht erfüllen.

          Es wird erwartet, dass ein großer Teil der 48 Reaktoren diese Sicherheitsanforderungen nicht erfüllt. Mit dem Neustart der ersten Atomkraftwerke wird für den Frühsommer gerechnet. Japan hatte nach der Atomkatastrophe in Fukushima Schritt für Schritt alle Atomreaktoren vom Netz genommen. Vor dem Atomunfall im März 2011 trug die Atomkraft rund 30 Prozent zur Stromerzeugung bei. Die Energielücke wurde mit Öl- und Gasimporten geschlossen, wodurch die japanische Handelsbilanz tief in die roten Zahlen gezogen wurde.

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