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Weitere Nachrichten : Minijob-Zentrale vermutet Mindestlohn als Ursache für Minijob-Abbau

  • Aktualisiert am

Nagt der Mindestlohn am Minijob? Bild: dpa

Die Metro-Tochter Real steigt aus dem Tarifvertrag aus. Die ehemalige Hypo Alpe Adria hat eine Kapitallücke von 7 Milliarden Euro. Bilfinger spaltet sich auf.

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          Der starke Abbau von Minijobs im ersten Quartal 2015 ist nach Einschätzung der Minijob-Zentrale in Bochum wahrscheinlich auch eine Folge des neuen Mindestlohns. Zwar habe die Minijob-Zentrale keine genauen Daten darüber. Auch wenn die Zahlen in der Vergangenheit immer geschwankt hätten, sei der Rückgang der Minijobs in diesem Umfang aber schon "ungewöhnlich", sagte Behördensprecher Wolfgang Buschfort der Deutschen Presse-Agentur. "Eine gewisse Wahrscheinlichkeit ist sicher da, dass das etwas mit dem Mindestlohn zu tun hat. Andere Gründe fallen uns jedenfalls nicht ein", fügte der Sprecher hinzu.

          Nach seinen Angaben sank die Zahl der Minijobber im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent oder knapp 190.000 auf 6,6 Millionen. Im Vergleich zum Vorquartal ging die Zahl der Minijobber sogar um 3,5 Prozent oder 237.000 zurück, berichtete Buschfort. Ob diese Minijobs ganz weggefallen oder in reguläre Arbeitsplätze mit Versicherungspflicht umgewandelt wurden, wisse man bei der Minjob-Zentrale nicht.

          Gemessen am bisherigen Durchschnittsverdienst der Minijobber müssten sich die Auswirkungen des Mindestlohns eigentlich in Grenzen halten, sagte der Sprecher. Bereits 2010 habe der durchschnittliche Minijob-Stundenlohn bei 8,19 Euro gelegen. Inzwischen schätzt ihn Buschfort auf 8,30 Euro. Allerdings schwankten die Minijob-Löhne je nach Branche stark. (dpa-AFX)

          Metro-Tochter Real kündigt Aus für Tarifbindung an

          Die Metro-Tochter Real will aus der Tarifbindung aussteigen und bietet der Gewerkschaft Verdi Verhandlungen über einen Haustarifvertrag an. Hintergrund der Entscheidung sei die wettbewerbsverzerrende Umsetzung des Flächentarifvertrags durch einzelne Handelsunternehmen, teilte Real am Mittwoch mit. Unternehmen ohne Tarifvertrag hätten deutlich bessere Kostenstrukturen als tarifgebundene Betriebe im deutschen Handel. Real betreibt rund 300 Warenhäuser und beschäftigt rund 38 000 Mitarbeiter.

          Die Gewerkschaft Verdi warf dem Unternehmen vor, dem "Lohndumping" in der Branche weiter Vorschub zu leisten. "Nach dem Verkauf der Kaufhof Warenhäuser plant die Metro offenbar den nächsten Schritt, den Konzern radikal umzustellen", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger einer Mitteilung zufolge. (dpa-AFX)

          Ehemalige Hypo Alpe Adria hat Kapitallücke von 7 Milliarden Euro

          Die staatliche österreichische Bad Bank Heta, die bis Ende Oktober 2014 als Hypo Alpe Adria International bekannt war, hat sieben Milliarden Euro zu wenig, um alle ihre Schulden zu zahlen. Verbindlichkeiten von 16,6 Milliarden stehen Vermögen von 9,6 Milliarden Euro gegenüber, ergab die Bilanz für 2014. Die Überprüfung der Werte (Kredite und Immobilien) ergab ein Loch von 3,3 Milliarden Euro, aber auch auf die Balkan- und Italientöchter sind Milliardenabschreibungen nötig.

          Die Überschuldung der Heta liegt damit im oberen Bereich der erwarteten Bandbreite (4 bis 7,6 Milliarden Euro) und weit über dem Maximalwert, den die EU-Kommission als Zuschuss des Staates noch erlaubt hatte (2,9 Milliarden Euro). Da sich dies bereits abgezeichnet hatte, hatte das Finanzministerium bereits Anfang März bekannt gegeben, dass der Heta kein weiteres Steuergeld zugeschossen wird.

          Die österreichische Finanzaufsicht FMA hat daraufhin ein Zahlungsmoratorium bis zum 31. Mai 2016 verhängt. Bis dahin zeichnen sich daher auch keine Liquiditätsprobleme des Instituts ab, danach wird es anders ausschauen. Wenn die Alpenrepublik als Alleineigentümer dabei bleibt, kein Steuergeld nachzuschießen, bleibt nur ein Schuldenschnitt, um die Lücke aufzufüllen. (dpa-AFX)

          Bilfinger spaltet sich auf

          Der Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger zieht nach einer Serie von Gewinnwarnungen die Reißleine und spaltet sich auf. Für das verlustreiche Kraftwerksgeschäft (Power) mit insgesamt 11.000 Mitarbeitern sei ein "strukturierter Verkaufsprozess" gestartet worden. Dieser solle innerhalb eines Jahres abgeschlossen werden. Wegen hoher Wertberichtigungen rechnet der Konzern im ersten Halbjahr zudem mit einem deutlichen Verlust. Bilfinger will sich künftig auf das Geschäft mit Industriedienstleistungen und Immobilien konzentrieren. Nachbörslich sackte der Aktienkurs um mehr als 5 Prozent ab. (dpa-AFX)

          Windparkgruppe PNE steht nach Razzia bei Hauptversammlung im Fokus

          Nach einer Razzia während der laufenden Hauptversammlung vor den Augen der Aktionäre wächst die Erklärungsnot beim Windpark-Projektierer PNE aus Cuxhaven. Die Polizei hatte bei dem Anteilseignertreffen Daten und Abstimmungsergebnisse sichergestellt, wie die Staatsanwaltschaft in Stade am Mittwochabend mitteilte. "Wir prüfen, ob im Zusammenhang mit der Hauptversammlung der Straftatbestand der Urkundenunterdrückung verwirklicht wurde", sagte Staatsanwalt Kai Thomas Breas. Das Treffen der Aktionäre in der Nacht zum Mittwoch war ergebnislos auf unbestimmte Zeit vertagt worden.

          Das Unternehmen, das zu knapp 16 Prozent in der Hand von Vorstand und Aufsichtsrat liegt, war am Mittwoch für Reaktionen nicht zu erreichen gewesen. Neben den Anteilen des Vorstands und der Kontrolleure liegt der Rest der PNE-Aktien in Streubesitz. Bereits Ende 2014 hatte PNE mitgeteilt, dass die Gruppe ihren Aufsichtsrat Volker Friedrichsen abberufen wollte. Hintergrund seien mehrere, teils dauerhafte Interessenkonflikte, hieß es damals in den Mitteilungen. Vergangenes Jahr war die PNE mit 13 Millionen Euro in die roten Zahlen gerutscht. (dpa-AFX)

          Lebensmittelbranche vor neuen Millionenstrafen wegen Preisabsprachen

          Das Bundeskartellamt hat hohe Bußgelder gegen Lebensmittelkonzerne und Markenartikel-Hersteller wegen unerlaubter Preisabsprachen verhängt. Nach dpa-Informationen wird gegen große Lebensmittelketten und Produzenten etwa von Kaffee, Tiernahrung, Süßwaren und Bier ermittelt. Die Gesamthöhe der Bußgelder soll insgesamt rund 150 Millionen Euro betragen. Näheres will das Bundeskartellamt am Donnerstag in einer Mitteilung bekanntgeben. (dpa-AFX)

          2020 gibt es wieder weibliche Dollars

          Das Konterfei einer Frau wird demnächst erstmals seit mehr als einem Jahrhundert wieder einen Dollarschein zieren. Im Jahr 2020 würden Zehn-Dollar-Scheine mit einer Frau in Umlauf gebracht, teilte Amerikas Finanzminister Jacob Lew am Mittwoch (Ortszeit) in Washington mit. Anlass sei der 100. Jahrestag der Einführung des Frauenwahlrechts in den Vereinigten Staaten.

          Wem die Ehre zuteil werde, werde im Laufe des Jahres nach einem Dialog mit den Bürgern entschieden, erklärte Lew. Dieser Austausch soll vor allem über das Internet geschehen. Voraussetzung sei, dass die Frau sich für die Demokratie eingesetzt habe.

          Als bislang letzte Frau war Martha Washington, die Ehefrau des ersten amerikanischen Präsidenten George Washington, Ende des 19. Jahrhunderts auf Dollarscheine gedruckt worden. In den 1860er Jahren hatte ein Bild der legendären Ureinwohnerin Pocahontas ein paar Jahre lang auf 20-Dollar-Scheinen geprangt. Das amerikanischen Geld sei "ein Weg für unser Land zu sagen, wer wir sind und wofür wir uns einsetzen", erklärte Lew. (AFP)

          Tokioter Börse gibt nach

          Die Tokioter Börse hat am Donnerstag nachgegeben. Der Nikkei der 225 führenden Werte sank bis zum späten Vormittag um 0,6 Prozent auf 20.098 Punkte. Der breiter gefasste Topix verlor 0,5 Prozent auf 1625 Zähler. Händler begründeten die Abschläge mit dem Anstieg der Landeswährung Yen zum Dollar, die Exporte verteuert. Zudem verwiesen sie auf die amerikanische Notenbank Federal Reserve. Die Zentralbank schiebt die weltweit mit Spannung erwartete Zinswende weiter auf.

          Der Euro legte im fernöstlichen Handel nach der Fed-Entscheidung zum Dollar zu. Die europäische Einheitswährung stieg mit 1,1358 Dollar auf den höchsten Stand seit einer Woche. Zum Yen gab die amerikanischen Währung auf 123,43 Yen nach. Der Schweizer Franken notierte bei rund 0,9203 Franken je Dollar und bei etwa 1,0458 Franken je Euro. (Reuters)

          Schmuckspezialist Elumeo will am 3. Juli an Börse

          Der Online-Schmuckspezialist Elumeo will Anfang Juli an die Börse. Der erste Handelstag sei für den 3. Juli geplant, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Berlin mit. Bis zu 2,54 Millionen Aktien sollen von diesem Donnerstag bis voraussichtlich 1. Juli zum Kauf angeboten werden. Der Preis soll dabei je Stück bei 25 bis 33 Euro liegen. Insgesamt könnten so bis rund 84 Millionen Euro erlöst werden. Der Großteil soll dem Unternehmen zufließen. Elumeo ist ein elektronischer Einzelhändler für Edelsteinschmuck mit Produktionsstätte in Thailand. Société Générale und die Baader Bank begleiten den Gang an die Börse im Regulierten Markt (Prime Standard) an der Frankfurter Wertpapierbörse. (dpa-AFX)

          Große Nachfrage nach Aktien von Fitness-Spezialist Fitbit

          Die Aktien des Fitness-Spezialisten Fitbit haben bei Investoren reißenden Absatz gefunden. Das Unternehmen aus San Francisco nahm bei seinem Börsengang 731,5 Millionen Dollar ein. Die Dividendenpapiere wurden zu 20 Dollar je Stück ausgegeben. Erst am Dienstag hatte Fitbit die Preisspanne für die Aktien auf 17 bis 19 Dollar hochgeschraubt. Das Debüt an der New Yorker Börse ist für Donnerstag geplant. Die Marktbewertung beläuft sich auf 4,1 Milliarden Dollar.

          Fitbit ist vor allem für seine Fitness-Armbänder bekannt. Das Unternehmen verdreifachte seinen Umsatz im vergangenen Jahr auf 745 Millionen Dollar. Zuletzt nahm aber auch die Konkurrenz durch die Markteinführung der Computeruhr Apple Watch zu, die unter anderem Fitness-Daten aufzeichnet. (Reuters)

          Immobilienkonzern Ado will für 400 Millionen Euro Aktien plazieren

          Das auf Berlin spezialisierte Immobilienunternehmen Ado Properties will bei seinem geplanten Börsengang rund 200 Millionen Euro brutto mit einer Kapitalerhöhung erlösen. Mindestens 200 Millionen Euro sollen durch den Verkauf von Aktien des Alteigentümers dazukommen. Die Papiere werden in einer Spanne von 20 bis 25 Euro je Aktie angeboten, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Zusätzlich stehen Aktien aus einer Mehrzuteilungsoption bereit. Der Bruttoerlös der Ausgabe neuer Aktien soll vorwiegend für Wohnungskäufe in Berlin verwendet werden. Der Angebotszeitraum für die Aktien läuft vom 18. bis 29. Juni. (dpa-AFX)

          Französischer Vermögensverwalter Amundi soll 2015 an die Börse

          Die französischen Banken Credit Agricole und Societe Generale wollen zum Jahresende ihren gemeinsamen Vermögensverwalter Amundi an die Börse bringen. Ziel des Marktdebüts sei es, Societe Generale zu mehr Liquidität zu verhelfen, teilten beide Finanzinstitute am Mittwoch mit. Derzeit besitzt Credit Agricole 80 Prozent an Amundi. Societe Generale hält den Rest und könnte die gesamte Beteiligung beim Börsengang verkaufen. Credit Agricole will den Angaben zufolge die Mehrheit behalten. Amundi ist mit einem verwalteten Vermögen von 954 Milliarden Euro einer der größten europäischen Anbieter. Im ersten Quartal stand ein Gewinn von 125 Millionen Euro in der Bilanz. (Reuters)

          Airbnb taxiert sich auf 24 Milliarden Dollar

          Das Mitwohnportal Airbnb steht einem Zeitungsbericht zufolge vor einer neuen Finanzierungsrunde. Das Unternehmen wolle in den nächsten zwei Wochen eine Milliarde Dollar bei Investoren einsammeln, dabei werde der Firmenwert auf insgesamt 24 Milliarden Dollar (21 Milliarden Euro) taxiert, meldete das "Wall Street Journal" am Mittwoch unter Berufung auf eingeweihte Kreise. Damit würde die erst 2008 gegründete Plattform, auf der Privatleute ihre Wohnungen und Zimmer vermieten können, an der etablierten Hotelkette Marriott vorbeiziehen, die es zuletzt auf etwa 21 Milliarden Dollar brachte.

          Airbnb werbe mit sehr ambitionierten Geschäftsplänen um frisches Geld, heißt es in dem Bericht. In diesem Jahr solle der Umsatz auf 900 Millionen Dollar steigen. 2013 habe er noch bei 250 Millionen Dollar gelegen. Die Präsentationen, mit denen Airbnb bei Investoren vorspreche, sollen prognostizieren, dass die Firma profitabel wird. Vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen solle der Gewinn 2020 fast drei Milliarden Dollar erreichen. Derzeit verliere Airbnb noch Geld. Dieses Jahr dürfe sich das Minus auf 150 Millionen Dollar belaufen. (dpa-AFX)  

          Starker Dollar setzt Oracle zu

          Der amerikanische Softwarehersteller Oracle kann die Auswirkungen des starken Dollar nicht kompensieren. Der Gewinn brach im vierten Geschäftsquartal um rund 24 Prozent auf 2,76 Milliarden Dollar ein, wie der SAP -Rivale am Mittwoch nach Börsenschluss mitteilte. Der Umsatz ging um etwa fünf Prozent auf 10,71 Milliarden Dollar zurück. Oracle machte nicht nur der kräftige Anstieg des Dollarkurses zu schaffen, sondern auch niedrigere Einnahmen aus dem Geschäft mit neuen Software-Lizenzen. Anleger verkauften die Aktie in Massen. Nachbörslich gab das Oracle-Papier sieben Prozent nach. Lediglich der Umsatz im zukunftsträchtigen Cloud-Geschäft - also dem Verkauf von Software und Plattform-Dienstleistungen im Internet - legte um 29 Prozent auf 416 Millionen Dollar zu. Zuletzt nahm der Wettbewerb im Cloud-Markt deutlich zu und Oracle muss sich gegen jüngere Anbieter wie Salesforce zur Wehr setzen. (Reuters)

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